Honda Jazz e:HEV Hybrid im Test

(22.10.2020) Die neue Generation des Honda Jazz ist ausschließlich mit Hybrid-Antrieb erhältlich. Wir haben den geräumigen Kleinwagen als e:HEV 1,5 i-MMD Hybrid Executive in der höchsten Ausstattungslinie zum Test begrüßt.

Der Honda Jazz erfreut sich seit knapp 20 Jahren in seinem Segment großer Beliebtheit, im Frühling 2020 ist jetzt die vierte Generation auf den Markt gekommen.

Mit dem Vorgänger hat der neue Jazz nur noch den Namen gemeinsam, er ist eine komplette Neuentwicklung.

Optisch kann er mit seinem niedlichen Look und seiner freundlich lächelnden Frontpartie wieder die Herzen der Käufer ansprechen. Die neue Generation wartet aber auch technisch mit vielen Highlights auf.

Schon in der Basisversion verfügt der neue Jazz über das Honda Sensing-Sicherheitspaket inklusive adaptivem Tempomat, Spurhalteassistent und vielem mehr. Zudem ist er ausschließlich mit Hybridantrieb erhältlich.

Für unseren Test haben wir den Jazz mit der Top-Ausstattungslinie „Executive“ kombiniert, der Listenpreis dafür liegt bei 24.990,- Euro.

Als einziges Extra hatten wir noch die Platinum White Pearllackierung um 550,- Euro an Bord, die dem Jazz vor allem bei Sonnenschein einen wunderbaren Glanz verleiht.

Im Preis enthalten ist auch so gut wie alles, was man sich in dieser Klasse wünschen kann. Unter anderem gibt es schon LED-Scheinwerfer, LED-Nebelscheinwerfer, das bereits erwähnte Sicherheitspaket, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, das Honda Connect Navi mit 9“-Touchscreen, die Magic Seats, Sitz- und Lenkradheizung, eine Rückfahrkamera, eine Einparkhilfe vorne und hinten, eine Klimaautomatik und noch vieles mehr.

Moderner Innenraum

Der Innenraum wirkt sehr modern und scheint schon auf den ersten Blick größer, als man es einem Auto dieser Klasse zutrauen würde.

Es ist überraschend, wie viel Platz der Jazz bei einer Länge von 404 cm bietet. Sowohl die Frontpassagiere als auch die Gäste im Fond können sich in jede Richtung über viel Raum freuen.

Das Kofferraumvolumen ist mit 304 bis 1.205 Litern Fassungsvermögen ebenfalls großzügig dimensioniert.

Ein Comeback feiern im Jazz zudem die Magic Seats, die den praktischen Nutzwert nochmals deutlich steigern. Man kann dabei die Sitzfläche der Fondsitze hochklappen und so auch höhere Gegenstände im Fahrgastraum bequem transportieren.

Eines der Highlights am Jazz sind ohnedies die vielen Ablagen, selbst im Armaturenträger haben links und rechts noch je ein Getränkehalter Platz gefunden. Zudem gibt es zwei Handschuhfächer und auch noch viel Stauraum unter der vorderen Mittelarmlehne.

Der 7“ große Digitaltacho gefällt mit einer klaren und übersichtlichen Darstellung, und auch der 9“-Touchscreen auf der Mittelkonsole kann mit einem schönen Design und logischer Bedienung erfreuen.

Was jedoch nervt ist, dass nach jedem Start die Hinweis-Floskel am Touchscreen bestätigt werden muss, sonst bleibt er finster. 

Lüftungsdüsen sind nicht optimal verstellbar

Als zweiter negativer Punkt wäre der zu kleine Verstellbereich der mittleren Lüftungsdüsen zu bemängeln, die man zudem auch nicht separat abstellen oder regulieren kann. Man kann nur den Luftstrom alternativ zur Scheibe oder zu den Füßen leiten.

Sonst erfreut der Innenraum aber durchwegs, und auch das griffige Zweispeichen-Lenkrad ist sehr positiv zu erwähnen.

Bei der Motorisierung des Jazz setzt Honda bei uns ausschließlich auf die Kombination aus einem 1,5 Liter-4-Zylinder-Benzinmotor, der gemeinsam mit einem Elektromotor für Effizienz und Fahrspaß sorgen soll.

Der Benziner verfügt über eine Leistung von 98 PS (72 kW), und die Systemleistung liegt bei 109 PS (80 kW). Während der Benziner von 4.500 bis 5.000 U/Min 131 Nm Drehmoment liefert, steuert der Elektromotor vom Start weg noch 253 Nm bei.

Damit erlebt man von unten heraus wirklich sehr feine Fahrleistungen und eine Spritzigkeit, die man sonst nur von weitaus stärkeren Autos kennt.

Durch das hohe Drehmoment des Elektromotors harmoniert der Jazz auch sehr gut mit dem stufenlosen e-CVT-Getriebe. Lediglich bei voller Beschleunigung gibt es noch das typische Aufheulen und Verweilen des Motors in hohen Drehzahlregionen.

Wer die volle Leistung abruft, sprintet in 9,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 175 km/h.

Der Honda Jazz ist auch sehr gut gedämmt, lediglich bei Autobahntempo dringen Abroll- und Windgeräusche in den Innenraum vor.

Viel Fahrspaß und sehr wendig

Die sehr direkte Lenkung und die gute Straßenlage machen den Jazz zu einem sehr wendigen Fahrzeug, das man mit viel Fahrfreude bewegen kann.

Zur großen Überraschung ist der Jazz recht straff abgestimmt, bietet aber dennoch genug Komfort für die Langstrecke. Honda hat hier einen sehr guten Kompromiss aus Sportlichkeit und Komfort gefunden.

Seine Wendigkeit zeigt der Jazz vor allem im Stadtbetrieb, wo er sich auch am allerwohlsten fühlt. Hier kann er sein Sparpotenzial am besten nutzen. Es ist wirklich überraschend zu sehen, wie oft man im reinen Elektromodus unterwegs ist.

Wer nur in der Stadt unterwegs ist, wird mit rund 4 Litern pro 100 Kilometer über die Runden kommen.

Wir waren bei unserer Testfahrt aber auch auf Landstraßen und Autobahnen unterwegs und haben mit einem Durchschnittsverbrauch von 4,3 Litern pro 100 Kilometer noch immer einen sensationell niedrigen Verbrauch erzielen können. Immerhin dürfte er sich laut Werk nach WLTP-Messung sogar 4,6 Liter gönnen.

Auch bei der Sicherheitsausstattung kann der Jazz voll überzeugen. Sowohl die LED-Scheinwerfer als auch der adaptive Tempomat sind in dieser Klasse noch keine Selbstverständlichkeit. Zudem haben alle Systeme bei unserem Test sehr zuverlässig gearbeitet.

Die neue Generation des Honda Jazz hebt sich auf jeden Fall positiv vom breit gefächerten Mitbewerb ab. Der Jazz bietet für ein Auto seiner Klasse sehr viel Platz bei kompakten Abmessungen und ist trotz aller Spritzigkeit sehr sparsam zu bewegen.

Was uns gefällt:

Der großzügig dimensionierte Innenraum, die Spritzigkeit, der Verbrauch, die Optik des Cockpits, die vielen Ablagen, die Magic Seats

Was uns nicht gefällt:

Dass man bei jedem Start am Touchscreen die Hinweise bestätigen muss, die nicht ausreichend verstellbaren mittleren Lüftungsdüsen

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 11
Kofferraum: 11
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

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