Jeep Compass Limited 2,2 CRD Testbericht

(15.01.2013) Der Compass ist die Einstiegsmodellreihe von Jeep. Wir haben den 136 PS Diesel in Limited Ausführung getestet.

Seit 2007 ist der Jeep Compass erhältlich, im Jahr 2011 hat ihm Jeep ein großes Facelift verpasst und die Frontpartie mehr dem Grand Cherokee angepasst. Der Compass ist auch die günstigste Variante, einen Jeep zu fahren, - in unserem Test zeigt der kompakte Amerikaner, was er kann.

Das Testfahrzeug, ein Compass Limited 2,2 CRD 136 PS 4WD, hat einen Listenpreis von 36.350 Euro, verfügt dann aber auch schon über eine recht komplette Ausstattung. Mit an Bord sind unter anderem schon ESP, ABS, sechs Airbags, eine Klimaautomatik, elektrisch verstellbare Ledersitze, elektrische Fensterheber, ein Audiosystem mit CD-Wechsler und vier Lautsprechern, ein Tempomat und jede Menge Chromzierelemente.

Als Extras hatte unser Testauto noch das Österreichpaket inkl. Sitzheizung vorne und eine Metallic-Lackierung, die den Gesamtpreis auf 37.592,60 Euro bringen.

Mit seinen großen Radhäusern wirkt der Compass sehr kompakt, bietet aber auf einer Länge von 444,8 cm jede Menge Platz. Der Innenraum ist ganz im Stil der Marke gestaltet und wirkt schon auf den ersten Blick sehr robust. Die Verarbeitung ist dabei überraschend gut ausgefallen, und der Innenraum wirkt mit der Kombination aus Leder und Chromzierelementen sehr hochwertig.

Sehr gut ausgefallen ist auch die Ergonomie, die weit in den Innenraum verbaute Mittelkonsole ist bei der Bedienung äußerst praktisch, ebenso der gut positionierte Schalthebel. Eine verschiebbare Mittelarmlehne vorne bietet zudem zusätzlichen Komfort für Fahrer und Beifahrer.

Eine gewisse Eingewöhnung bedarf es bei der Bedienung der Lenkstockhebel, deren Logik sich nicht auf Anhieb erschließt.

Das Platzangebot bewegt sich im Schnitt der Klasse, die schmale hintere Türe erleichtert jedoch nicht den Einstieg für die Fondpassagiere, die aber dann im Innenraum mehr Platz vorfinden, als es sich durch den engen Einschlupf vermuten lassen würde.

Auch das Kofferraumvolumen ist mit 458 Liter ordentlich bemessen und kann bei Bedarf durch einfaches Umklappen der Rücksitze auf 1.269 Liter erweitert werden. Typisch für amerikanische Autos sind die vielen Ablagen und Getränkehalter, besonders ins Auge stechen dabei die beleuchteten Getränkehalter zwischen den Vordersitzen.

Bleibt jetzt noch die Frage zu klären, ob der 2,2 Liter Dieselmotor mit einer Leistung von 136 PS (100 kW) auch eine adäquate Motorisierung für den mindestens 1,7 Tonnen schweren Jeep darstellt.

Gleich nach dem Start überrascht die ruhige Geräuschkulisse im Innenraum, vom Dieselnageln dringt selbst bei kaltem Motor kaum etwas in den Fahrgastraum. Erst bei voller Beschleunigung oder auf der Autobahn dringen leichte Fahr- und Motorgeräusche an die Ohren der Passagiere.

Sein maximales Drehmoment von 320 Nm erreicht der Diesel zwischen 1.400 und 2.800 U/Min, womit schon aus dem Drehzahlkeller heraus viel Schubkraft vorhanden ist. Der Compass sprintet leichtfüßig auf und davon und schafft den Paradesprint von 0 auf 100 km/h in 10,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h und sollte somit auch ausreichend sein.

Gut bewältigt der Compass auch die Zwischensprints, wo er ebenfalls über hohe Kraftreserven verfügt und ein Überholmanöver oft ohne Zurückschalten möglich ist. Das manuelle 6-Gang-Getriebe ist auch sehr harmonisch abgestuft und lässt sich einfach schalten. Die Gänge sind dabei eher lang ausgelegt, was schaltfaulen Fahrern sehr zu Gute kommt.

Der Jeep Compass ist dabei überhaupt eher für gemütliche Zeitgenossen geschaffen, die zwar bei der Leistung durchaus auch einen Spaßfaktor erwarten, sonst aber eher auf Komfort Wert legen.

Die Abstimmung von Fahrwerk und Federung ist ganz auf eine komfortable Fortbewegung ausgelegt, und man gleitet mit dem Compass förmlich über die Straßen. Durch diese Abstimmung und den höheren Schwerpunkt sind auch flott gefahrene Kurven nicht gerade die Paradedisziplin für den amerikanischen Geländewagen.

Dennoch fühlt man sich nicht unwohl und kann auf den Compass vertrauen. Dank dem Freedom Drive I Allradantrieb bleibt der Compass brav auf der Straße. Die Kraftverteilung ist nämlich elektronisch überwacht und so verteilt, dass immer die Achse, welche die Kraft am besten nutzen kann, diese auch zur Verfügung hat.

In der Mitte zwischen Fahrer und Beifahrer befindet sich noch ein weiterer Schalter, mit dem die Geländegängigkeit nochmals erhöht werden kann. Durch Zuschalten des 4WD-Low-Modus meistert der Jeep Compass auch Strecken abseits befestigter Straßen und gibt auch dort noch nicht auf, wo manch anderer SUV hängen bleiben würde.

Der Compass verfügt dabei auch über eine gute Wendigkeit, die vor allem bei engen Geländepfaden von Vorteil ist. Nicht ganz so optimal ist jedoch die Rundumsicht, die durch die sehr breite C-Säule recht eingeschränkt ist. Vor allem in der Stadt trübt das den sonst so guten Eindruck des kompakten Offroaders.

Dank der hinteren Einparkhilfe kommt man aber zumindest beim Einparken mit dem Compass recht gut zurecht. Die leichtgängige Lenkung unterstützt den Fahrer bei dieser Aufgabe ebenfalls.

Dass der robuste Allradler dann beim Verbrauch nicht ganz der Sparsamste ist, wundert nicht. Die vom Werk angegebenen 6,6 Liter Durchschnittsverbrauch sind unter normalen Fahrbedingungen nur schwer zu realisieren, im Schnitt sind wir nicht unter 7,5 Liter gekommen. Der Compass ist damit zwar nicht so ein Säufer wie man es von US-Autos schon mal vermuten würde, hinkt aber anderen Modellen seiner Klasse beim Verbrauch doch etwas nach.

Am meisten Freude haben mit dem Jeep Compass Individualisten, die sich gerne von der Masse abheben wollen und den US-Charme genießen möchten. Der Jeep Compass verfügt über eine sehr komplette Ausstattung und vermittelt das Feeling von weiten Highways in einer kompakten Karosserie. Sein Motor ist zwar nicht der sparsamste, vermittelt aber viel Fahrfreude. Eine solide Verarbeitung und eine gute Ergonomie runden unseren durchaus positiven Eindruck weiter ab.

Was uns gefällt:

der spritzige Motor, die gute Ausstattung, der US-Charme des Compass

Was uns nicht gefällt:

die Rundumsicht, die geringe Zuladung von unter 400 Kilogramm

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1-
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 2
Verarbeitung: 1-
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1-
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2-

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