Hyundai i10 Premium Testbericht

(03.02.2015) In unserem Test zeigt das Einstiegsmodell von Hyundai, dass es in Premium-Ausstattung auch gehobenen Ansprüchen gerecht wird.

Mit dem neuen i10 hat Hyundai Ende 2013 die zweite Generation des Kleinwagens auf den Markt gebracht. Im Vergleich zum Vorgänger ist der neue i10 nicht nur optisch wesentlich dynamischer geworden, er ist auch viel mehr auf Lifestyle und Luxus getrimmt, ohne dabei aber das bislang bekannte, gute Preis/Leistungsverhältnis außer Acht zu lassen. Der von uns getestete i10 Premium mit dem 1,25 Liter-Benzinmotor kommt auf einen Listenpreis von 12.990 Euro, inkl. rundum guter Ausstattung.

Unter anderem sind schon eine Klimaautomatik, ein Audiosystem mit CD-Player und USB/AUX-Anschluss, eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung, elektrische Fensterheber vorne und hinten, ein Bordcomputer, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, eine Berganfahrhilfe und ein Tempomat mit an Bord. Als Extras hatten wir noch das Winterpaket inkl. beheizbarem Lederlenkrad, die Metallic-Lackierung und 15"-Leichtmetallfelgen an Bord. Der Endpreis liegt damit bei 13.990 Euro.

Im Preis enthalten ist eine überaus harmonische Gestaltung des Innenraum, die ebenso modern und frisch wirkt wie die Karosserie des i10. Man fühlt sich auf Anhieb wohl, lediglich eine Mittelarmlehne vermisst man noch für den perfekten Komfort. Als eines der wenigen Autos dieser Klasse bietet der i10 dafür mit dem Winterpaket auch eine Lenkradheizung, die gerade jetzt im Winter gute Dienste leistet.

Der i10 vermittelt auch im Innenraum einen sehr hochwertigen Eindruck und kann mit vielen praktischen Details aufwarten. Vor allem das große Fach mit Klappe im unteren Bereich der Mittelkonsole muss positiv erwähnt werden. Hier finden ein Smartphone, ein i-Pod oder eine Kamera Platz, und man kann das Gerät auch gleich via USB- oder AUX-Anschluss mit dem Fahrzeug verbinden und via Autosteckdose laden.

Sehr bequeme Sitze und ein für ein Auto dieser Klasse geräumiges Platzangebot sprechen ebenfalls für den sympathischen City-Flitzer. Das Kofferraumvolumen ist mit 252 Liter Fassungsvermögen im Schnitt der Klasse angesiedelt und kann durch Umklappen der Rücksitze noch auf bis zu 1.029 Liter vergrößert werden.

Als ideale Kombination für den Kleinwagen empfiehlt sich der 1,25 Liter-Benzinmotor mit einer Leistung von 87 PS (64 kW), der dem i10 zu flotten Fahrleistungen verhilft. Vor allem im Stadtbetrieb kann der i10 mit einem sehr spritzigen Antritt glänzen, und man muss beim Anfahren aufpassen, dass man nicht zu viel Gas gibt und mit quietschenden Reifen los sprintet. Der Motor liefert ein maximales Drehmoment von 120 Nm, die bei 4.000 U/Min zur Verfügung stehen.

Dabei fühlt sich das Aggregat gerade von unten heraus schon sehr durchzugsstark an, wenn man in der Stadt unterwegs ist. Aber auch außerhalb der Stadt ist der i10 mit seinen 87 PS noch ordentlich motorisiert. Das manuelle 5-Gang-Getriebe ist dabei eher auf eine sparsame Fahrweise hin ausgelegt, lässt sich aber wunderbar schalten.

Um auch überland noch spritzig unterwegs zu sein, muss man fleißiger schalten, damit man die Leistung spürt. Während der Sprint von 0 auf 100 km/h noch in 12,3 Sekunden absolviert wird, werden Überholmanöver im höchsten Gang schon mehr zur Geduldsprobe. Schaltet man zwei Gänge zurück, sprintet der i10 aber wieder fröhlich auf und davon. Wer möchte, ist sogar bis zu 175 km/h schnell unterwegs.

Immerhin fühlt sich der i10 auch bei Autobahntempo noch sehr gut an und kann mit einer satten Straßenlage überzeugen. Lediglich flotte Kurvenfahrten sind nicht so ganz das Wohlfühlgebiet des City-Flitzers, der seine Grenzen dafür aber frühzeitig aufzeigt, sodass man noch gut reagieren kann.

Für einen Kleinwagen fühlt sich der i10 sehr komfortabel an und filtert Bodenunebenheiten gekonnt weg. Auch die Lenkung kann überzeugen und ist sehr leichtgängig, was vor allem in der Stadt die Wendigkeit weiter erhöht. Überhaupt fühlt sich der i10 in der Stadt am wohlsten, wo er seine Trümpfe voll ausspielen kann. Die gute Übersichtlichkeit und der kompakte Wendekreis machen ihn zum idealen Begleiter im dichten Stadtgewühl.

Wie ein Großer zeigt sich der i10 dafür bei den Trinkgewohnheiten, was weniger gut gefallen hat. Die vom Werk versprochenen 4,9 Liter sind kaum realisierbar. Selbst bei sachter Fahrweise sind wir im Schnitt auf 6,0 Liter gekommen, was für ein Auto dieser Klasse nicht sehr berauschend ist. Wer die Leistung öfters abruft und auch das Autobahntempo voll ausnutzt, sollte aber eher mit 6,5 Liter kalkulieren.

Bis auf den relativ hohen Verbrauch ist der i10 aber ein sehr gelungenes Fahrzeug, das mit einem knackigen Design und viel Komfort aufwarten kann. Die sehr gute Ausstattung zu einem fairen Preis spricht ebenso für den i10 wie die 5 Jahre Garantie und der von ihm gebotene Komfort.

Was uns gefällt:

das Design, die Ausstattung, der Fahrkomfort, die Spritzigkeit in der Stadt, das Platzangebot

Was uns nicht gefällt:

der hohe Verbrauch, dass es keine Mittelarmlehne vorne gibt

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 2
Ausstattung Komfort: 1-
Verbrauch: 3-
Fahrleistung: 2-
Fahrverhalten: 2
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum: 2-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1

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