Mini Countryman im Test

(26.08.2011) Mit den "SD"-Modellen hat Mini einen noch stärkeren Dieselmotor ins Programm aufgenommen. Wir haben den 143 PS Diesel im Countryman getestet.

Der Countryman ist der erste Mini mit über vier Meter Länge und mit vier Türen. Bislang endete die Diesel-Motorisierung bei 112 PS, was für viele Kunden zu wenig war. Mit dem Cooper SD gibt es nun ein neues Triebwerk mit 143 PS, das auch im bislang größten Mini aller Zeiten für sportliche Fahrleistungen sorgen soll.

Der Cooper D All4 Countryman mit 112 PS konnte uns schon mit seinem spritzigen Auftreten erfreuen (siehe: Mini Cooper D All4 Countryman Testbericht), jetzt sind wir gespannt, wie sich der noch stärkere Diesel in Kombination mit dem 6-Gang-Automatikgetriebe schlagen wird.

Mit einem Listenpreis von 29.950 Euro ist der Cooper SD All4 Countryman um knapp 3.000 Euro teurer als das bisherige Diesel-Topmodell.

Bei unserem Testauto gesellten sich dann noch das Austrian Chili Paket (enthält unter anderem Multifunktionslenkrad, 18"-Leichtmetallfelgen, beheizte Außenspiegel, höhenverstellbaren Beifahrersitz, Xenon-Licht, ein Ablagenpaket, Nebelscheinwerfer, Klimaautomatik, Bordcomputer, Radio Mini Boost CD, Sportlenkrad, Sportsitze, das Lichtpaket und das Chrome Line Exterieur), das Automatik-Getriebe, eine Armauflage vorne, eine Einparkhilfe hinten und noch einige optische Verfeinerungen im Interieurdesign dazu. Der Preis des praktischen Allradlers erklimmt so ausgestattet mit 38.121 Euro fast die 40.000 Euro-Grenze.

Dafür bekommt der Kunde auch ein individuell ausgestattetes Auto, das sich schon optisch von anderen Marken stark abhebt und das Mini-Feeling absolut verkörpert. Alleine die Anordnung des großen Tachos in der Mitte der Armaturentafel und das Go-Kart-Feeling, welches selbst beim hochgelegten Allradler noch vorhanden ist, lassen das Herz von Mini-Fans und Individualisten höher schlagen.

Der Mini SD All4 Countryman ist auf keinen Fall ein Auto von der Stange, sondern vermittelt ein ganz eigenes Flair, das heute nur noch bei wenigen Autos vorhanden ist. So lassen sich auch kleinere Mankos im Bereich der Funktionalität verschmerzen, denn die pfiffigen Details wie etwa die neue Center-Rail, die individuell mit Becherhalter, Handyhalterung, Brillenetui und Co. bestückt werden kann, oder die Kippschalter im Chromlook übertrumpfen alles andere.

Die Platzverhältnisse sind zudem sehr großzügig bemessen, auch wenn der Mini durch die schmalen Fenster und die steil stehende Frontscheibe kleiner wirkt als er in Wirklichkeit ist. Das Kofferraumvolumen reicht von 350 bis 1.170 Liter und ist für ein Fahrzeug dieser Größe (der Mini Cooper SD Countryman ist 411 cm lang) ordentlich bemessen.

Spannend wird es jetzt aber beim Antriebskapitel, wo sich schon der schwächere Countryman in unserem ersten Test sehr gut geschlagen hat. Der neue 2,0 Liter Dieselmotor mit einer Leistung von 143 PS (105 kW) verspricht zumindest schon am Papier noch mehr Fahrspaß, wobei der Unterschied zwischen manuellem und automatischem 6-Gang-Getriebe bei den Fahrleistungen äußerst gering ausfällt.

Mit Automatik ausgerüstet schafft der Allradler den Sprint in 9,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h, der manuell geschaltete Countryman erledigt die Aufgabe lediglich 0,1 Sekunden schneller. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 193 km/h und liegt auch nur 2 km/h hinter dem Countryman mit manueller Schaltung.

Im Fahrbetrieb harmoniert die Automatik auch recht gut mit dem Motor, die Schaltvorgänge gehen sanft vonstatten, und die Automatik hat zu jeder Zeit den passenden Gang parat. Das maximale Drehmoment von 305 Nm steht zudem zwischen 1.750 und 2.700 U/min zur Verfügung, wodurch der Mini schon von unten heraus mit viel Power überzeugen kann.

Wer möchte, kann aber die Gänge auch via Schaltwippen am Lenkrad oder Wählhebel selbst sortieren. Zudem verfügt die Automatik auch über einen Sport-Modus, der nicht nur die Schaltpunkte anpasst, sondern auch die Lenkung beeinflusst. Die ohnehin schon sehr direkte Lenkung wird im Sport-Modus nochmals eine Spur schärfer und vermittelt dann das absolute Go-Kart-Feeling. In Kombination mit dem sportlichen Fahrwerk und der straffen Federung gieren der Mini - und sein Fahrer - in diesem Modus praktisch nach kurvigen Bergstraßen.

Dank dem Allradantrieb ist auch die Traktion hervorragend. So macht der Mini nicht nur abseits befestigter Straßen eine gute Figur, sondern hilft auch bei schlechten Wetterverhältnissen, die Kraft auf die Straße zu bringen und den Wagen auf selbiger zu halten.

Etwas mehr Zuneigung der Techniker hätten wir uns lediglich bei der Geräuschdämmung gewünscht. Beim Hochdrehen wird der Motor recht brummig, und auf der Autobahn sind die Abrollgeräusche ziemlich laut. Das ist schade, denn der Mini wäre sonst auch ein absolut geeignetes Auto für Vielfahrer, die auf Fahrspaß nicht verzichten möchten. Immerhin bleibt es im Stadtbetrieb und bis Landstraßentempo angenehm leise im Innenraum.

Während der Automatik-Mini bei den Fahrleistungen und dem Fahrspaß nur minimale Unterschiede zum Mini mit manueller Schaltung aufweist, ist der Unterschied beim Verbrach etwas größer.

Schon laut Werk genehmigt sich die Automatik 1,2 Liter mehr pro 100 Kilometer (6,1 Liter statt 4,9 Liter). In der Praxis hat sich unser Countryman dann 7,2 Liter gegönnt, womit er nicht mehr in die Kategorie der Sparmeister kommen kann.

Dafür ist der Mini Cooper SD All4 Countryman in der Fun- und Coolness-Wertung ganz vorne zu finden. Der Fahrspaß ist nochmals eine Spur höher als beim Cooper D und das sogar mit Automatikgetriebe, das dem Mini sehr gut steht und ihm auch bei den Fahrleistungen kaum Einbußen beschert.

Was uns gefällt:

Die Individualität, das Design, dass der Mini einfach cool ist.

Was uns nicht gefällt:

Die lauten Abrollgeräusche bei Autobahntempo.

Testzeugnis:

  • Ausstattung Sicherheit: 1-
  • Ausstattung Komfort: 1-
  • Verbrauch: 2
  • Fahrleistung: 1
  • Fahrverhalten: 1
  • Verarbeitung: 1
  • Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
  • Platzangebot Rückbank: 1
  • Kofferraum: 1-
  • Ablagen: 1
  • Übersichtlichkeit: 2

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