Testbericht: Kia Optima Plug-in-Hybrid

(19.05.2017) Erstmals bietet Kia mit dem Optima auch bei uns einen Plug-in-Hybrid an. Wir verraten im folgenden Test wie hoch das Sparpotenzial in diesem Auto wirklich ist.

Alternative Antriebe gewinnen immer mehr an Beliebtheit, noch stärker wächst aber das Angebot an Möglichkeiten am Markt. Die aus unserer Sicht beste Kombination aus Sparsamkeit und Alltagsnutzen ergibt sich mit einem Plug-in-Hybrid-Fahrzeug. Einer der neuesten Vertreter dieser Klasse ist der Kia Optima 2,0 GDI Plug-in-Hybrid. Die schnittige Limousine soll höchsten Komfort mit Sparsamkeit und flotten Fahrleistungen verbinden.

Die Kunden können zwischen den Ausstattungslinien Gold oder Platin wählen, für unseren Test haben wir die Platin-Ausführung genommen, die schon Premium-Luxus-Features bietet. Beim Listenpreis von 48.090 Euro bleiben keine Wünsche mehr unerfüllt, außer die Metallic-Lackierung, für die man nochmals 600 Euro einkalkulieren muss. Sonst hat der Kia Optima Plug-in-Hybrid schon alles an Bord, was man woanders teuer aufzahlen muss.

Unter anderem sind schon Voll-LED-Scheinwerfer, ein adaptiver Tempomat, ein Notbremsassistent, der Querverkehrassistent, das Smart Parking Assist System, eine Rückfahrkamera, ein Infotainmentsystem mit 8"-Touchscreen, ein Navigationssystem, eine Rückfahrkamera, elektrisch verstellbare Ledersitze mit Memory-Funktion, Sitzklimatisierung vorne, Sitzheizung hinten, Lenkradheizung, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, ein Harmon Kardon-Soundsystem, Licht- und Regensensor, Smart-Key und vieles mehr an Bord.

Schon der erste Blick in den Innenraum zeigt, dass der Kia jede Menge Premium-Feeling bietet. Die Ledersitze sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch sehr bequem und bieten einen großen Verstellbereich. Die Klimatisierung erfreut zudem Sommer wie Winter und ist auch noch keine Selbstverständlichkeit in dieser Klasse. Der Materialmix kann sich ebenfalls sehen lassen, die vielen Chrom-Zierelemente stehen dem Kia dabei besonders gut und erhöhen den noblen Touch des Fahrzeugs.

Statt eines Drehzahlmessers hat man eine Leistungsanzeige, die immer genau darüber informiert, wie effizient man gerade unterwegs ist. Zudem gibt es zwei Tankuhren, eine für die Batterie und eine für den Benzintank. Via Touchscreen kann der Fahrer auch verschiedene Funktionen und Statistiken zum E-Antrieb aufrufen und sich anzeigen lassen, wie gerade der Energiefluss ist. Man findet sich bei allen Funktionen auf Anhieb zurecht, und das ganze Cockpit wurde absolut übersichtlich gestaltet. Die vielen Funktionen sind alle sehr intuitiv zu bedienen und überaus logisch angeordnet. Viele Ablagen erleichtern einem das tägliche Autofahrerleben zusätzlich, wobei auch hier auf höchste Funktionalität Wert gelegt wurde.

Als überragend kann auch das Platzangebot für die Passagiere bezeichnet werden. Sogar in der zweiten Reihe gibt es noch eine fürstliche Beinfreiheit, selbst wenn in der ersten Reihe groß gewachsene Personen sitzen. Durch den Plug-in-Hybrid-Antrieb ist das Kofferraumvolumen auf 307 Liter geschrumpft, was ein kleiner Wermutstropfen ist. Aber irgendwo muss sich ja auch ein Haken befinden, sonst wäre der Kia Optima Plug-in-Hybrid ja nahezu perfekt.

Eine überaus positive Überraschung liefert der Kia nämlich auch beim Antrieb. Der 2,0 Liter GDI-Benzinmotor verfügt über eine Leistung von 156 PS (115 kW) und wird von einem 68 PS (50 kW) starken Elektromotor unterstützt. Die Systemleistung liegt bei 205 PS (151 kW), und das Systemdrehmoment von 375 Nm wird bei 2.330 U/Min geliefert. Nachdem der Elektromotor aber schon vom Start weg 205 Nm Drehmoment bereit stellt, sprintet der Optima gleich sehr agil davon. Drückt man das Gaspedal nur sehr zart, arbeitet der E-Motor alleine. Erst wenn mehr Leistung benötigt wird, schaltet sich der Benzinmotor hinzu.

Nicht ganz die Wahrheit hat Kia bezüglich der Höchstgeschwindigkeit im E-Modus gesagt. Laut Werk sollte bei 120 km/h Schluss mit dem rein elektrischen Vorwärtsdrang sein, doch bis 130 km/h fährt man sowohl im reinen E-Modus, als auch im Hybrid-Modus noch immer rein elektrisch. Im rein elektrischen Betrieb sind laut Werk bis zu 54 Kilometer möglich, wir sind auf 45 Kilometer gekommen, haben dabei aber auch schon eine Autobahnetappe inkludiert gehabt.

Der Übergang vom Elektro- in den Hybrid-Modus ist dabei fast unmerkbar. Überhaupt zeigt sich die Geräuschdämmung im Kia Optima Plug-in-Hybrid auf Premium-Klasse-Niveau. Selbst bei Autobahntempo dringen kaum Wind,- Abroll- oder Motorgeräusche in den Innenraum vor. Wenn die Energie der 12,2 kWh großen Batterie verbraucht ist, kann man den Optima an jeder Steckdose aufladen, für eine volle Ladung sind ca. 5 Stunden zu veranschlagen. Über eine Ladestation mit Steckertyp 2 erledigt man die Aufgabe in 2,5 Stunden.

Durch den tiefen Schwerpunkt liegt der Optima auch perfekt auf der Straße, bietet dabei aber höchsten Komfort was die Federung betrifft. Wer die volle Leistung abruft, sprintet in nur 9,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 192 km/h. Sehr fein arbeitet auch die 6-Gang-Automatik, die mit schnellen und sanften Schaltvorgängen überzeugen kann. So macht das Reisen mit dem Kia Optima viel Spaß, und man kommt überaus entspannt an seinem Ziel an.

Dabei überrascht der Kia auch bei der Sparsamkeit positiv. Wer nur in der Stadt oder auf der Landstraße unterwegs ist, wird an die vom Werk versprochenen 1,6 Liter pro 100 Kilometer eventuell sogar herankommen. Wir haben auf den ersten 100 Kilometern auch die Autobahn mit der dort erlaubten Höchstgeschwindigkeit genutzt und hatten einen Verbrauch von beachtlichen 3,9 Litern.

Aber auch wenn man im Hybrid-Modus unterwegs ist, ist man überraschend oft im E-Modus, wodurch der Testverbrauch nicht über 5,2 Liter hinaus gekommen ist - ganz ohne die Batterien zusätzlich zu laden. Der Kia Optima Plug-in-Hybrid ist damit wirklich ein Sparwunder und eine überaus interessante Alternative in der Mitteklasse. Er besticht mit viel Komfort, einer Luxusausstattung, viel Sicherheit und einem hohen Maß an Effizienz.

Was uns gefällt:

die Ausstattung, der Fahrkomfort, die Fahrleistungen, der Verbrauch, die Geräuschdämmung, das Platzangebot für die Passagiere, die Sicherheitsausstattung

Was uns nicht gefällt:

das Kofferraumvolumen

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 4
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2

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