Odile Bain Memorial Preis 2021 an Goylette Chami und Barbora Pafčo

(29.07.2021) Auszeichnung für außergewöhnliche NachwuchswissenschaftlerInnen in der Parasitologie

Zur Würdigung herausragender Beiträge auf dem Gebiet der Parasitologie zu Beginn ihrer wissenschaftlichen Laufbahn wurden Dr. Goylette Chami, University of Oxford, UK, und Dr. Barbora Pafčo von der Tschechischen Akademie der Wissenschaften und der Universität für Veterinärwissenschaften, Brünn, mit dem Odile Bain Memorial Preis 2021 ausgezeichnet.

Der 'Odile Bain Memorial Preis' (OBMP) wird seit dem Jahr 2014 jährlich unter der Schirmherrschaft von Boehringer Ingelheim Animal Health sowie dem wissenschaftlichen Verlag Parasites & Vectors verliehen.

“Der Preis dient der Förderung junger Parasitologen sowie der Bewahrung des Andenkens an Odile Bain, einer Pionierin auf dem Gebiet der Parasitologie”, erklärt Prof. Domenico Otranto, Präsident der WAAVP (World Association for the Advancement of Veterinary Parasitology). Er überreichte den Preis in einer virtuellen Zeremonie während des WAAVP-Kongresses Dublin 2021 am 20. Juli.

Eine epidemiologische Perspektive auf die Parasitologie – Goylette Chami

Goylette Chamis Forschungsinteressen betreffen die Verbesserung der Behandlung von parasitären Würmern in Afrika südlich der Sahara.

Goylette Chami
Goylette Chami

Ihre exzellente Arbeit leistete einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Massenverabreichung von Medikamenten (mass drug administration, MDA), indem sie Pionierarbeit bei der Erstellung von Netzwerkgraphen zur Auswertung von MDA und vernachlässigten tropischen Krankheiten leistete.

Darüber hinaus wurden die Studien von Goylette Chami zu den wichtigsten sozialen Determinanten der hartnäckigen Bilharziose (eine "akute und chronische Krankheit, die durch parasitäre Würmer verursacht wird", so die Weltgesundheitsorganisation) und der Hakenwurminfektion besonders wegen ihrer Auswirkungen auf ausgegrenzte Personen geschätzt.

“Ich plane, mein Preisgeld in die Erforschung der Frage zu stecken, wie die Schistosomen-Exposition im Laufe des Lebens eines Menschen mit dem Fortschreiten der Krankheit zusammenhängt", sagt Goylette Chami.

Strongylidennematoden im Fokus – Barbora Pafčo

Barbora Pafčos Arbeit konzentriert sich auf die Untersuchung von Strongylidennematoden, wobei sie kürzlich die Faktoren beleuchtete, die zu einer durch parasitäre Nematoden verursachten Gastritis bei Berggorillas führen.

Barbora Pafčo
Barbora Pafčo

Sie untersuchte auch Strongylidennematoden bei Rindern in der Tschechischen Republik und die weltweite Verbreitung von Nematoden der Gattung Nacator, mit Auswirkungen auf das Potenzial von Arzneimittelresistenzen und zoonotischem Risiko.

Sie interessiert sich für die Ökologie von Parasiten, die Wirt-Parasit-Beziehung und die molekulare Vielfalt von Krankheitserregern.

Barbora Pafčo erzählt: "Unter anderem zeigt mir der Erhalt des Odile-Bain-Gedächtnispreises, dass meine Beiträge geschätzt werden, was mich noch mehr motiviert, nach Spitzenleistungen zu streben.”  

In den Fußstapfen von Odile Bain

Die beiden Gewinnerinnen erhalten jeweils einen Geldpreis. Zusätzlich können sie kostenlos am WAAVP-Kongress in Dublin 2021 teilnehmen, um von den Lern- und Netzwerkmöglichkeiten zu profitieren. Die Gewinnerinnen erhalten außerdem einen Erlass der Gebühren für die Veröffentlichung eines Artikels in Parasites & Vectors.

Marielle Servonnet, Global Technical Director Pet Parasiticides bei Boehringer Ingelheim, fügt hinzu: "Wir sind gespannt, was Goylette Chami und Barbora Pafčo als Nächstes tun werden und sind stolz darauf, mit diesem Preis zur Unterstützung ihrer Forschung beizutragen.”


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