Kia Soul 1,6 CRDi Testbericht

(11.11.2014) Die zweite Generation des Kia Soul präsentiert sich hochwertiger und geräumiger. In unserem Test zeigt der Soul, was er kann.

Der Kia Soul zählt zu den Bestsellern der Marke in Nordamerika, in Europa fristet der praktische Kia aber eher ein Schattendasein. Dabei kann der zwischen Rio und Ceed positionierte Soul der zweiten Generation mit mehr Komfort, Luxus und Platz aufwarten. Grund dafür ist, dass der neue Soul auf einer größeren Plattform basiert. Optisch ist er der ersten Generation recht ähnlich geblieben, wirkt aber dennoch um einiges dynamischer und auch moderner.

Für unseren Test haben wir den Soul 1,6 CRDi mit Automatikgetriebe in Gold-Ausstattung gewählt. Zum Preis von 26.790 Euro bietet der Soul schon eine Ausstattung, die kaum Wünsche offen lässt. Mit an Bord sind unter anderem eine Klimaautomatik, eine Einparkhilfe hinten, Tempomat, Sitzheizung vorne, eine Lenkradheizung, ein Bordcomputer, Vollledersitze, eine Mittelarmlehne vorne und hinten, ein Navigationssystem inkl. Kia Infinity Sound System, eine Rückfahrkamera, LED-Tagfahrlicht, 18"-Leichtmetallfelgen, Xenonscheinwerfer und vieles mehr. Als Option hatten wir noch die "Mustard-Lackierung" und ein Panorama-Glasschiebedach, womit der Soul auf einen Gesamtpreis von 28.390 Euro kommt.

Im Innenraum präsentiert sich der Soul sehr pfiffig, aber auch durchaus hochwertig. Vorbei sind die Zeiten, wo das Innendesign der Koreaner gewirkt hat, als ob es die Putzfrau des Unternehmens gestalten durfte. Der Innenraum des Soul ist mit viel Liebe zum Detail geplant worden, was man auch an den seitlichen Lüftungsdüsen sehen kann. Der Mix aus Klavierlack und Chromzierelementen steht dem Kia in Kombination mit der Lederausstattung mit zur Wagenfarbe passenden Ziernähten  ebenfalls sehr gut.

Man fühlt sich auf jeden Fall auf Anhieb wohl und findet sich auch schnell mit allen Funktionen zurecht. Auch die Verarbeitungsqualität ist sehr gut, beim Soul gibt es kein Klappern oder Vibrieren im Innenraum. Der Soul bietet eine Fülle an praktischen Ablagen und Getränkehaltern, besonders gut ist dabei das unter der Mittelkonsole platzierte Ablagefach, welches auch gleich die Anschlüsse für Strom, USB und AUX beinhaltet und wo die angeschlossenen Geräte auch gleich einen sicheren Platz finden.

Besser als beim Vorgänger ist auch das Platzangebot, der Soul bietet auf allen Plätzen viel Raum, und auch das Kofferraumvolumen ist auf brauchbare 354 Liter angewachsen. Durch einfaches Umklappen der Rücksitze kann es auf bis zu 994 Liter erweitert werden.

Beim Antrieb haben wir bei unserem Testfahrzeug auf den starken Diesel in Kombination mit dem 6-Gang-Automatikgetriebe gesetzt. Der 1,6 Liter-Motor verfügt über eine Leistung von 128 PS (94 kW) und liefert sein maximales Drehmoment von 260 Nm zwischen 1.900 und 2.750 U/Min. Dass der Diesel schon nicht mehr zur neuesten Motorengeneration zählt, kann er nicht ganz verschleiern und meldet sich gleich nach dem Start mit dem typischen Diesel-Nageln zu Wort. Ist der Motor mal warm gelaufen, verlieren sich die Störgeräusche, und es wird im Innenraum dann auch sehr leise.

Vom Start weg kann man sich auch über viel Kraft freuen, was vor allem bei Fahrten in der Stadt sehr positiv ist. Wer die ganze Leistung abruft, sprintet in 12,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist bis zu 177 km/h schnell. Dass der 128 PS starke Diesel damit nicht schneller als der 105 PS starke ist, liegt an dem auch in die Jahre gekommenen Automatikgetriebe.

Die 6-Gang-Automatik schaltet zwar sehr sanft, jedoch nicht gerade schnell. Auch die Wünsche des Fahrers werden nur langsam umgesetzt, und nach dem Kick-down benötigt die Automatik noch eine Gedenksekunde, bis sie den passenden Gang wählt und man einen Überholvorgang in angemessener Geschwindigkeit starten kann. Dadurch kann der Soul auch nicht gerade als Sparmeister glänzen, und selbst der vom Werk angegebene Durchschnittsverbrauch von 6,0 Liter ist kaum realisierbar. Wir sind im Schnitt auf 7,7 Liter gekommen.

Dabei präsentiert sich der Soul als durchaus angenehmes Reisefahrzeug. Im Vergleich zur ersten Generation sind beim neuen Soul Fahrwerk und Federung wesentlich komfortabler ausgefallen, ohne dass etwas von der guten Straßenlage eingebüßt wurde. Man kann den kompakten Koreaner durchaus flott über kurvige Straßen bewegen und hat dabei viel Spaß. Die leichtgängige Lenkung ist zudem sehr direkt. Der Fahrer hat außerdem die Möglichkeit, bei der Lenkung zwischen "Sport", "Normal" und "Comfort" zu wählen.

Durch das recht kantige Design ist der Soul auch sehr übersichtlich geworden, lediglich nach schräg hinten ist durch die schmaler werdenden Seitenfenster und die große C-Säule die Sicht etwas eingeschränkt. Dieses kleine Manko kann aber die Rückfahrkamera gut kaschieren, die mit einem sehr klaren und detailierten Bild überzeugen kann.

Der Kia Soul ist auf jeden Fall ein Geheimtipp für alle, die gerne etwas höher sitzen möchten, aber keinen SUV brauchen. Die neue Generation überzeugt mit viel mehr Komfort und einer sehr guten Serienausstattung zum fairen Preis. Wenn Motor und Automatik jetzt noch etwas sparsamer und spritziger wären, könnte der Soul auf ganzer Linie überzeugen.

Was uns gefällt:

das eigenständige Design, der Fahrkomfort, die Ausstattung, dass sich der Soul von anderen Fahrzeugen deutlich abhebt

Was uns nicht gefällt:

der nicht ganz so spritzige Motor, der Verbrauch, die langsame Automatik

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3-
Fahrleistung: 2-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 3
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2

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