Testbericht: Der neue BMW X3

(09.03.2018) Die dritte Generation des BMW X3 ist noch näher an den X5 heran gerückt. Wir verraten im folgenden Test, wie sich der neue X3 im Alltag bewährt.

Seit 2003 hat BMW mehr als 1,5 Millionen Exemplare des X3 verkauft. Ende 2017 ist die dritte Generation des Mittelklasse-SUV auf den Markt gekommen. Zu erkennen ist das neue Modell an der sportlicher gestalteten Frontpartie, die auf Wunsch auch Voll-LED-Scheinwerfer zieren, und einem deutlich harmonischeren Heck mit neuen LED-Rückleuchten. Auf den ersten Blick wirkt der X3 jetzt wie eine dynamischere Version des X5, ist aber doch deutlich günstiger zu haben.

Wir haben für unseren Test das vorläufige Einstiegsmodell gewählt, den X3 xDrive 20d, der mit 190 PS (140 kW) schon genug Leistung vorweisen kann. Der Listenpreis liegt bei 50.600 Euro und umfasst eine solide Grundausstattung. Unter anderem gibt es schon eine 8-Gang-Automatik, 18"-Alufelgen, einen Fernlichtassistent, eine Klimaautomatik, das Radio BMW Professional und noch vieles mehr.

So richtig luxuriös wird der X3 aber nur mit einer langen Liste an Optionen, die unser Wohlbefinden an Bord deutlich gesteigert haben. Unser Testfahrzeug erfreute noch mit Ledersitzen, der M Sport Ausstattung, der dynamischen Dämpfer Control, dem Österreich-Paket, dem Business Paket Plus, dem Innovations-Paket, dem Komfort-Paket, Lenkradheizung, einem Panorama-Glasdach, Sonnenschutzverglasung, einer Instrumententafel in Sensatec, Sitzheizung vorne und hinten, Galvanikapplikationen für die Bedienelemente, Standheizung, dem Driving Assistant Plus, dem Parking Assistant Plus, dem HiFi Lautsprechersystem und der Apple Car Play Vorbereitung. Der Gesamtpreis summiert sich damit auf 79.820 Euro, lässt aber auch keine Wünsche mehr unerfüllt.

Im modern gestalteten Innenraum fühlt man sich auf jeden Fall auf Anhieb sehr wohl. Der Mix aus cognacfarbigen Ledersitzen sowie Türverkleidungen und Dekoreinlagen im Alu-Look lässt den Innenraum sehr luxuriös und sportlich zugleich wirken. Das neue Cockpit-Design gefällt mit einer noch einfacheren Bedienung und wirklich wunderschön gestalteten Tasten, die dem Premium-Anspruch von BMW mehr als gerecht werden. Gut ablesbar sind auch die digitalen Armaturen und der große Touchscreen, der natürlich auch via iDrive-Dreh/Drück-Schalter bedient werden kann. Auch die Darstellung der Navi-Karten und die Menüführung können überzeugen.

Der X3 lässt sich so individuell konfigurieren, dass man schon einiges an Zeit mitbringen sollte, um das Fahrzeug so einzurichten, wie man es gerne möchte. Es stehen dabei für jeden Fahrer Fahrprofile zur Verfügung. Die Möglichkeiten der individuellen Einstellungen reichen von der Sitzeinstellung bis zur Beleuchtung oder der Klimatisierung und dem gewünschten Radiosender. 

Sehen lassen kann sich auch das Platzangebot im neuen X3, das jenem im X5 um nichts mehr nachsteht. Selbst in der zweiten Reihe hat man noch viel Raum, und das Kofferraumvolumen ist mit 550 bis 1.600 Litern Fassungsvermögen ebenfalls sehr großzügig bemessen.

Wer bezüglich des 2,0 Liter 4-Zylinder-Dieselmotors skeptisch ist, sollte dem Aggregat im Rahmen einer Probefahrt durchaus mal eine Chance geben. Der 190 PS (140 kW) starke Motor liefert zwischen 1.750 und 2.500 U/Min ein maximales Drehmoment von 400 Nm und fühlt sich schon vom Start weg äußerst kraftvoll an. Wer den Fahrerlebnisschalter im Normal-Modus hat, erlebt schon wirklich gute Fahrleistungen und einen wunderbar ruhigen Motorlauf. Wer im X3 sitzt, kann sicher nicht sagen, ob nun ein 4- oder 6-Zylinder unter der Haube schlummert, so leise und ruhig ist es im Innenraum. Das ändert sich auch nicht bei Autobahntempo, wo der X3 noch immer sehr leise bleibt.

Nach wie vor keinen Grund für Kritik bietet die wunderbare 8-Gang-Automatik, die mit schnellen und fast unmerkbaren Schaltvorgängen verwöhnt. Man hat wirklich zu absolut keinem Zeitpunkt das Gefühl, untermotorisiert zu sein. Wer eine noch sportlichere Gangart pflegt, kann in den Sport-Modus wechseln, wo nicht nur die Tacho-Anzeige rot gefärbt wird, sondern auch alle Systeme nochmals ungeahnte Kraftreserven mobilisieren. Der Motor spricht noch giftiger an, und die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h wird in 8,0 Sekunden erledigt. Wer möchte, ist bis zu 213 km/h schnell.

Beeindruckend ist dabei aber auch, mit welchem Elan der X3 auch aus mittleren Geschwindigkeitsbereichen noch wie von der Tarantel gebissen los sprintet, wenn man beherzt aufs Gaspedal steigt. Sehr gut zum luxuriösen Auftritt passt die komfortable Abstimmung des X3, mit dem man auch weite Strecken völlig stressfrei absolvieren kann, was auch an den hervorragenden Sitzen liegt. Dennoch vermittelt der X3 jederzeit einen perfekten Kontakt zur Straße, was auch dem xDrive Allradantrieb zu verdanken ist. Dieser regelt die Kraftverteilung so perfekt, dass man bei jeder Witterung absolut sicher unterwegs ist. Gerade bei den winterlichen Bedingungen während unserer Testzeit hat sich der X3 sehr gut bewährt.

Natürlich kommt die Fahrfreude nicht zu kurz, der X3 lässt sich dank der äußerst direkten Lenkung sehr agil bewegen und macht in jeder Kurve viel Freude. Man würde nie glauben, in einem SUV zu sitzen, so souverän lässt sich der 470,8 cm lange SUV durch Kurven zirkeln. An den vom Werk angegebenen Verbrauch von 5,4 Litern kommt man zwar auch im EcoPro-Modus nicht heran, wir waren mit den 7,4 Litern pro 100 Kilometer, die wir im Testzeitraum erzielt haben, aber durchaus zufrieden.

Sehr zufrieden kann man auch mit der Sicherheitsausstattung sein, sowohl der adaptive Tempomat mit Stauassistent, als auch die anderen Systeme arbeiten sehr zuverlässig. Ein Highlight sind die adaptiven LED-Scheinwerfer, die bei Nacht die Straße taghell erleuchten, ohne den Gegenverkehr zu blenden.

Die dritte Generation des BMW X3 ist wirklich in jedem Bereich nochmals deutlich besser als der Vorgänger, und der war schon sehr gut. Das schöne Ambiente und die luxuriöse Ausstattung machen den X3 in Kombination mit dem Allradantrieb für Vielfahrer sehr interessant. Auch mit dem 4-Zylinder Diesel wird man dabei sehr glücklich. Es macht sicher mehr Sinn, das Geld in die Ausstattung, statt in mehr Leistung zu investieren, wenn man sich für eines von beiden entscheiden muss.

Was uns gefällt:

das Design, die luxuriöse Ausstattung, das Navi, der Fahrkomfort, die Fahrleistungen, die Automatik

Was uns nicht gefällt:

dass es eigentlich nichts zu Nörgeln gibt…

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

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