Testbericht: Fiat Panda Cross TwinAir85 4×4

(04.01.2022) Knuffig wie das tierische Vorbild. Weshalb wir den Panda Cross trotz seiner puristischen Ausstattung rasch in unser Herz geschlossen haben, lesen Sie hier.

Fiat hat seit 40 Jahren den Panda in seiner Produktpalette, und auch sein aktuelles Modell findet seine Fans. Hauptausschlaggebend dafür ist sein Design. Der kleine Hochbeiner, in unserem Falle die Cross-Variante mit einem Plus mehr an Offroad-Styling, sieht nicht nur modern aus, es gibt ihn auch in einer Vielzahl an bunten Farben.

Und so geht es uns am Parkplatz wie vor dem Gehege im Tiergarten: der Panda zieht die Blicke auf sich. In der Cross-Ausstattung hat Fiat ihm nicht nur silberfarbene Offroad-Stoßfänger für den bulligen Auftritt in Kombination mit zwei roten Abschlepphaken verpasst. Er besitzt darüber hinaus eine silberfarbene Dachreling und ebensolche Seitenschutzleisten. Zusammen mit der blaugrauen Lackierung (Ceramic-Blau) und den schwarz-silbernen 15 Zoll-Stahlfelgen ist unser Testfahrzeug zu allen Ausflügen bereit.

Dass diese nicht zwingend nur im urbanen Gefilde stattfinden müssen, dafür sorgen bei unserem Testfahrzeug 24 Grad Böschungswinkel vorne und 34 Grad hinten sowie 20 Grad Auffahrwinkel. Außerdem verfügt unser Panda Cross über einen permanenten Allradantrieb, der mittels Drive Mode Selector in der Mittelkonsole abgestimmt werden kann.

Ab Start befindet sich dieser im Auto-Modus, das heißt, das System verteilt automatisch die Kraft je nach Bedarf auf die Achsen. Dreht man den Schalter auf Offroad, so wird die Antriebskraft dank elektronischem Sperrdifferential auf jene Räder übertragen, die mehr Traktion besitzen. Der letzte Modus ist die sogenannte Gravity-Control, eine Bergabfahrhilfe für besonders steiles Gelände.

Für den Fiat Panda stehen grundsätzlich drei Motorisierungen zur Auswahl. Entscheidet man sich jedoch wie wir für einen Allrad, so gibt es den Panda 4×4 nur mit dem 85 PS starken TwinAir-Benziner. Der Kostenpunkt liegt in unserem Fall bei 22.090,- Euro. Hinzu kommen der Aufpreis für die Lackierung und das Winter-Paket, was den Preis auf 22.550,- Euro anhebt.

Im Fiat Panda gilt das Motto „kein unnötiger Schnickschnack“, und damit ist er für all jene der ideale Begleiter, die in den aufgemotzten technischen Assistenz-beladenen Bedienpaneelen mehr Fluch als Segen sehen.

Klar strukturierter Innenraum

Der Innenraum ist klar und übersichtlich strukturiert. Man setzte sogar die Leuchtweitenregulierung prominent unter das 7 Zoll-Multimedia-Touchdisplay, damit wirklich alle Einstellmöglichkeiten leicht zu erreichen sind.

Das Handschuhfach wird durch eine bequem vom Fahrersitz aus zu erreichende, große Ablage darüber erweitert. Hinter dem Display gibt es eine Rille, in die sogar ein Tablet hineinpassen würde. Wir verwenden diese aber als Handyablage, wenn wir unseres nicht per AndroidAuto an die Multimediaanlage koppeln und ein Navi benötigen.

Recycling wird immer wichtiger. So findet man in unserem Panda einen Beitrag dazu im Armaturenbrett, welches aus aufbereitetem Altholz gefertigt ist. Ebenso bestehen die Sitzbezüge aus teilweise recyceltem Material. Die Sitze selbst, vorne wie hinten, sind fest gepolstert und bieten einen leichten Seitenhalt. Der Fahrersitz ist höhenverstellbar und aufgrund des Winterpakets beheizbar. Letzteres gilt auch für die Windschutzscheibe und den Beifahrersitz.

Trotz einer Fahrzeuglänge von 3,7 m und eines Radstands von 2,3 m hat man im Innenraum gut Platz. Arrangiert man sich mit den Fahrern der ersten Reihe, gibt es genug Beinfreiheit im Fond. Der Panda Cross verfügt zwar über einen dritten Sitzplatz hinten, dieser wird aber wahrscheinlich nur in Notfällen zum Einsatz kommen.

Sehr praktisch fanden wir die geteilte Rückbank, die umgeklappt das Kofferraumvolumen von 225 Liter auf 870 Liter erhöht. Die Rückenlehnen sind auch nicht stoffbezogen, sodass man den Laderaum gut mit Freizeitequipment frisch aus dem Wald ohne langwierige Putzsitzungen bestücken kann.

Mittels klassischer Zentralverriegelung und Schlüssel im Zündschloss wird der Panda aus seinem Schläfchen gerissen und wir obendrein, denn der Zweizylinder mit seinen 875 Kubik Hubraum gibt ordentlich Laut, besonders wenn der Motor noch kalt ist.

Normal-Modus sorgt für mehr Spritzigkeit

Außerdem startet der Kleine sofort im ECO-Modus. Dieser ist mittels eines kleinen Schalters, der vor dem Schalthebel sitzt, deaktivierbar. Er kostet den Fiat einiges an Kraft, was für die kurze Fahrt zum Supermarkt nicht so ins Gewicht fällt. Will man sich aber zügig auf der Autobahn einreihen oder gar überholen, sind die knapp 8 PS und 45 Nm Drehmoment, die der Panda im Normalmodus mehr besitzt, gefühlt die Welt.

Die vollen 85 PS liefert unser Italiener bei 5.500 Umdrehungen, sein maximales Drehmoment erreicht er mit 145 Nm bei 1.900 Umdrehungen. Für den Alltag auf Kurz- und Mittelstrecken genau richtig. Sein Sechsgang-Schaltgetriebe könnte sich ein wenig präziser schalten lassen, wurde aber gut abgestimmt, sodass geschickte Gangwechsel für einen zügigen Vortrieb sorgen.

In 12,7 Sekunden erreicht der Panda die 100 km/h-Marke. Werksseitig hat man ihm bei 164 km/h die Grenze gesetzt, wobei wenn unser Tester einmal in Schwung kommt, dann gibt es nichts, was ihn aufhält (außer unsere Kontrollorgane). Weder störende Windgeräusche noch der Motor fallen akustisch ins Gewicht.

Für die richtige Langstreckentauglichkeit fehlt dem Fiat einzig der Tempomat, der auch nicht in der Optionsliste verfügbar ist. Sowohl das Fahrwerk als auch die Lenkung wurden sehr gut auf das Fahrzeug angepasst und bieten sogar auf schlaglochdurchzogenen Schotterstraßen hervorragenden Komfort. Selbstverständlich ist auch für den Panda die City-Funktion für eine noch leichtgängigere Lenkung verfügbar.

Sein Verbrauch mit rund sieben Litern im Durchschnitt könnte zwar in Anbetracht der Leistung etwas sparsamer ausfallen, jedoch haben wir weitgehend auf den Eco-Betrieb verzichtet, was vielleicht das eine oder andere Zehntel gespart hätte.

Wie eingangs erwähnt, teilt sich der Panda mit seinem tierischen Vetter in erster Linie seinen optischen Charme. Beide zählen nicht zu den Stärksten oder Schnellsten. Sie sind bekannt für ihre Ausgeglichenheit. Keine überfüllten Armaturenlandschaften und Konfigurationsmöglichkeiten, einfach Auto pur und damit ein idealer Weggefährte für Stadt und Land.

Was uns gefällt:

Optik, Geländetauglichkeit, Platzangebot

Was uns nicht gefällt:

ECO-Modus, rauer Motor

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1-
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 2
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum: 2
Ablagen: 1-
Übersichtlichkeit: 1

Tipp: Mehr Fiat News und Tests sowie die Fiat Händler in Österreich finden Sie hier.

Zum Öffnen der Fotogalerie mit allen 25 Fotos auf eines der Bilder klicken!

Die neuesten Auto-Tests

Citroen C4 Shine BlueHDi 130 EAT8 – Testbericht; Bildquelle: auto-motor.at/Stefan Gruber

Testbericht: Citroen C4 Shine BlueHDi 130 EAT8

Mit dem neuen C4 kehrt Citroen zu alten Tugenden zurück. Wir verraten in unserem Test, warum er sich wohltuend von anderen Kompaktfahrzeugen abhebt.
Weiterlesen

Polestar 2 Long Range Dual Motor – Testbericht; Bildquelle: auto-motor.at/Stefan Gruber

Testbericht: Polestar 2 Long Range Dual Motor

Mit dem Polestar 2 möchte die junge Marke auch in Österreich durchstarten. In unserem Test verraten wir, wie sich das Elektroauto im Alltag bewährt.
Weiterlesen

Volvo S60 T8 AWD Recharge Polestar Engineered – Testbericht; Bildquelle: auto-motor.at/Stefan Gruber

Testbericht: Volvo S60 T8 AWD Recharge Polestar Engineered

Der schnittige Volvo S60 hat jetzt als sportlicher T8 AWD Recharge Polestar Engineered den Weg in unseren Testfuhrpark gefunden. Wir verraten, wo die Stärken und Schwächen dieses Plug-in-Hybriden liegen.
Weiterlesen

Toyota RAV4 Plug-in-Hybrid AWD-I Style – Testbericht; Bildquelle: auto-motor.at/Stefan Gruber

Testbericht: Toyota RAV4 Plug-in-Hybrid AWD-I Style

Die neue Generation des Toyota RAV4 ist erstmals auch mit Plug-in-Hybrid-Antrieb erhältlich. Wir verraten in unserem Test, wie viel Spaß- und wie viel Sparpotenzial in ihr steckt.
Weiterlesen

Tests von Alfa-Romeo, Audi, BMW, Chevrolet, Citroen, Dacia und Ford; Bildquelle: auto-motor.at

Auto Testberichte von Alfa-Romeo über Audi, BMW, Citroen bis Ford

Hier finden Sie die neuesten Tests der auto-motor.at Redaktion mit Autos der Marken Alfa-Romeo, Audi, BMW, Cadillac, Chevrolet, Citroen, DS Automobiles, Dacia, Fiat und Ford.
Weiterlesen

Tests von Honda, Hyundai, Infiniti, Jaguar, Kia, Land Rover, Lexus, Mazda und Mercedes; Bildquelle: auto-motor.at

Auto Testberichte von Honda über Hyundai, Kia, Land Rover, Mazda bis Mercedes

Hier finden Sie die neuesten Tests der auto-motor.at Redaktion mit Autos der Marken Honda, Hyundai, Infiniti, Jaguar, Jeep, Kia, Land Rover, Lexus, Mazda und Mercedes.
Weiterlesen

Tests von Mini, Mitsubishi, Nissan, Opel, Peugeot, Renault, Saab und Seat; Bildquelle: auto-motor.at

Auto Testberichte von Mini über Mitsubishi, Nissan, Opel, Peugeot bis Seat

Hier finden Sie die neuesten Tests der auto-motor.at Redaktion mit Autos der Marken Mini, Mitsubishi, Nissan, Opel, Peugeot, Porsche, Renault, Saab und Seat.
Weiterlesen

Tests von Skoda, Smart, Suzuki, Toyota, Volkswagen und Volvo; Bildquelle: auto-motor.at

Auto Testberichte von Skoda über Smart, Toyota, VW bis Volvo

Hier finden Sie die neuesten Tests der auto-motor.at Redaktion mit Autos der Marken Skoda, Smart, Subaru, Suzuki, Tesla, Toyota, Volkswagen und Volvo.
Weiterlesen

Kurzmeldungen

Firmennews

Neuerscheinungen

neueste Auto-Tests