Testbericht: Hyundai Santa Fe 2.2 Diesel Allrad

(26.02.2016) Für das neue Modelljahr hat Hyundai den Santa Fe modifiziert. Wir haben jetzt das Topmodell der Baureihe getestet.

Der Hyundai Santa Fe wurde im September 2015 frisch geliftet auf der IAA gezeigt. Die optischen Änderungen sind dabei sehr dezent ausgefallen, immerhin sieht der Santa Fe auch nach vier Produktionsjahren noch frisch aus wie am ersten Tag. Dennoch machen die leicht geänderte Frontpartie mit neuem LED-Tagfahrlicht und Nebelleuchten, sowie ein leicht geändertes Heck mit neuen LED-Heckleuchten den Santa Fe noch eine Spur eleganter.

Für unseren Test haben wir das Topmodell des Santa Fe gewählt, das mit 55.190 Euro zu Buche schlägt. Auch wenn der Preis im ersten Moment etwas schreckt, so relativiert er sich sobald man die Liste der Serienausstattung betrachtet. Mit an Bord sind unter anderem schon ein adaptiver Tempomat, ein Spurhalteassistent, ein Toter-Winkel-Warner, eine automatische Einparkhilfe, elektrisch verstellbare Ledersitze inkl. Memory, ein Infotainmentsystem inkl. Navi, ein Soundsystem, 19"-Alufelgen, eine Sitzklimatisierung vorne, Sitzheizung hinten, ein beheizbares Multifunktionslederlenkrad, ein Panorama-Glasschiebedach, eine elektrische Heckklappe, ein schlüsselloses Zugangssystem, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, eine 220V Steckdose, Xenon-Scheinwerfer und vieles mehr.

Als einzige Option bleibt noch die Metallic-Lackierung, die den Preis um 800 Euro auf 55.990 Euro erhöht. Vergleicht man den Santa Fe dann mit einem Audi Q5, stellt man fest, dass der Santa Fe ausstattungsbereinigt rund 15.000 Euro günstiger ist, dafür aber zusätzlich noch das beheizbare Lenkrad und die gekühlten Vordersitze an Bord hat.

Der Santa Fe kann dabei dem Premium-Anspruch durchaus gerecht werden und verwöhnt die Fahrgäste mit einem überaus luxuriös gestalteten Innenraum. Manche Materialien könnten zwar noch eine Spur hochwertiger wirken, die Verarbeitung ist aber auf Premium-Niveau angesiedelt. Das Innenraumdesign wirkt zudem sehr modern. Der Arbeitsplatz des Fahrers ist aufgeräumt, und man findet sich trotz vieler Knöpfe schnell zurecht. Der Santa Fe verwöhnt immerhin mit so viel Luxus, wie man ihn sonst auch nur von Premium-Marken kennt.

Die klimatisierten Vordersitze sind überaus bequem und bieten guten Halt, das beheizbare Lederlenkrad ist gerade in der kalten Jahreszeit ein Traum, und das große Panorama-Glasschiebedach macht den Innenraum noch heller und freundlicher. Sehr erfreulich ist auch, dass der Santa Fe über eine blickdichte Rollo für das Glasdach verfügt, was im Sommer angenehm ist.

Viele Ablagen runden den praktischen Nutzwert weiter ab, und der Santa Fe kann auch mit einem fürstlichen Platzangebot aufwarten. Die Passagiere finden auf allen Plätzen viel Raum, und das Kofferraumvolumen ist mit 585 Litern Fassungsvermögen ebenfalls sehr großzügig dimensioniert. Dank der elektrischen Heckklappe, die sich automatisch öffnet wenn man sich kurz hinter das Fahrzeug stellt, ist das Beladen auch dann sehr einfach, wenn man alle Hände voll hat. Wer möchte, kann durch Umklappen der Rückbank das Volumen noch auf 1.680 Liter vergrößern und damit so manchem Van Konkurrenz machen.

Damit man auch flott voran kommt, haben wir das Testauto mit der Topmotorisierung, dem 2,2 Liter Diesel mit 200 PS (147 kW), kombiniert. Mit an Bord sind auch eine 6-Gang-Automatik und der elektronisch geregelte Allradantrieb. Der Motor liefert zwischen 1.750 und 2.750 U/Min ein maximales Drehmoment von 440 Nm. Gleich nach dem Start entwickelt er einen recht kernigen Sound, der jedoch im Fahrbetrieb schnell wieder weg ist.

Auch ein kleines Turboloch muss noch überwunden werden, bevor der Santa Fe seine ganze Kraft zeigt. Man merkt trotz der Leistung sehr deutlich, dass der Hyundai-SUV mehr für eine gemütliche Gangart ausgelegt ist. Wer die ganze Leistung spüren möchte, muss kräftig das Gaspedal durchtreten, dann sprintet man in 9,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Bleibt man dann weiter am Gas, erreicht der Santa Fe eine Höchstgeschwindigkeit von 203 km/h.

Nicht mehr ganz am Puls der Zeit ist die 6-Gang-Automatik, die zwar mit überaus sanften Schaltvorgängen verwöhnt, jedoch nicht gerade mit schnellen Reaktionszeiten überzeugen kann. So geht etwas von der Spritzigkeit des Motors verloren, dafür ist man überaus komfortabel unterwegs. Fahrwerk und Federung sind nämlich ebenfalls ganz auf Komfort getrimmt, und man schwebt auch ohne Luftfederung fast über die Straße. Flotte Kurven sind daher nicht so ganz das Wohlfühlgebiet des Santa Fe, der hier seine Grenzen deutlich aufzeigt, dabei aber extrem gutmütig bleibt. Der Allradantrieb hilft hier, den rund 2 Tonnen schweren Geländewagen auf der Straße zu halten und verteilt die Kraft jederzeit perfekt auf die Räder.

Wer so viel Gewicht mitschleppen muss, der hat auch mehr Durst. Die vom Werk angegebenen 6,6 Liter pro 100 Kilometer sind kaum erreichbar, wir sind trotz sanft dosiertem Gasfuß im Schnitt auf 8,2 Liter gekommen.

Positiveres gibt es über die Lenkung zu berichten, die sehr leichtgängig, aber durchaus direkt ist. Somit verliert der 470 cm lange SUV auch in der Stadt seinen Schrecken und lässt sich wunderbar durch enge Gassen dirigieren. Wer sich beim Einparken dennoch vor der Größe fürchtet, bekommt vielerlei Hilfe von seinem Auto. Der Santa Fe verfügt über eine Einparkhilfe vorne und hinten, eine Rückfahrkamera und eine 360-Grad-Kamera. Sollte das immer noch nicht ausreichen, um den Hyundai kollisionsfrei in eine Parklücke zu bringen, empfiehlt es sich, den Führerschein zurück zu geben oder die vollautomatische Einparkhilfe zu nutzen, bei der das Fahrzeug auch noch die ganze Lenkarbeit übernimmt.

Gute Arbeit leisten auch die anderen Assistenzsysteme wie der adaptive Tempomat, der Spurhalteassistent und der Tote-Winkel-Warner, der optisch und akustisch vor Fahrzeugen im toten Winkel warnt.

Mit dem Facelift ist der Hyundai Santa Fe also noch komfortabler, sicherer und luxuriöser geworden. Wer einen großen SUV mit überkompletter Ausstattung und grandiosem Design sucht, findet im Santa Fe seinen idealen Partner.

Was uns gefällt:

Das Design, die überkomplette Ausstattung, das Platzangebot, der Fahrkomfort

Was uns nicht gefällt:

die etwas langen Schaltvorgänge der Automatik, der Verbrauch

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 2
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

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