Testbericht: Jeep Compass S 4xe

(02.12.2021) Der frisch geliftete Jeep Compass soll mit Plug-in-Hybrid zum Sparmeister werden. Wir verraten in unserem Test, wo seine Stärken und Schwächen liegen.

Der Jeep Compass ist seit 2016 in zweiter Generation erhältlich, für das Modelljahr 2021 hat er sein zweites Facelift erhalten, welches ihm vor allem einen neuen Innenraum beschert hat.

In Kombination mit dem Plug-in-Hybrid-Antrieb soll der kompakte SUV, der mittlerweile auch in Europa gebaut wird, noch sparsamer sein. Dabei sollen aber natürlich die markentypischen Geländeeigenschaften nicht eingeschränkt werden.

Für unseren Test haben wir den Jeep Compass in der sportlichen S-Ausführung und mit dem stärkeren Hybrid-Antrieb gewählt. Immerhin können die Kunden zwischen einer Version mit einer Systemleistung von 190 PS (140 kW) oder 240 PS (176 kW) wählen.

Im Listenpreis von 49.490,- Euro ist schon eine sehr großzügige Serienausstattung inkludiert. Unter anderem gibt es Ledersitze, einen 10,1“-Touchscreen mit Navigationssystem, LED-Scheinwerfer, einen schlüsselloses Zugang, einen Digitaltacho, einen adaptiven Tempomat, Sitzheizung, ein Kollisionswarnsystem, einen Spurhalteassistenten, eine Rückfahrkamera und noch vieles mehr.

Optional hatten wir nur noch die Zweifarb-Lackierung und das S Leder Plus-Paket an Bord. Dieses beinhaltet eine elektrische Heckklappe, einen Toten-Winkel-Warner, eine 360-Grad-Kamera, ein Alpine Premium Audio-System und eine Sitzbelüftung für die Vordersitze.

Der Gesamtpreis von 52.990,- Euro ist fair kalkuliert und im Umfeld der Konkurrenz positioniert. Ein Highlight ist sicher der neu gestaltete Innenraum.

Im Vergleich zu den Vor-Facelift-Modellen wirkt der neue Innenraum deutlich moderner und auch viel hochwertiger.

Schön gestalteter Innenraum

Billig wirkendes Plastik ist hochwertigen Materialien gewichen, und der 10,1“-Touchscreen ist jetzt hoch positioniert und freistehend auf der Mittelkonsole zu finden.

Auch der Rest der Mittelkonsole ist ganz neu gestaltet worden, ebenso die Konsole zwischen Fahrer und Beifahrer. Am unteren Ende der Mittelkonsole gibt es ein großes Ablagefach mit induktiver Lademöglichkeit.

Natürlich gibt es auch viele Ablagen, ganz wie es sich für ein amerikanisches Fahrzeug gehört. Der Digitaltacho ist ebenfalls neu, jedoch nicht ganz so übersichtlich wie die bisherigen klassischen Armaturen.

Deutlich besser hat uns der 10,1“-Touchscreen gefallen, der mit einer schönen Darstellung und einfachen Bedienung aufwarten kann. Das UConnect-Infotainmentsystem ist wirklich sehr gelungen und in der neuesten Version nochmals deutlich besser als bisher.

Auch das Platzangebot ist für ein Auto dieser Klasse sehr großzügig bemessen, sogar im Fond hat man viel Bein- und Kopffreiheit.

Das Kofferraumvolumen ist mit 420 Litern Stauraum nur geringfügig kleiner als bei den Modellen ohne Plug-in-Hybrid-Antrieb, wo man 438 Liter zur Verfügung hat.

Der Vorteil des Plug-in-Hybrid-Antriebs ist da deutlich größer als der Platzverlust im Kofferraum. Beide Plug-in-Hybrid-Versionen werden von einem 1,3 Liter 4-Zylinder-Benzinmotor und einem 60 PS (45 kW) starken Elektromotor angetrieben.

Die Kraft der zwei Herzen

Der Benziner hat in der stärkeren Version aber eine Leistung von 180 PS (132 kW) statt 130 PS (95 kW), womit man auf eine Systemleistung von 240 PS (176 kW) kommt.

Während der Benziner für den Antrieb der Vorderräder zuständig ist, leitet der Elektromotor seine Kraft ausschließlich auf die Hinterachse. Dadurch entsteht ein elektrischer Allradantrieb, der dem bisherigen Allradantrieb um nichts nachstehen soll.

Der Fahrer kann auch beim 4xe aus verschiedenen Offroad-Fahrmodi wählen, und es gibt auch einen 4WD-Low-Modus für besonders anspruchsvolles Gelände.

Die Watttiefe ist mit 406 mm ebenfalls gleich gut wie bei den Modellen, die ausschließlich mit einem Verbrennungsmotor angetrieben werden.

Mit der 11,4 kWh großen Batterie sollen bis zu 47 Kilometer rein elektrisch möglich sein, in der Praxis sind wir auf einen Wert von knapp über 40 Kilometer gekommen. Bis zu 130 km/h Höchstgeschwindigkeit sind rein elektrisch möglich, wobei man hier auch in den reinen Elektro-Modus schalten muss.

Ist man im Hybrid-Modus unterwegs, schaltet sich recht oft auch der Benzinmotor hinzu, wenn man stärker auf das Gaspedal drückt.

Im Sport-Modus erlebt man die volle Kraft

Dazu wird man vor allem im automatischen Fahrmodus verleitet, wo man die Kraft nicht so richtig spürt. Hier merkt man sehr deutlich, dass alle Systeme auf absolute Sparsamkeit getrimmt sind.

Erst im Sport-Modus wird die ganze Kraft der beiden Motoren zum Leben erweckt, und man erlebt ein völlig anderes Fahrgefühl. Hier wirkt der Compass überaus agil, und man sprintet in nur 7,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Auch Überholmanöver werden so zum Kinderspiel, da man auch beim Zwischensprint viel Kraft zur Verfügung hat. Der Benziner liefert bei 1.850 U/Min ein maximales Drehmoment von 270 Nm, der Elektromotor ab dem Start 250 Nm.

In Kombination mit der satten Straßenlage erlebt man so wirklich viel Fahrspaß, vor allem da der Jeep auch sehr handlich zu bewegen ist. Die Lenkung könnte zwar eine Spur direkter sein, aber dies beeinträchtigt den Fahrspaß keineswegs.

Auch die 6-Gang-Automatik schaltet im Sport-Modus später und gefühlt noch einen Tick schneller. Dennoch ist der Compass auch sehr komfortabel gefedert, und Bodenunebenheiten dringen kaum zu den Fahrgästen vor.

Ebenso wenig störende Geräusche, denn auch bei der Geräuschdämmung zeigt der Compass Premium-Feeling. Selbst bei Autobahntempo bleibt es im Innenraum noch sehr leise, wobei wir die Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h natürlich nicht ausprobiert haben.

Verbrauch höher als erwartet

Der Fahrspaß beeinträchtigt natürlich den Verbrauch. Nur wer seinen Compass so oft wie möglich an die Steckdose anschließt, wird mit ihm sparsam unterwegs sein. Wir haben auf den ersten Kilometern einen Verbrauch von 5,3 Litern erzielt, was von den 2,0 Litern die das Werk nennt, weit entfernt ist.

Wer die Batterien danach nicht auflädt, der sollte mit einem Verbrauch von rund 7,5 Litern rechnen, womit der Compass 4xe nicht zu den sparsamsten Vertretern seiner Klasse zählt. Zudem ist der Benzintank mit 36,5 Litern Fassungsvermögen sehr klein ausgefallen.

Sehr gut ist die Sicherheitsausstattung, lediglich das Kollisionswarnsystem ist etwas zu scharf eingestellt und reagiert oft auch bei kurvigen Straßen, wenn am Straßenrand Autos geparkt sind.

In der Summe der Eigenschaften ist der Jeep Compass 4xe ein sehr feines Auto, welches vor allem mit einer luxuriösen Ausstattung zum fairen Preis aufwarten kann.

Was uns gefällt:

Das Design, die Ausstattung, der Fahrkomfort, der neue Innenraum, der Fahrspaß im Sport-Modus

Was uns nicht gefällt:

Der kleine Benzintank, das nervige Kollisionswarnsystem

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 2
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1-
Kofferraum: 3
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2

Tipp: Mehr Jeep News und Tests sowie die Jeep Händler in Österreich finden Sie hier.

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