Audi RS4 Avant Testbericht

(18.01.2013) Der Audi RS4 Avant vereint die Fahrleistungen eines Sportwagens mit dem praktischen Nutzen eines Familienkombis. Wir haben den schnellen Kombi zum Test geladen.

Die A4 Avant-Baureihe von Audi ist als braver Premium-Mittelklasse-Kombi bekannt, als RS4 Avant verwandelt sich der praktische Kombi aber zum Hochleistungssportler mit Fahrspaß ohne Ende.

Optisch erkennt man den schnellsten Serien-A4 Avant aller Zeiten an einer geänderten Front- und Heckschürze, der dezenten Kotflügelverbreiterung und Seitenschwellern. Vor allem das Heck mit den zwei großen Auspuffendrohren und dem Diffusor wirkt sehr imposant.

Dennoch fallen die Änderungen recht dezent aus, und der RS4 Avant trägt seine Leistung, vor allem in der Daytonagrau-Perleffekt-Lackierung, nicht ganz so protzig zur Schau, so dass er seinem Premium-Anspruch weiter gerecht bleibt. Mit seiner bulligen Frontpartie ist er aber noch immer sehr gut geeignet, die linke Fahrspur der Autobahn zu räumen.

Unter der Motorhaube schlummert ein 4,2 Liter V8 Saugmotor mit einer Leistung von 450 PS (331 kW). Das maximale Drehmoment von 430 Nm steht zwischen 4.000 und 6.000 U/Min zur Verfügung. Werden die 450 Pferde per Knopfdruck zum Leben erweckt, quittieren sie das gleich einmal mit einem freudigen und sehr tiefen Donnergrollen, welches der näheren Umgebung klar macht, dass da gleich die Post abgehen wird.

Mit einem äußerst satten V8-Klang marschiert der schnelle Kombi dann in 4,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 250 km/h elektronisch abgeregelt, auf Wunsch gibt es auch eine Erhöhung auf 280 km/h.

Die besten Beschleunigungswerte erzielt man, wenn man via Drive Select-Schalter den "Dynamic"-Modus wählt. Lenkung, Gaspedalkennlinie, Schaltzeitpunkte der 7-Gang-S tronic und Motorsteuerung werden dann auf optimale Leistungsausbeute getrimmt.

Bei einem beherzten Tritt aufs Gaspedal werden die Passagiere dann in die bequemen Sportsitze gepresst, und der RS4 Avant sprintet pfeilschnell davon. Jeder Meter wird dabei von dem klangvollen V8 kommentiert, und je höher der Drehzahlmesser klettert, umso kräftiger wird der Sound, der durchaus das Zeug dazu hat, süchtig zu machen.

Sehr schön ist auch das Zwischengas beim Zurückschalten, welches sich zu unserer großen Überraschung noch zwischen den äußerst schnellen und sanften Gangwechseln der 7-Gang S tronic Platz ausgeht. Ändert man dann den Modus von "Dynamic" auf "Comfort", bleibt der RS4 Avant eine Spur ruhiger, dennoch merkt man auch hier, dass er ganz auf Sportlichkeit getrimmt ist.

Fahrwerk und Federung sind selbst im Comfort-Modus noch äußerst straff und melden jede Unebenheit an die Passagiere weiter. Dafür liegt der mit einem permanenten Allradantrieb ausgerüstete RS4 Avant wie ein Brett auf der Straße und fährt wie auf Schienen, selbst bei schnell aufeinander folgenden engen Kurven. Die optionale Dynamiklenkung unseres Testfahrzeugs sollte dabei auf jeden Fall gewählt werden, wenn man den absoluten Fahrspaß dieses Autos auskosten möchte.

Man hat beim RS4 Avant zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass man mit einem Familienkombi unterwegs ist, bis man in den Rückspiegel schaut und die Weiten des Innenraums bemerkt, die den RS4 von einem reinrassigen Sportwagen unterscheiden. Die Passagiere finden im RS4 das gleiche Platzangebot wie in jedem anderen A4 Avant auch inkl. dem 490 Liter großen Kofferraum, der auf bis zu 1.430 Liter erweitert werden kann.

Optisch präsentiert sich der Innenraum aber selbstverständlich auch so sportlich wie sich der RS4 Avant gibt. Das griffige Lederlenkrad und die RS4-Armaturen zeugen in Kombination mit den Zierelementen in Alu-Optik und den RS4-Sportsitzen für einen äußerst sportlichen Touch im Innenraum.

Bei der Bedienung gibt es ebenfalls nichts auszusetzen, alle Funktionen lassen sich intuitiv und einfach bedienen. Lediglich die Steuerung des Bordcomputers über dem Scheibenwischerhebel zeugt davon, dass die Baureihe schon etwas in die Jahre gekommen ist; die neuen Audi-Modelle haben die dafür nötigen Tasten schon griffgünstig im Lenkrad untergebracht.

Besonders positiv hervorheben kann man dafür die Sportsitze, die wirklich perfekten Halt bieten und äußerst bequem sind. Mit der verstellbaren Schenkelauflage finden Personen aller Größen eine für sie passende Sitzlänge vor.

Nachdem der RS4 Avant einen praktischen Kombi und einen Sportwagen in sich vereint, ist er auch preislich in einer Region, die beides verbindet. Der Listenpreis des RS4 Avant 4,2 FSI quattro liegt bei 96.560 Euro und lässt sich noch leicht nach oben treiben, wenn man ihn so wie unseren Testwagen vor der Tür stehen haben möchte.

Zum Listenpreis addieren sich dann zum Beispiel noch ein adaptive light, ein Anfahrassistent, das Bang&Olufsen Soundsystem, Dekoreinlagen in Aluminum Race, eine Einparkhilfe plus mit Rückfahrkamera, ein Tempomat, eine 3-Zonen-Klimaautomatik, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, Leder Feinnappa mit Biese, das MMI Navi, 20"-Leichtmetallräder und noch einige Kleinigkeiten mehr. Der Gesamtpreis unseres Testautos liegt mit allen Extras bei 114.553,82 Euro. Hinzu gesellen sich dann noch etwas höhere Spritkosten, die anfallen, wenn man die Leistung des FSI-Motors auskosten möchte.

Laut Werk soll man mit 10,7 Liter über die Runden kommen, im Schnitt sollte man aber schon zwischen 13 und 14 Liter einrechnen, wenn man denn auch die Leistung des Fahrzeugs ab und zu spüren möchte. Doch sind wir mal ehrlich: Wer über 100.000 Euro für ein Auto ausgibt, für den ist der Verbrauch auch nur Nebensache.

Mit dem Audi RS4 Avant bekommt man auf jeden Fall ein sensationelles Auto vor die Türe gestellt, welches ganz auf Fahrspaß pur getrimmt ist und unendlich viel Fahrfreude bietet. Der Sound und die Leistung des V8 Motors sowie die sportliche Ausstattung im Innenraum lassen das Herz jedes Autofans höher schlagen.

Was uns gefällt:

der Sound des V8, die Fahrleistung, die Sportlichkeit, die Sportsitze

Was uns nicht gefällt:

dass man mit diesem Auto nur sehr schwer die Tempolimits einhalten kann

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum: 2
Ablagen: 1-
Übersichtlichkeit: 1-

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