Citroen Grand C4 Picasso Testbericht

(02.05.2014) Der Grand C4 Picasso ist die zweite Version des neuen C4 Picasso und zeigt sich in unserem Test in Kombination mit dem BlueHDi 150 als großer Familienfreund.

Die neue Generation des Grand C4 Picasso wirkt ebenso futuristisch wie der kleinere C4 Picasso. Während die Frontpartie bei beiden Modellen gleich ist, sind die Heckansichten sehr unterschiedlich. Der Grand C4 Picasso zeigt mit dem steileren Heck auch optisch seine Ladequalitäten und hat auch ein komplett anderes Heckleuchtendesign, welches sehr elegant wirkt.

Für unseren Test haben wir den Grand C4 Picasso mit dem neuen BlueHDi 150 Dieselmotor und der hochwertigen Exklusive-Ausstattung gewählt. Beim Listenpreis von 34.850 Euro lässt der praktische Van kaum noch Wünsche offen und bietet schon ABS, ESP, sechs Airbags, den AFIL-Spurassistenten, ein automatisches Fernlicht, einen Notbremsassistent, einen Toter-Winkel-Warner, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, eine Einparkhilfe vorne und hinten, LED-Tagfahrlicht und LED-Rückleuchten, eine 230V-Steckdose, ein Navigationssystem mit Touchscreen, einen Parfumspender, ein "Bituner"-Audiosystem mit 6 Lautsprechern, einen 12"-Panoramabildschirm inkl. Jukebox, sowie das Lounge-Paket mit Stoff/Ledersitzen und Massagefunktion vorne.

Optional hatte unser Testfahrzeug noch eine Metallic-Lackierung, 18"-Leichtmetallfelgen, einen CD-Player im Handschuhfach, beheizbare Vordersitze und eine 3. Sitzreihe. Der Gesamtpreis klettert damit auf 37.039,50 Euro.

So futuristisch das Außendesign ist, so futuristisch geht es dann auch im Innenraum zu. Das 12" große Zentraldisplay in der Mitte der Armaturenlandschaft beherbergt die Anzeige für Tacho, Drehzahlmesser, Rückfahrkamera und Bordcomputer. Bei der Darstellung kann der Fahrer dabei aus verschiedenen Design-Themen wählen, ganz nach Geschmack und Laune.

In der Mitte unterhalb der Lüftungsdüsen befindet sich ein weiteres 7"-Display, welches als zentrale Bedieneinheit fungiert. Der Grand C4 Picasso kommt dadurch fast ganz ohne Knöpfe aus, da vom Radio über die Navigation bis hin zur Klimatisierung alles über das 7"-Touchscreen Display gesteuert wird. Das ist zwar am Anfang recht ungewohnt, jedoch findet man sich schnell zurecht und gewöhnt sich mit der Zeit an die neue Bedienlogik. Die Zurückhaltung an Knöpfen ist den Technikern dann leider beim Lenkrad nicht mehr geglückt, hier finden sich mehr Tasten als sonst im gesamten Fahrzeug, was recht oft für Verwechslungen sorgt.

Sehr großzügig ausgefallen ist das Platzangebot des Grand C4 Picasso, vor allem, wenn man nur zu fünft unterwegs ist. Dann stehen 645 Liter Stauraum zur Verfügung, und die Fondpassagiere haben noch immer viel Kniefreiheit. Schiebt man die Sitzbank weiter nach vorn, bietet der Kofferraum sogar 704 Liter Platz. Etwas enger wird es, wenn man alle sieben Sitze nützen möchte. Diese klappen mit einem einfachen Handgriff aus dem Fahrzeugboden hervor, lassen dahinter aber nur noch 170 Liter Stauraum frei.

Zudem ist der Zugang in die dritte Reihe nur für gelenkige Personen zu empfehlen, die auch nicht zu groß sein sollten, um bequem Platz zu haben. Seine familienfreundliche Auslegung zeigt der Grand C4 Picasso aber durch die großen Fensterflächen und die unzähligen und auch sehr geräumigen Ablagen. Auch die verwendeten Materialien machen einen guten Eindruck, die zweifarbige Gestaltung von Armaturen, Sitzen und Türverkleidung sorgt zudem für einen eleganten Touch.

Sehr gut passt auch der neue BlueHDi mit 150 PS (110 kW) zum französischen Van. Sein maximales Drehmoment von 370 Nm liefert der Motor bei 2.000 U/Min, doch bereits darunter ist das Triebwerk sehr lebendig. In nur 9,8 Sekunden sprintet der Grand C4 Picasso aus dem Stand auf Tempo 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 210 km/h.

Das manuelle 6-Gang-Getriebe lässt sich leicht schalten und verfügt über eine sehr gute Abstimmung. Die Gänge sind dabei eher länger übersetzt, wodurch man auch bei hohem Autobahntempo noch sehr leise unterwegs ist. Überhaupt hat Citroen bei der Geräuschdämmung ganze Arbeit geleistet, und der große Van macht so auch auf Langstrecken viel Freude.

Auch der Verbrauch stimmt beim neuen Dieselmotor. Die vom Werk angegebenen 4,3 Liter sind zwar kaum realisierbar, ohne zur Wanderbaustelle zu mutieren oder den Windschatten der LKWs zu nutzen, unser Testverbrauch von 5,8 Liter geht aber für den gebotenen Fahrspaß und die Fahrzeugkategorie voll in Ordnung.

Neben dem agilen Motor kann der Grand C4 Picasso auch mit einer sehr harmonischen Fahrwerks- und Federungsauslegung glänzen. Auf der einen Seite bietet der Van viel Komfort und filtert Bodenunebenheiten gekonnt weg, auf der anderen Seite liegt er für einen Van auch sehr gut auf der Straße. Selbst in schnellen Kurven hat man nie das Gefühl zu kippen, wie es bei so hoch gebauten Fahrzeugen sonst oft der Fall ist.

Ein Highlight des Grand C4 Picasso ist auch die Lenkung, die nicht nur sehr leichtgängig und direkt ist, sondern auch einen wirklich guten Wendekreis ermöglicht. Der 459,7 cm große Van ist nämlich wesentlich wendiger, als man aufgrund der Größe glauben solle.

Nicht überzeugen konnte hingegen der aktive Tempomat mit Abstandsradar, der leider nicht über einen aktiven Bremseingriff verfügt. Während bei anderen Systemen auch autonom abgebremst wird, nützt der Tempomat im Citroen nur die Motorbremswirkung, um die Geschwindigkeit zu vermindern. Reicht das nicht aus, schaltet sich der Tempomat einfach ab und überlässt den Fahrer seinem Schicksal. Hier sollte Citroen eindeutig nachbessern.

Das ist aber auch schon das Einzige, was man dem Grand C4 Picasso wirklich vorwerfen kann. Der Van bietet ein fürstliches Platzangebot, eine gute Ausstattung und vor allem einen Fahrkomfort, den man sonst nur von Luxuslimousinen gewohnt ist. Der neue BlueHDi kann zudem mit einem spritzigen Antritt bei sparsamem Verbrauch überzeugen, wer möchte, kann dieses Triebwerk sogar mit einer Automatik kombinieren.

Was uns gefällt:

der Fahrkomfort, die komplette Ausstattung, das Preis/Leistungsverhältnis, der Motor

Was uns nicht gefällt:

dass der aktive Tempomat nicht so aktiv ist, wie er es ein sollte, das überladene Lenkrad

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1-
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1

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