Alfa Romeo Giulia Sprint 2,0 Benzin 200 PS im Test

(14.02.2021) Für das neue Modelljahr hat Alfa Romeo seine sportliche Mittelklasse-Limousine aufgewertet. Wir haben die Version mit 200 PS starkem Benzinmotor zum Test begrüßt.

Seit fünf Jahren ist Alfa Romeo mit der Giulia im Mittelklasse-Segment vertreten, das Design wirkt dabei noch frisch und dynamisch wie am ersten Tag.

Im Laufe der Jahre hat Alfa Romeo die Giulia immer weiter verfeinert und bietet so eine wirklich interessante Alternative zu Audi A4, BMW 3er oder Mercedes C-Klasse an.

Die sportlichen Gene der Marke sollen dabei nicht nur optisch zur Geltung kommen, sondern auch beim Fahrspaß.

Wir haben daher den 2,0 Liter-Benziner mit 200 PS und 8-Gang-Automatik mit der Sportlichen Sprint-Ausstattung kombiniert.

Der Listenpreis für dieses Modell liegt bei 48.700,- Euro und bietet eine solide Basisausstattung inklusive 18“-Alufelgen, Dekoreinlagen aus Aluminium, einer Einparkhilfe hinten, einem 8,8“-Touchscreen, Tempomat und vieles mehr.

So richtig zum sportlichen Luxusliner wird die Giulia aber erst durch jede Menge Extras. Unser Testfahrzeug hatte dabei so gut wie alles an Bord, was man sich wünschen kann.

Wir wurden mit dem Komfort-Paket, dem Technologie-Paket, dem Sicherheits-Paket, dem Performance-Paket, dem Veloce Interieur-Paket, abgedunkelten Heckscheiben, schwarzen Fensterrahmen und der Perla Lunar Metallic-Lackierung verwöhnt.

Extras erhöhen den Preis deutlich

Der Gesamtpreis summiert sich damit auf 64.378,- Euro und unterstreicht den Premium-Anspruch der Giulia sehr deutlich.

Genauso sportlich wie die Karosserie zeigt sich der Innenraum, der zudem mit viel Luxus aufwarten kann. Schon auf den ersten Blick gefällt das Interieur mit den konturiert geschnittenen Sportsitzen mit Lederbezug, dem Alu-Dekor und einer gediegenen Materialwahl.

Die Verarbeitung ist so perfekt wie in deutschen Premium-Produkten, zudem hat Alfa viel Liebe zum Detail gezeigt.

Der Start/Stopp-Knopf im griffigen Lederlenkrad gefällt dabei ebenso wie die liebevolle Gestaltung der Konsole zwischen den Vordersitzen, die sich im neuen Modelljahrgang etwas abgeändert zeigt.

So ist der Schalter für die elektronische Handbremse neben den Schaltknauf gewandert, und dadurch ist vor der Mittelarmlehne noch Platz für eine induktive Lademöglichkeit frei geworden.

Auch das Infotainmentsystem hat ein Update bekommen und ist jetzt deutlich einfacher zu bedienen. Es verfügt auch über eine modernere Menü- und Navikarten-Darstellung.

Nach vielen Testfahrzeugen mit voll digitalem Tacho sind auch die klassischen Armaturen der Giulia wieder eine schöne Abwechslung. Sie haben deutlich mehr Stil als die meisten Digitaltachos und passen vom Design sehr zum sportlichen Charakter des Fahrzeugs.

Einfache Bedienung

Auch die Bedienung aller Funktionen ist gut gelöst, einzig die wirklich etwas zu groß dimensionierten Schaltwippen hinter dem Lenkrad sind sehr störend. Die Knöchel der Finger haben oft unfreiwilligen und schmerzhaften Kontakt mit ihnen, da sie zu knapp und voluminös zwischen Lenkrad und Hebel für Blinker und Scheibenwischer positioniert sind.

Dies ist aber auch der einzige Kritikpunkt beim Cockpit. Das Platzangebot zeigt sich der Klasse entsprechend ausreichend groß, aber natürlich dennoch sportlich geschnitten. Die Sitze selbst sind ein Traum und verfügen in alle Richtungen über einen großen Verstellbereich.

Das Kofferraumvolumen ist mit 480 Litern Fassungsvermögen ebenfalls im Schnitt der Klasse angesiedelt.

Dem Charakter des Fahrzeugs entsprechend sollte sich auch die Motorisierung von einer eher sportlichen Seite zeigen.

Für unseren Test haben wir den 2,0 Liter-Benzinmotor mit einer Leistung von 200 PS (147 kW) gewählt, der bei 1.750 U/Min ein maximales Drehmoment von 330 Nm liefert.

Was sich am Papier schon gut liest, zeigt sich in der Praxis von einer noch besseren Seite. Der Motor wirkt in jeder Situation sehr agil, und es ist egal, ob man von 0 auf 100 km/h sprintet, oder ein Überholmanöver einleitet, man hat immer viel Kraft zur Verfügung.

Es ist dabei ganz egal ob, man im normalen Fahrmodus oder im Sportmodus unterwegs ist. Im Sportmodus wird die Kraft jedoch nochmals geschärft zur Verfügung gestellt.

Sehr gute Fahrleistungen

Dann sprintet man in nur 6,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h, und der Vorwärtsdrang endet erst bei 235 km/h. Die 8-Gang-Automatik harmoniert dabei perfekt mit dem Motor, und die Schaltvorgänge sind blitzschnell und sehr sanft.

So merkt man oft kaum, wenn in den nächsten Gang geschaltet wird, vor allem da man die Leistung wirklich ohne Unterbrechung zur Verfügung gestellt bekommt.

Eine Klasse für sich ist die überaus direkte Lenkung, die den Fahrspaß weiter erhöht. Vor allem auf kurvigen Straßen macht die Giulia unendlich viel Spaß.

Durch die adaptive Dämpfung liegt das Fahrzeug auch perfekt auf der Straße, bleibt aber dennoch komfortabel genug, so dass man am liebsten nicht die Autobahnabfahrt nach Hause nimmt, sondern weiter ans Meer nach Italien fahren möchte.

Trotz aller Sportlichkeit bliebt es im Innenraum immer flüsterleise, die Giulia verfügt über eine perfekte Dämmung und kann hier sogar die deutsche Premiumkonkurrenz hinter sich lassen.

Einzig beim Verbrauch hat der flotte Italiener nicht gehalten, was das Werk verspricht. Um auf die 7,5 Liter pro 100 Kilometer zu kommen, muss man ständig im Eco-Modus und unter Verzicht auf jeglichen Fahrspaß unterwegs sein.

Wir haben zwar versucht, nicht immer die sportliche Seite des Alfas auszukosten, sind aber dennoch auf einen Durchschnittsverbrauch von 9,5 Liter pro 100 Kilometer gekommen. Sparmeister ist die Giulia damit nicht gerade, der Titel „Spaßmacher“ kann dafür aber verliehen werden.

Sicherheitsausstattung auf hohem Niveau

Auch die Sicherheitsausstattung zeigt sich sehr solide und bietet so gut wie alles, was man derzeit in dieser Klasse gewohnt ist. Lediglich dass statt LED-Scheinwerfern noch Bi-Xenon-Scheinwerfer an Bord sind, hat uns doch etwas gewundert.

Aber italienische Autos waren schon immer für kleine Schrulligkeiten bekannt, so kann man die kleinen Mankos der Giulia auch verzeihen, immerhin wird man mit viel Fahrspaß und einer sehr luxuriösen Ausstattung verwöhnt.

In unserem Test hat sich der Alfa Romeo auf jeden Fall von einer sehr interessanten Seite gezeigt. Er hebt sich von der deutschen Premium-Konkurrenz vor allem durch sein Design und den Fahrspaß, den er bietet, ab. Hinzu kommen der italienische Charme und eine luxuriöse Ausstattung.

Was uns gefällt:

das Design, die Ausstattung, die Leistungsentfaltung des Motors, der Fahrspaß, die 8-Gang-Automatik, die vielen netten kleinen Details im Innenraum

Was uns nicht gefällt:

das Platzangebot im Fond, die zu großen und ungünstig positionierten Schaltwippen

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 3
Kofferraum: 3
Ablagen: 2-
Übersichtlichkeit: 2

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