Honda Insight Hybrid Testbericht

(18.05.2011) Mit dem Insight hat Honda ein interessantes Hybrid-Modell im Angebot. In unserem Test musste sich der sparsame Japaner im Alltag beweisen.

Honda zählt neben Toyota zu den Pionieren beim Hybrid-Antrieb. Die erste Insight-Generation von 1999 war jedoch nur in Nordamerika erhältlich, erst mit der 2009 präsentierten zweiten Generation ist Honda auch nach Europa gekommen. Beim Design hat man versucht, ein Weltauto zu gestaltet, das in den USA genauso gut ankommt wie in Europa oder Asien. Von vorne wirkt der Insight sehr sportlich, das Heck setzt dann mehr auf praktische Funktionalität. Für unseren Test haben wir das Insight-Spitzenmodell, den Elegance, zum Preis von 23.560 Euro gewählt. Bis auf eine Metallic-Lackierung verfügt der kompakte Japaner dann schon über so gut wie alles, was man sich in dieser Klasse wünschen kann.

Neben den Standard-Sicherheitselementen wie ESP, ABS und sechs Airbags gibt es auch noch eine Alarmanlage, einen Tempomat, eine Klimaautomatik, Lederlenkrad und Lederschaltknauf, elektrische Fensterheber vorne und hinten, elektrisch verstell-, beheiz- und anklappbare Außenspiegel, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, ein Radio mit CD-Player und MP3-Abspielmöglichkeit, 16"-Leichtmetallfelgen und eine Einparkhilfe hinten. Die Kombination aus überkompletter Ausstattung und innovativer Technik macht den Insight somit zum wahren Schnäppchen. Bleibt die Frage, ob und wo Honda da gespart haben mag?

Im Innenraum merkt man nichts von etwaigen Sparmaßnahmen. Die verwendeten Materialien sind nicht nur optisch sehr hübsch, sondern wirken auch sehr hochwertig. Die Verarbeitung ist zudem selbst bei Luxusautos nicht besser, hier liefert Honda schon seit langem perfekte Arbeit ab. Auch die Sitze sind nicht nur schön anzusehen, sondern man sitzt auch gut, bis auf die etwas zu kurz geratene Sitzfläche, ein Problem das groß gewachsene Europäer aber oft bei asiatischen Autos haben.

Das Platzangebot ist in der ersten Reihe vorzüglich, für die Fondpassagiere geht es noch immer recht gemütlich zu, wenngleich der Insight hinten etwas enger geschnitten ist. Ein Grund ist auch die abfallende Dachlinie, welche die Kopffreiheit für die hinteren Fahrgäste etwas einschränkt.

Beim Kofferraumvolumen ist der Insight mit 339 bis 1.017 Liter auch für die Kompaktklasse ordentlich geräumig geraten. Praktisch ist dabei das Unterfach, welches Platz für viel Kleinkram bietet, der dann die ebene Ladefläche nicht mehr beeinträchtigt. Wie für ein Auto, das vor allem für den US-Markt konzipiert wurde, üblich, gibt es im Insight eine Fülle an praktischen Ablagen und Getränkehaltern.

Wer das erste Mal im Insight Platz nimmt, sollte sich nicht durch das futuristisch wirkende Armaturenbrett schrecken lassen. Alle Schalter und Funktionen sind einfach und logisch zu bedienen, so dass man sich auf Anhieb zu Recht findet. Wichtige Funktionen lassen sich über Schalter und Tasten bedienen, die in unmittelbarer Nähe am Lenkrad angebracht sind, wie etwa die Klimaanlagensteuerung oder die Spiegeleinstellung.

Entscheidet man sich beim Insight für die Elegance-Variante, bekommt man auch Schaltwippen am Lenkrad, mit denen das CVT-Getriebe auch manuell geschaltet werden kann. Diese Funktion steigert den Fahrspaß, aber vor allem den Fahrkomfort. Der 1,3 Liter-Motor im Insight hat eine Leistung von 88 PS (65 kW) und wird zusätzlich von einem 14 PS (10 kW) Elektromotor unterstützt. Die Systemleistung beträgt 99 PS, was für ein knapp 1,3 Tonnen schweres Auto zwar ausreichend ist, jedoch nicht gerade den Sportgeist im Fahrer wecken wird. Vor allem im Stadtbetrieb lässt es sich mit der Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor sehr gut leben. Gerade beim Anfahren sorgt die Leistung des E-Motors für eine hohe Spritzigkeit und ein kraftvolles und ruhiges Auftreten.

Ist man mit dem knapp 440 cm langen Kompaktwagen aber außerhalb der Stadt unterwegs, merkt man bei Überhol- und Beschleunigungsvorgängen, dass der Insight durchaus ein paar PS mehr vertragen könnte. Hier kommen dann wieder die Schaltwippen am Lenkrad ins Spiel. Die CVT-Automatik überzeugt zwar in der Stadt, da keine Schaltvorgänge erfolgen und somit der Komfort auch erhöht wird. Dieser Vorteil kehrt sich allerdings Überland zum Nachteil um, denn hier verharrt der Drehzahlmesser beim Beschleunigen oder Überholen kontinuierlich in hohen Regionen, was den Insight sehr laut macht und den sonst sehr guten Gesamteindruck etwas trübt.

Einzig mit dem manuellen Eingriff via Schaltwippen lassen sich 7 Gänge darstellen, und die CVT-Automatik fügt auf Wunsch des Fahrers Schaltvorgänge ein, die dann den Drehzahlmesser immer in Bewegung halten und das Dröhnen vermindern. Wer dem Insight alles abverlangt, kommt in 12,4 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und ist bis zu 182 km/h schnell.

Am wohlsten fühlen sich der Insight und seine Passagiere, wenn man mit dem Hybrid-Auto sanft und ohne Stress durch die Gegend gleitet. Wohl mit ein Grund, warum diese Fahrzeuge in den USA so beliebt sind, dort ist der Verkehr ja langsamer, aber gleichmäßiger unterwegs.

Auch beim Fahrwerk merkt man die ursprüngliche Abstimmung, selbst nachdem man sicher weiß, dass es für Europa adaptiert wurde. Der Insight ist nämlich ganz auf Komfort getrimmt, was bei schlechten Straßen durchaus angenehm ist. Wer Freude daran hat, über kurvige Straßen zu hetzen, sollte sich aber nicht zu viel vom Insight erwarten. Durch den niedrigen Schwerpunkt ist er zwar sehr gutmütig, was die Straßenlage betrifft, in schnellen Kurven merkt man aber, dass er rasch an seine Grenzen kommt.

Wenn man den Insight dann so fährt wie jedes andere Auto, bleiben auch die positiven Überraschungen beim Verbrauch aus. Im Armaturenbrett kann der Fahrer entweder über ein eigenes Instrument im Tacho ober den sehr gut positionierten Bordcomputer sehen, aus welcher Quelle aktuell die Kraft geschöpft wird, bzw. ob die Batterien gerade geladen werden oder Energie abgeben.

Je sparsamer man unterwegs ist, umso schöner werden die Blumen, die ebenfalls im Bordcomputer eingeblendet werden können. Sicher ein Anreiz für viele Fahrer, zu versuchen, so sparsam wie möglich zu sein, damit man hier Erfolge sieht.

In der Praxis ist es dann so, dass der Insight in der Stadt, auch dank Start/Stopp-System, im Vergleich zu anderen Autos sehr sparsam ist, jedoch bei Autobahnfahrten oder häufigeren Überhohlmanövern das vorher Eingesparte schnell wieder weg ist. Im Schnitt hat sich der Insight bei uns 5,7 Liter pro 100 Kilometer genehmigt, kein schlechter Wert für ein knapp 100 PS starkes Auto mit Benzinmotor, jedoch auch etwas von den 4,6 Litern entfernt, die das Werk verspricht. Trotzdem ist der Insight ein sehr interessantes Auto für alle, die mehr auf Nutzen und Umwelt, als auf Fahrspaß Wert legen. Er bietet viel Platz, eine Top-Ausstattung und auch eine Top-Verarbeitung.

Was uns gefällt:
Die Ausstattung, der Preis, die Verarbeitung, der Hybridantrieb

Was uns nicht gefällt:
Das CVT-Getriebe, die zu kurzen Sitzflächen

Testzeugnis:

  • Ausstattung Sicherheit: 2
  • Ausstattung Komfort: 1
  • Verbrauch: 1-
  • Fahrleistung: 2
  • Fahrverhalten: 2-
  • Verarbeitung: 1
  • Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
  • Platzangebot Rückbank: 2-
  • Kofferraum: 1-
  • Ablagen: 1
  • Übersichtlichkeit: 1

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