Testbericht: Ford Ranger Wildtrak 3,2 TDCi

(07.10.2016) Der frisch überarbeitete Ranger zeigt in unserem Test, dass auch ein Pickup mit viel PKW-Komfort aufwarten kann. Vor allem wenn man das Topmodell wählt.

Ford hat mit dem Ranger den beliebtesten Pickup in Europa im Sortiment. Schon bislang konnte er mit viel Komfort aufwarten. Mit dem Facelift ist der Ranger aber jetzt nicht nur optisch aufgewertet worden, sondern zeigt sich auch technisch verfeinert. Zu erkennen ist der neue Jahrgang vor allem an der neu gestalteten Frontpartie, die jetzt deutlich bulliger wirkt als bisher. Auf technischer Seite kann der neue Ranger mit vielen Highlights aufwarten, wie etwa einem adaptiven Tempomat, der in dieser Klasse keinesfalls oft anzutreffen ist.

Für unseren Test haben wir auch gleich das Topmodell gewählt, den Ranger 3,2 TDCi mit 200 PS starkem Dieselmotor, Automatikgetriebe, Doppelkabine und der Wildtrak-Ausstattungslinie. Der Listenpreis liegt bei 38.600 Euro, bietet aber schon eine Ausstattung, die auf PKW-Niveau angesiedelt ist. Im Preis enthalten sind unter anderem 18"-Leichtmetallfelgen, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, das Ford SYNC2 Infotainmentsystem mit 8"-Touchscreen und Navigationssystem, elektrische Fensterheber und noch vieles mehr.

Optional wurden wir dann noch mit der Laderaumabdeckung "Roller Shutter", einer Metallic-Lackierung, dem Technik-Paket, dem Park-Pilot-System vorne und hinten, einer 230V-Steckdose und dem Offroad-Paket verwöhnt. Der Listenpreis liegt damit bei 42.325 Euro und ist in Anbetracht der überkompletten Ausstattung im Vergleich zum Mitbewerb noch recht günstig anzusehen.

Immerhin verwöhnt der Ranger mit sehr viel Luxus und einigen Features, die in dieser Klasse nicht oft anzutreffen sind. Der Innenraum wirkt sehr robust, dabei aber auch luxuriös. Die orangen Ziernähte an der Armaturenlandschaft, der Mittelkonsole und den Sitzen versprühen einen sehr noblen Touch, und auch den 8"-Touchscreen in der Mittelkonsole kennen wir aus dem Ford Mondeo. Die Menüführung des Touchscreen ist sehr logisch aufgebaut, und die Darstellung von Navi-Karten und Anzeigen ist ebenfalls sehr gelungen.

Etwas verwirrend sind die vielen Tasten am Lenkrad, vor allem weil rechts wie links in den Speichen im oberen Bereich die Tasten ganz gleich sind. Auf der linken Seite wird die Anzeige links neben dem Tacho gesteuert, auf der rechten Seite die rechte Anzeige - somit eigentlich logisch, aber dennoch gewöhnungsbedürftig, da man immer erst überlegen muss, was man wo gerade steuern kann.

Keinen Grund zur Klage gibt es beim Raumangebot, sogar in der zweiten Reihe kann man noch bequem sitzen. Lediglich das nur in der Höhe verstellbare Lenkrad und die nicht verschiebbare Mittelarmlehne vorne zeigen, dass man doch in einem Nutzfahrzeug unterwegs ist - der Rest ist wirklich auf PKW-Niveau angesiedelt. Die Ladefläche des Ranger ist in Kombination mit Doppelkabine etwas kleiner als bei den anderen Modellen, kann mit einer Länge von 161,5 cm und einer maximalen Breite von 156 cm aber immer noch viel Ladekapazität vorweisen. Die maximale Zuladung liegt bei 960 Kilogramm. Wer mehr Kapazität benötigt, muss zu anderen Ranger-Versionen greifen. Die Basisversion des Ranger mit Einzelkabine und 130 PS Diesel kann 1.195 Kilogramm transportieren, in unserem Testauto hat man aber mehr Wert auf Komfort gelegt. Immerhin wurde diese Version des Ranger auch eher für freizeitorientierte Kunden konzipiert und nicht für den harten Arbeitseinsatz.

Unterstrichen wird diese Ausrichtung auch mit dem 3,2 Liter-5-Zylinder Dieselmotor, der über eine Leistung von 200 PS (147 kW) verfügt. Das maximale Drehmoment liegt bei 470 Nm, und der kräftige Motor kann schon von unten heraus mit viel Kraft überzeugen. Zum Start verrichtet der Motor seine Arbeit zwar etwas grummelig, während der Fahrt wird es aber deutlich ruhiger im Innenraum, und der Motor arbeitet zunehmend leiser. Dass er auch viel Fahrspaß bietet, zeigt der Motor mit seinen Fahrleistungen. Steigt man voll aufs Gas, erreicht man aus dem Stand heraus nach 10,6 Sekunden die 100 km/h-Grenze, der Ranger kann aber auch beim Zwischensprint voll überzeugen.

Die 6-Gang-Automatik schaltet zwar nicht ganz so schnell wie man es heute schon gewohnt ist, beim Überholen zeigt sich der Ranger aber dennoch sehr spritzig. Seinen Nutzfahrzeug-Charakter zeigt der Pickup wieder bei der Federung, die nicht gerade sehr komfortabel ausgelegt ist. Dafür kommt man mit dem Ranger aber auch abseits befestigter Straßen wunderbar voran.

Via Wahlrad neben dem Automatikwählhebel kann vom Heckantrieb in zwei verschiedene Allrad-Modi gewechselt werden. Der 4H-Allradmodus empfiehlt sich vor allem bei leichtem Gelände und auch bei rutschiger Fahrbahn, so wird der Ranger nämlich von der "Heckschleuder" zu einem auch bei Regen und Schnee gut beherrschbaren Fahrzeug. Für den harten Geländeeinsatz dient der 4L-Modus, bei dem viel Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen für gute Geländegängigkeit sorgt. Mit einer Watttiefe von 800 mm muss man auch Wasserdurchfahrten keineswegs scheuen.

Wer so viel Talent zeigt, darf sich auch etwas mehr Durst gönnen. Die vom Werk versprochenen 8,9 Liter haben wir dabei gar nicht weit verfehlt, mit 10,1 Liter ist der Verbrauch für einen Pickup dieser Leistungsklasse noch im Rahmen.

Auf ganzer Linie überzeugen kann der Ranger auch beim Thema Sicherheit. Spurhalteassistent, adaptiver Tempomat und eine Rückfahrkamera unterstützen den Fahrer im täglichen Leben.

Ford hat den Ranger mit dem Facelift und der technischen Überarbeitung also noch interessanter als bisher gemacht. Der Ranger hebt sich durch seinen kräftigen Motor, die gute Sicherheitsausstattung und modernen Infotainmentsysteme vom Mitbewerb ab. Zudem bliebt der Preis im Rahmen, und man fühlt sich im Ranger sehr wohl.

Was uns gefällt:

das Design, die Offroad-Qualitäten, die Ausstattung, der Fahrkomfort, der Motor, die Assistenzsysteme

Was uns nicht gefällt:

dass die Lenksäule nicht in der Länge verschiebbar ist

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 2
Verarbeitung: 1-
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum : 1
Ablagen: 1-
Übersichtlichkeit: 1

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