Testbericht: Citroen Grand C4 Picasso

(15.03.2016) "Willkommen an Bord!" So könnte die Begrüßung unseres Kapitäns lauten, würden wir nicht selbst das Steuer des Grand C4 Picasso in die Hand nehmen. Lust auf eine Spritztour?

Doch wir nehmen gleich eines vorweg: Diese Spritztour kann länger dauern, denn hat der Franzose einen einmal in seinen Bann gezogen, möchte man vieles - nur nicht mehr aussteigen. Wir haben für Sie den BlueHDi 150 PS-Motor diesmal in Kombination mit 6-Gang-Automatik in der Topausstattung "Exclusive" getestet. In dieser Variante kostet der Citroen 36.450 Euro. Dafür erhält der Käufer aber einiges an brauchbaren Komfort- und Sicherheitsfeatures zusätzlich zum typisch französischen individualistischen Flair.

Die "Exclusive"-Ausstattung bestückt den C4 unter anderem mit LED-Tagfahrlichtern und 3D-LED-Heckleuchten, einer motorisierten Heckklappe, Lüftungsdüsen für die 3. Reihe und abgedunkelten Scheiben hinten und seitlich ab B-Säule. Licht- und Regensensoren sowie Parksensoren vorne und hinten erhöhen ebenfalls den Komfort. Den Überblick über wichtige Informationen behält man mittels zwei geteilter Displays als Armaturenanzeige. Berganfahrhilfe und die Citroen Connect Box mit Notrufsystem bieten im Grand C4 Picasso ein großes Plus an Sicherheit. Zusätzlich gibt es noch einen Toten-Winkel- und Notbrems-Assistenten.

Als Optionen kommen bei unserem Testfahrzeug die zusätzliche dritte Sitzreihe hinzu, die für ausflugsfreudige Familien mit Großelternanbindung oder Vereinsambitionen einfach sekundenschnell aufgeklappt und wieder verstaut werden kann, weiters die mitlenkenden BI-Xenon-Scheinwerfer und das Assistenzpaket-Plus mit unter anderem einer 360°-Kamera und Parkassistenten.

Nicht zu vergessen sind der CD-Player im Handschuhfach und die Mokka-Grau-Metalliclackierung, die die Sonderausstattungsliste bei unserem Testfahrzeug komplettieren und den Käufer mit 39.612 Euro leichter, dafür aber mit einem Allroundtalent mehr in der Garage die Verkaufshallen verlassen lässt.

Mit dem Schlüssel in der Tasche gewährt einem der Franzose den Zutritt. Erst einmal Platz genommen, fühlt man sich sofort wohl. Die Sitze sind gut gepolstert, und besonders die Vordersitze verfügen über wahrlich luxuriösen Komfort. Diese sind Teil des serienmäßigen Loungepakets. Fauteuilähnlich schmiegen sich die Sitze an den Körper an. Der Beifahrersitz wurde mit einer elektrischen Fußstütze ausgestattet - Massage inklusive (sogar für den Fahrer)! So überlegt man sich zweimal, ob man nicht doch lieber das Fahren jemand anderem überlässt.

Sitzheizung gibt es jedoch bei den Stoffsitzen mit Lederapplikation nicht. Hier muss man das Lederpaket ordern, was wir schade finden. Doch auch im Fond kann man am komfortablen Luxus teilhaben. So bieten die Rücklehnen der Vordersitze beleuchtete Klapptischchen sowie eine Tasche. Die drei einzelnen Sitze (alle ISOFIX-gerüstet) lassen sich längs verschieben und bieten so genügend Platz für die ganze Familie. Beschließt man das Auto doch zu siebent zu nützen, sind Geschicklichkeit und Flexibilität gefragt.

In der dritten Reihe empfiehlt es sich, nur Kinder oder zart gebaute Erwachsene Platz nehmen zu lassen. Außerdem muss man beachten, dass mit voller Belegung der Stauraum auf 170 Liter schrumpft. Somit ist die Vollbelegung sicherlich für den Grand C4 Picasso nicht wirklich eine Dauerlösung, aber hervorragend für gelegentliche Touren.

Der große Blickfang im Innenraum des Franzosen ist das 12-Zoll-Multifunktionsdisplay, welches das klassische Armaturenbrett hinter dem Lenkrad ersetzt. Per Lenkradsteuerung kann man das Display entweder Tachometer und Co., Navigation und Multimedia oder Fotos anzeigen lassen. Das kleinere 7-Zoll -Touchdisplay unten zeigt ebenfalls die Navigation sowie die Einstellungen von Radio und Telefon an. So sieht das gesamte Amaturenbrett nicht nur sehr futuristisch, sondern auch sehr edel aus. Überhaupt wirkt das gesamte Interieur sehr exklusiv und hochwertig. Die große Frontscheibe kann durch Sonnenblenden, die hinunter gezogen werden können, verkleinert werden. Somit ist man als Fahrer stets vor Blendung durch die Sonne geschützt.

In Sachen Stauraum kann sich der Grand C4 Picasso durchaus mit den Mitbewerbern seiner Klasse messen, da man den Stauraum darauf anpassen kann, ob man mehr Fahrgäste oder mehr Gepäck befördern möchte. Seine Kapazitäten reichen von 170 Litern bis hin zu 1843 Litern, wenn alle Sitze umgeklappt sind. Besonders praktisch finden wir die Taschenlampe an der Seite des Gepäckraums.

Obwohl der C4 über eine geteilte A-Säule und große Fensterflächen verfügt, wird man seine Parksensoren sehr zu schätzen lernen. Unser Testfahrzeug wurde mit einem Parkassistenten optimal ausgerüstet, der durch Anzeigen des Blinkers eine geeignete Lücke für den Citroen findet und das Einparkmanöver eigenständig durchführt. Selbstverständlich schafft es der Assistent auch in schräge Parklücken. Wer selbst beim Ausparken kein Risiko eingehen möchte, der kann sich dabei ebenfalls unterstützen lassen. Hierbei darf man sich aber nicht blind auf den Computer verlassen (sollte man ohnehin nie) sondern muss rechtzeitig eigenständig den Retourgang einlegen.

Motorisch wurde der Citroen mit dem stärksten verfügbaren Zwei-Liter-Dieselaggregat ausgestattet. Dieses verfügt über 150 PS. Mit seinem maximalen Drehmoment von 370 Nm ab 2.000 Umdrehungen nimmt man dem Franzosen die Kraft durchaus ab. So beschleunigt der Van trotz seines Eigengewichtes von 1.635 kg in 10,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Im Alltag geht dies nicht ganz leise über die Bühne, da die Sechsgang-Automatik im Kick-Down den Motor ziemlich aufheulen lässt. 207 km/h gibt der Hersteller als Höchstgeschwindigkeit an. Ansonsten schaltet die Automatik zügig und im Wesentlichen unbemerkt. Wer möchte, kann per Schaltpaddels am Lenkrad die Gänge wechseln. Da sich der - unserer Ansicht nach etwas filigrane - Gangwahlhebel hinter dem Lenkrad befindet, ist zwischen den beiden Vordersitzen Platz für viel Stauraum.

Die Lenkung des Grand C4 Picasso ist relativ straff und zeichnet sich durch gutes Ansprechverhalten aus. Bei einer Länge von etwas mehr als 4,5 Metern und einer Breite von 1,82 Metern lässt er sich erstaunlich gut manövrieren. Auch das Fahrwerk passt hervorragend. Den Verbrauch von 4,3 Litern Diesel im Drittelmix laut Hersteller erreichten wir während unserer Testzeit nicht. Bei uns bewegte sich die Anzeige in einem Bereich von 6,5 bis 7,2 Litern mit vorwiegendem Stadtbetrieb.

Der Grand C4 Picasso ist ein idealer Reisebegleiter für jene Familien, die flexibel ihr Fahrzeug nutzen wollen. Dazu passen Motor und Getriebe perfekt, wenn einen das Aufheulen des Motors beim Kick-Down nicht stört. Auch wenn knapp 40.000 Euro vielleicht ein wenig das Ersparte strapazieren, es gibt dafür viel französischen Chic mit einigen Raffinessen, die man nicht missen möchte.

Was uns gefällt:

Motorleistung, Innenraumkonzept, 7 Sitze

Was uns nicht gefällt:

Filigraner Gangwahlhebel, Aufheulen des Motors beim Kick-Down

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1 (5 Sitzer)
Ablagen: 1-
Übersichtlichkeit: 2

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