Testbericht: Ford Mustang Mach 1

(28.06.2022) Mit dem Mustang Mach 1 hat Ford jetzt eine legendäre Variante des Mustangs zu neuem Leben erweckt. Wir verraten in unserem Test, warum man dieses Auto lieben muss.

Seit 2014 ist die aktuelle Mustang-Generation erhältlich, und auch wenn sie damit schon ans Ende ihres Produktionszyklus kommt, wirkt der Retro-Sportler noch so frisch wie am ersten Tag.

Mit dem Mach 1 hat Ford zudem eine nochmals gestärkte Version auf den Markt gebracht, die nicht nur optisch an ihren Vorgänger aus den früher 1970er-Jahren erinnern soll.

So ziert auch bei der neuen Version der markante „Mach 1“-Schriftzug die vorderen Kotflügel sowie das Heck, und es sind auch die markanten schwarzen Streifen an Motorhaube und Seite zu finden.

Leider gehört der wunderbare V8 zu einer vom Aussterben bedrohten Art, umso schöner ist es, wenn man nochmals die Gelegenheit hat, dieses traumhafte Triebwerk zu erleben. In Österreich versuchen die Politiker ohnedies alles in ihrer Macht Stehende, um diesen Traum für die meisten unerreichbar zu machen.

Während der Listenpreis für den Ford Mustang Mach 1 in Deutschland bei 67.000,- Euro liegt, sind in Österreich durch die weltweit einmalige NoVA-Strafsteuer mindestens 82.400,- Euro fällig. Insgesamt sind im Listenpreis 29.238,70 Euro an Steuern enthalten.

Die Serienausstattung bietet aber zumindest alles, was man als absolut notwendig bezeichnen kann. So sind eine 2-Zonen-Klimaautomatik, das Ford SYNC 3-Infotainmentsystem inklusive Navi, ein Keyless-System, ein B&O-Soundsystem mit 1.000 Watt und klimatisierte Vordersitze an Bord.

Auf Letztere muss man jedoch verzichten, wenn man wie bei unserem Testfahrzeug die Recaro-Sportsitze mit Leder-Optik wählt. Die Sitze bieten perfekten Halt, sind für kleinere Personen aber nicht sehr sicher. Im Falle eines Unfalls kann der Kopf genau auf die harte Umrandung der Löcher in den Kopfstützen stoßen. Damit bleibt die Serienbestuhlung wohl die bessere Wahl.

Innenraum im Retro-Look

Als weitere Optionen hatten wir noch spezielle Leichtmetallfelgen, eine Alarmanlage und die Cyber Orange Metallic-Lackierung an Bord. Der Gesamtpreis summiert sich damit auf 88.650,- Euro.

Der Innenraum bietet einen sehr gelungenen Mix aus moderner Technik und Retro-Look. Vor allem die Kippschalter und die mit Chrom umrandeten Drehregler für die Audioanlage erinnern an frühere Mustang-Generationen.

Auch die wuchtige Hutze über dem Handschuhfach mit „Mach 1“-Plakette erinnert an den Ur-Mustang, ebenso wie die Lenkrad-Optik.

Ein Hit ist auch der digitale Tacho, der über verschiedene Darstellungsmöglichkeiten verfügt. Je nach Fahrmodus ändert sich hier die Anzeige.

Trotz vieler Funktionen gibt auch die Bedienung keine Rätsel auf, und man findet sich rasch zurecht. Zudem passen Verarbeitung und Materialanmutung, womit der Innenraum als wirklich sehr gelungen bezeichnet werden kann.

Fahrer und Beifahrer haben auch viel Platz, die Sitze im Fond sind jedoch nur für den Notfall geeignet. Mit einem Fassungsvermögen von 408 Litern kann sich auch das Gepäckabteil sehen lassen.

Dem Roadtrip zu zweit sollte damit nichts im Wege stehen. Unweigerlich wünscht man sich auch, sofort nach dem Start auf die langen Highways in den USA gebeamt zu werden.

Der V8-Sound ist sensationell

Per Knopfdruck erweckt man den 5,0-Liter-V8-Benziner zum Leben, und er begrüßt einen sofort mit einem sonoren Klang, wie ihn eben nur ein waschechter V8 aus Amerika schafft.

Eigentlich sollte der Klang dieses V8-Motors als Weltkulturerbe eingetragen werden, vor allem, da man sich vermutlich schon bald nicht mehr daran erfreuen kann und mit leblosen E-Motoren sein Dasein fristen muss.

Im Mach 1 haben die Techniker nochmals 11 PS mehr aus dem hubraumstarken Motor herausgekitzelt. Insgesamt stehen nun 460 PS (338 kW) zur Verfügung.

Sein maximales Drehmoment von 529 Nm liefert der Motor bei 4.900 U/Min. Außer einem guten Klang liefert der Motor von unten heraus nicht sehr viel Schubkraft, diese kommt aber sehr zügig, wenn man den Fuß fest aufs Gaspedal drückt und den Motor ausdreht, oder beim Zwischensprint den einen oder anderen Gang zurück schaltet.

Der Retro-Schaltknüppel in Billardkugel-Form liegt gut in der Hand, und die Gänge lassen sich sehr knackig über extrem kurze Wege schalten.

Das manuelle 6-Gang-Getriebe ist dabei sehr harmonisch ausgelegt, man kann den zweiten Gang bis über 100 km/h ausdrehen, oder auch schon bei 70 km/h im sechsten Gang gemütlich dahin cruisen.

Tolle Fahrleistungen

Wer die volle Leistung abruft, wird ziemlich schnell in die Recaro-Sportsitze gepresst und erreicht aus dem Stand heraus nach 4,8 Sekunden die 100 km/h-Marke.

Dabei erwacht der Motor hier erst so richtig zum Leben, und es ist wirklich sehr schade, dass man bei 130 km/h schon wieder den Vorwärtsdrang des flotten Mustangs drosseln muss, wenn man noch ein gewisses Naheverhältnis zu seinem Führerschein hat.

Bei freiem Auslauf auf deutschen Autobahnen oder auf der Rennstrecke sind bis zu 267 km/h möglich. Der Fahrer kann zudem aus verschiedenen Fahrmodi wählen.

Für den täglichen Stau ist sicher der Normal-Modus die beste Wahl, wer es auf kurvenreichen Landstraßen krachen lassen möchte, ist im Sport Plus-Modus gut aufgehoben.

Beim Besuch auf der Rennstrecke soll der Drag-Modus dann perfekte Traktion und beste Rundenzeiten ermöglichen.

Für ein US-Auto ist die Straßenlage überhaupt sensationell. Der Mustang Mach 1 liegt sehr satt auf der Straße, und die enorme Leistung wird zumindest auf trockener Fahrbahn perfekt auf die Straße gebracht.

Straffe Abstimmung

Die Federung ist dementsprechend aber etwas straffer, passt aber natürlich perfekt zum gesamten Fahrzeugcharakter.

Auf jeden Fall bietet der Mustang enorm viel Fahrspaß, wobei man auch sehr gemütlich mit ihm unterwegs sein kann.

Eine positive Überraschung liefert die US-Ikone beim Verbrauch. Laut Werk darf sich das sportlichste Pferd im Stall rund 12,4 Liter vom teuren, schwarzen Sprudel genehmigen. Um so viel zu verbrauchen, muss man den Mustang aber schon mehr als sportlich bewegen.

Wir sind im Schnitt auf 11,4 Liter pro 100 Kilometer gekommen, ohne dabei auf die vorzüglichen Beschleunigungswerte verzichtet zu haben. Damit ist er um einen Liter sparsamer als angegeben.

Der Test mit dem Ford Mustang Mach 1 hat uns auf jeden Fall ein dauerhaften Grinsen ins Gesicht gezaubert, welches sich erst bei der Rückgabe in einen dauerhaft traurigen Ausdruck verwandelt hat.

So viel Spaß hat uns auf jeden Fall schon sehr lange kein Auto mehr gemacht, auch wenn wir bestimmt noch schnellere, noch modernere und noch sicherere Autos im Fuhrpark hatten. Eines hatten die aber alle nicht: Den Charakter und das US-Car-Feeling, welches der Mustang mit seinem V8-Motor bietet. Er vermittelt noch auf jedem Meter das Gefühl, in einer viel schöneren Vergangenheit zu leben.

Was uns gefällt:

Das Design, die Retro-Elemente, der V8-Sound, der Fahrspaß, das Cockpit, der Charakter

Was uns nicht gefällt:

Die hohen Steuern, die den Preis so nach oben treiben, dass der Mustang V8 vom Aussterben bedroht ist

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 2-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 4
Kofferraum: 2
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 3

TIPP: Mehr Ford News und Tests sowie die Ford Händler in Österreich finden Sie hier.

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