Mitsubishi Outlander 2,0 Benziner Testbericht

(15.11.2013) Dass es bei den geräumigen SUV-Modellen nicht immer ein Dieselmotor sein muss, zeigt unser Test mit dem Mitsubishi Outlander 2,0 MIVEC.

Mit der neuen Outlander-Generation hat Mitsubishi seinen zwischen Pajero und ASX positionierten SUV noch komfortabler und moderner gestaltet. Die kantigen Konturen des Vorgängers sind runderen Formen gewichen, wobei auch das Platzangebot deutlich gesteigert werden konnte.

Schon vor einiger Zeit hat sich der Outlander mit dem kräftigen Diesel in unserem Test gut geschlagen (siehe: Mitsubishi Outlander 2,2 DI-D 4WD Instyle Testbericht); jetzt wollten wir testen, wie sich die Basisversion mit Benzinmotor und Grundausstattung schlägt.

Zum Listenpreis von 24.990 Euro bekommt man den Outlander mit dem 150 PS starken Benzinmotor in der Basisausstattung "Invite". Dabei präsentiert sich der geräumige SUV keinesfalls nackt. Mit an Bord sind schon ABS, ESP, 7 Airbags, eine Berganfahrhilfe, eine Klimaautomatik, 16"-Leichtmetallfelgen, ein Tempomat, Lederlenkrad- und Schaltknauf, ein Audiosystem inkl. USB-Anschluss und sechs Lautsprechern, eine Mittelarmlehne vorne sowie eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung. Als einzige Option hatte unser Testfahrzeug noch die Metallic-Lackierung, womit der Gesamtpreis bei 25.580 Euro liegt.

Den angewendeten Sparstift findet man in Anbetracht der kompletten Serienmitgift dann nur im Detail, so muss man lediglich auf in Wagenfarbe lackierte Türgriffe, eine 2-Zonen-Klimaautomatik oder auf in Chrom gehaltene Türöffner im Innenraum verzichten.

Der moderne Arbeitsbereich des Fahrers kommt zudem nur mit einem einfachen Bordcomputer, statt des hochauflösenden Display in den teureren Version, aus. Dies schadet der Übersichtlichkeit aber keinesfalls, die Armaturenlandschaft präsentiert sich sehr aufgeräumt und wohnlich. Auch der Stoffbezug der Sitze fühlt sich sehr gut an, und der günstigste Outlander verfügt sogar schon über noble Zierelemente in Klavierlackoptik und Alu-Dekor-Blenden.

Das Platzangebot ist ebenfalls sehr großzügig bemessen, und selbst im Fond hat man genug Knie- und Kopffreiheit. Mit einem Kofferraumvolumen von 477 Liter ist der Outlander auch sehr großzügig dimensioniert; wer die Rücksitze umklappt, hat sogar bis zu 1.022 Liter Stauraum zur Verfügung. Viele praktische Ablagen im Innenraum freuen die Passagiere zusätzlich.

Im Innenraum hat der Outlander somit schon einmal sehr viele Pluspunkte gesammelt und gezeigt, dass die Basisversion keinesfalls nackt sein muss. Als große Überraschung entpuppt sich dann aber der 2,0 Liter-Benzinmotor in Kombination mit dem 465,5 cm großen SUV. Auch wenn in dieser Fahrzeugklasse der Diesel dominiert, so wollten wir mal schauen, ob ein Benziner wirklich eine so schlechte Wahl ist, dass ihn die Kunden fast so meiden, wie Ölscheichs Elektroautos.

Ein 2,0 Liter Motor mit 150 PS (110 kW) würde beim ersten Eindruck jetzt mal nicht gerade für viel Fahrspaß in einem rund 1,4 Tonnen schweren SUV sprechen. Doch schon auf den ersten Metern sind wir vom Benziner ganz angetan. Er verrichtet seine Arbeit nicht nur sehr laufruhig und leise, sondern auch sehr agil.

Zwar erreicht der Motor sein maximales Drehmoment von 195 Nm erst zwischen 4.100 und 4.200 U/Min, dennoch liefert er gleich zum Start viel Kraft. So sprintet man auch in nur 10,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist bis zu 190 km/h schnell unterwegs. Die Power fehlt dem Motor erst wenn es darum geht, dass man aus höherem Tempo ohne Zurückschalten weiter beschleunigen möchte - dann wird er etwas träge.

Zur großen Verwunderung muss der Benziner nämlich mit einem manuellen 5-Gang-Getriebe vorlieb nehmen. Die Gänge sind zudem recht kurz abgestuft, um die Sparsamkeit zu erhöhen. So wird bereits bei knapp über 50 km/h der fünfte und damit höchste Gang eingemahnt, und dieser muss bis Tempo 190 km/h reichen. So ist man dann bei Autobahntempo schon in einem recht hohen Drehzahlbereich, durch die sehr gute Geräuschdämmung bleibt es im Innenraum dennoch angenehm leise.

Wem aufgrund der Eckdaten jetzt schon die Angstperlen bezüglich des Verbrauchs auf die Stirn treten, der kann sich gleich wieder entspannen. Die nächste große Überraschung liefert der Benziner nämlich beim Verbrauch. Auch wenn er mit nur fünf Gängen auskommen muss, so bleibt der Outlander mit Benzinmotor dank Start/Stopp-Automatik und einem sehr guten Motormanagement sehr sparsam.

Die vom Werk angegebenen 6,8 Liter Benzinverbrauch pro 100 Kilometer sind locker zu schaffen, wenn man die ECO-Taste drückt und so auf einen Teil der spritzigen Leistung verzichtet. Nach dem Drücken der ECO-Taste wird das Gas wesentlich geringer angenommen, und man spürt deutlich, wie dem Outlander etwas von seinem dynamischen Auftritt genommen wird.

Aber auch ohne die ECO-Taste bleibt der Outlander sparsam genug für ein Auto dieser Größen- und Leistungsklasse. Im Schnitt haben wir ohne die Sparfunktion einen Durchschnittsverbrauch von 7,3 Liter erreicht, womit der Outlander mit Benzinmotor in der Praxis sparsamer ist als manch Mitbewerber mit gleich starkem Dieselmotor.

Bei Fahrwerk und Federung ist der Outlander dann ganz auf Komfort getrimmt und verwöhnt seine Passagiere mit perfektem Fahrkomfort, ohne dabei schlecht auf der Straße zu liegen. Selbst ohne Allradantrieb ist die Straßenlage des Outlander sehr gut, lediglich die Ausflüge ins Gelände sollte man sich sparen.

Der Outlander mit dem 2,0 Liter-Benzinmotor ist auf jeden Fall eine sehr interessante Alternative im Segment der größeren Kompakt-SUV. Sein Preis ist für ein Auto dieser Größe fast unschlagbar niedrig, vor allem wenn man schon die sehr gute Ausstattung berücksichtigt. Hinzu kommen ein wirklich großzügiges Platzangebot und ein Motor, der viel Fahrspaß bei geringem Verbrauch bietet.

Was uns gefällt:

das Preis/Leistungsverhältnis, das Platzangebot, der Motor, der Verbrauch

Was uns nicht gefällt:

ein 6. Gang würde den Basis-Outlander noch feiner machen

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1-
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

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