Testbericht: Mitsubishi L200 2.4

(25.03.2016) Die neue Generation des L200 soll neue Maßstäbe bei den Pickups setzen. Ob das gelingt, verraten wir in unserem Test mit dem Topmodell der Baureihe.

Mit dem neuen L200 möchte Mitsubishi im Pickup-Segment wieder neue Maßstäbe setzen und hat den L200 mit so vielen Komfort- und Sicherheitsfeatures ausgerüstet wie nie zuvor. Das Design zeigt sich überaus dynamisch und gefällt mit einer sehr harmonischen Linienführung, sehr markant sind dabei auch die Xenon-Scheinwerfer unseres Testfahrzeugs mit LED-Tagfahrlicht ausgefallen.

Für unseren Test haben wir nämlich den komplett ausgestatteten L200 Instyle gewählt, der automatisch mit dem 181 PS starken 2,4 Liter-Dieselmotor kombiniert wird. Der Listenpreis liegt bei 36.490 Euro inklusive Steuern und kann neben den schon erwähnten Xenon-Scheinwerfern auch noch mit Ledersitzen, Spurhalteassistent, dem Super Select 4WD Allradantrieb, einer 2-Zonen-Klimaautomatik, dem MMCS Navigationssystem inkl. Touchscreen, schlüssellosem Zugangs- und Startsystem, einer Rückfahrkamera, einem Tempomat und vielem mehr aufwarten. So ausgestattet ist der L200 in seinem Segment eine Okkasion, ob er dabei nur preislich interessant ist oder auch sonst glänzen kann, haben wir in unserem Test analysiert.

Der Innenraum zeigt sich auf jeden Fall schon einmal von seiner besten Seite. Im Vergleich zum Vorgänger wirkt der Innenraum sehr modern und kann mit Features aufwarten, die bislang bei Mitsubishi den PKW-Modellen vorbehalten waren. Vor allem die Mittelkonsole mit günstig positioniertem Touchscreen für Navi und Radio und die moderne Steuerung für die Klimaautomatik stechen ins Auge. Statt dem 2. Schaltknüppel für die Allrad-Modi gibt es jetzt auch ein Wahlrad in der Mittelkonsole, mit dem sich der gewünschte Modus wählen lässt. Die Bedienung gibt somit keinerlei Rätsel auf, und man findet sich rasch und intuitiv mit allem zurecht. Der Wohlfühlfaktor ist dabei sehr hoch, und man erfreut sich auch an feinen Ledersitzen, bei denen man sich lediglich eine verstellbare Lendenwirbelstütze wünschen würde.

Das Platzangebot ist wirklich großzügig, und auch die Gäste im Fond finden genug Raum vor. Der neue L200 beweist aber auch, dass er trotz PKW-Feeling nichts von seinen Ladequalitäten verloren hat. Die sehr robust ausgeführte Ladefläche kann 152 cm lange und bis zu 147 cm breite Gegenstände aufnehmen. Das Ladegewicht liegt bei knapp über einer Tonne, womit der L200 auch sehr schwere Waren transportieren kann.

Damit man auch mit voller Beladung an sein Ziel kommt, verfügen alle neuen L200 über einen 2,4 Liter-Turbodiesel. Die schwächeren Modelle haben 154 PS, das Topmodell, welches wir zum Test begrüßt haben, verfügt über 181 PS (133 kW). Sein maximales Drehmoment von 430 Nm liefert der Motor bei 2.500 U/Min, wodurch gleich zum Start einmal ein kleines Turboloch überwunden werden muss. Danach geht es aber für einen Pickup ordentlich zur Sache. Der Motor fühlt sich überaus kräftig an und zeigt ordentliches Sprintvermögen.

Das manuelle 6-Gang-Getriebe lässt sich sehr exakt schalten und ist überaus harmonisch abgestimmt. Selbst aus dem höchsten Gang heraus kann man noch ordentliche Zwischensprints hinlegen, und nach dem Baustellenende auf der Autobahn ohne zurück schalten zu müssen von 80 km/h flott auf 130 km/h beschleunigen. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h vergehen auch nur 11,5 Sekunden, was für ein Auto dieser Klasse ein überaus guter Wert ist.

Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 179 km/h und sollte somit auch ausreichend sein. Das Angenehme ist, dass der neue L200 auch über eine sehr gute Geräuschdämmung verfügt. Bei Tempo 100 km/h ist es im Innenraum flüsterleise, und selbst bei Autobahntempo dringen nur sehr wenige Wind- und Abrollgeräusche in den Innenraum vor - vom Motor hört man außer bei voller Beschleunigung überhaupt nie etwas. Dieser verrichtet seine Arbeit nicht nur sehr agil, sondern auch sehr kultiviert.

Die größte Überraschung liefert der L200 aber beim Verbrauch. Wir haben bei unserem Test den gebotenen Fahrspaß durchaus ausgenutzt und sind mit 7,2 Liter Durchschnittsverbrauch ausgekommen - ein sensationeller Wert für ein Auto dieser Klasse, das dazu noch so viel Fahrspaß bietet. Bei einer gemütlichen Runde, die auch über bergige Straßen und eine Autobahnetappe geführt hat, sind wir überhaupt auf einen Verbrauch von nur noch 6,7 Litern gekommen und so dem vom Werk angegebenen Verbrauch von 6,4 Litern sehr nahe gekommen.

Der neue L200 zeigt sich dabei auch recht komfortabel, lediglich größere Bodenunebenheiten werden den Passagieren weitergeleitet, was aber auch kein Wunder ist. Immerhin ist der L200 auch für den harten Arbeitseinsatz abseits befestigter Straßen bestens gerüstet. Dank der hohen Bodenfreiheit und dem Super Select 4WD Allradantrieb kann der L200 auch Offroad sein Können unter Beweis stellen. Der Fahrer kann dabei für jedes Einsatzgebiet den passenden Modus wählen. Zur Wahl stehen neben dem Hinterradantrieb 2H, der 4H Allradantrieb mit normaler Übersetzung, der 4HLC Allradantrieb mit normaler Übersetzung und gesperrtem Mitteldifferential und der 4LLC Allradantrieb mit kurzer Übersetzung und gesperrtem Mitteldifferential. Zudem ist eine manuelle Sperre des Hinterachsdifferentials (100%) möglich.

Trotz einer Länge von 528,5 cm lässt sich der L200 auch sehr wendig bewegen. Durch die leichtgängige Servolenkung und die übersichtliche Karosserie verlieren auch enge Supermarktparkplätze ihren Schrecken, bei engen Tiefgaragen ist die Länge aber dennoch oft hinderlich. Sehr positiv ist auch die Rückfahrkamera, die vor allem in Kombination mit der Anhängekupplung sehr praktisch ist, da man so auf den Anhänger millimetergenau zufahren kann.

Der neue Mitsubishi L200 hat sich in unserem Test wirklich von einer hervorragenden Seite gezeigt. Vor dem Start hätten wir auf jeden Fall geglaubt, dass es bei dem Preis/Leistungsverhältnis irgendwo einen Haken geben müsste, aber der L200 hat uns in jede Richtung positiv überrascht. Er bietet im Innenraum PKW-Feeling, leistet aber auch unter harten Offroad-Bedingungen gute Arbeit. Hinzu kommt ein Motor, der überaus spritzige Fahrwerte zulässt und dabei sehr sparsam mit dem Sprit umgeht.

Was uns gefällt:

Die Ausstattung, das Design, das Preis/Leistungsverhältnis, die Spritzigkeit und Sparsamkeit des Motors

Was uns nicht gefällt:

Die Kommunikationsfreudigkeit des L200, der fast alles mit einem "Piepton" kommentieren muss...

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 2
Verarbeitung: 2
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1-
Ladekapazität: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1

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