Testbericht: Mitsubishi Outlander 2,2 Diesel Allrad

(03.05.2016) In unserem Testbericht verraten wir, was sich im Zuge des Facelifts beim Outlander geändert hat und wie sich der 150 PS Diesel mit Automatik fährt.

Mit dem Outlander hat Mitsubishi einen interessanten SUV im Rennen um die Gunst der Käufer. Er ist mit einer Länge von 470 cm schon der kompakten SUV-Klasse entwachsen, bleibt aber preislich noch sehr interessant. Für unseren Test haben wir den 150 PS starken Dieselmotor mit Automatikgetriebe in der Top-Ausstattungslinie "Instyle" gewählt. Der Preis von 43.590 Euro wirkt im ersten Moment nicht sehr günstig, relativiert sich aber sehr schnell, wenn man sieht, dass der Outlander wirklich keine Wünsche mehr offen lässt.

Im Preis enthalten sind schon LED-Scheinwerfer, LED-Rückleuchten, 18"-Leichtmetallfelgen, Ledersitze, das MMCS Navigationssystem mit Touchscreen, ein Rockford Fosgate Premium-Audiosystem mit 710 Watt Leistung, ein adaptiver Tempomat, ein Kollisionswarnsystem, ein Spurhalteassistent, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, eine elektrisch betätigte Heckklappe, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, ein elektrisches Hub-/Schiebedach und noch vieles mehr.

Zusätzlich zur sehr guten Ausstattung kann der frisch geliftete Outlander auch noch mit seiner neuen Optik punkten. Vor allem die neu gestaltete Frontpartie wirkt im Vergleich zum Vor-Faceliftmodell wesentlich moderner und auch viel dynamischer. Sehr gut dazu passt auch das neu gestaltete Heck mit den LED-Rückleuchten, die dem Fahrzeug von hinten einen sehr bulligen Auftritt verleihen. Gleich geblieben ist der wirklich großzügig dimensionierte Innenraum, der sich auch sehr wohnlich zeigt. Schön ausgefallen sind dabei die Dekorleisten, die sehr modern und hochwertig wirken. Das Plastik der Armaturenlandschaft und Türverkleidung könnte aber durchaus noch mehr Softtouch-Materialien vertragen.

Überzeugen kann der Outlander mit seiner Übersichtlichkeit und der einfachen Bedienung. Das Navi ist sehr günstig positioniert, so dass man den Blick kaum von der Straße nehmen muss, wenn man die Karte kurz anschauen möchte. Gut gelöst hat Mitsubishi auch die Tempomat- und Audiobedienung am Lenkrad. Die Tasten schauen nämlich nicht wie bei manchen Autos gleich aus, sondern man erkennt auf Anhieb, welche für Audio/Telefon und welche für den Tempomat zuständig sind. Hätte man auch noch einen Knopf für die Bedienung des Bordcomputers untergebracht, hätte es aber auch nicht geschadet. Bei diesem stört es auch sehr, dass sich der Durchschnittsverbrauch täglich resettet und man so keinen guten Überblick über den Gesamtverbrauch gewinnt und beim Tanken nachrechnen muss.

Absolut keine Kritik bekommt der Outlander für das Platzangebot, das sich mehr als großzügig zeigt. Selbst in der zweiten Reihe haben groß Gewachsene noch viel Platz. Nur in der dritten Reihe wird es dann etwas enger, was aber auch nicht wirklich verwundert. Kinder können aber locker Ausflüge mitmachen, das Kofferraumvolumen schrumpft bei voller Besatzung allerdings von 477 auf 128 Liter. Wer zur zu zweit unterwegs ist, kann 1.022 Liter unterbringen, zusätzlich stehen im Innenraum auch noch viele Ablagen zur Verfügung.

Angetrieben wird der Outlander von einem schon etwas in die Jahre gekommenen 2,2 Liter-Dieselmotor, der eine maximale Leistung von 150 PS (110 kW) erreicht. Sein maximales Drehmoment von 360 Nm liefert der Motor zwischen 1.500 und 2.750 U/Min, wobei der kernige Dieselmotor schon von unten heraus viel Kraft liefert.

Die 6 Stufen-Automatik benötigt für die Schaltvorgänge einen Tick länger als man es sich wünschen würde, schaltet dafür aber sehr sanft. Durch die eher langsamen Schaltvorgänge wirkt der Outlander auch bei voller Beschleunigung etwas träge und benötigt 11,6 Sekunden, um aus dem Stand heraus die 100 km/h-Marke zu knacken. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 190 km/h. Überzeugen kann aber die Abstufung der sechs Gänge, die auch bei Autobahntempo noch ein sehr niedriges Drehzahlniveau im höchsten Gang bietet.

Dadurch wird der Outlander zum idealen Reisefahrzeug, denn auch Fahrwerk und Federung sind ganz auf Komfort getrimmt. Zu schnelle Kurven sind dementsprechend nicht das, was der Outlander gerne hat, dafür werden Bodenunebenheiten perfekt weggefiltert. Der Outlander zeigt halt auch hier, dass er ein SUV und kein Sportwagen ist. Seine Stärken kann er nämlich im Gelände ausspielen, wo er durch den S-AWC-Allradantrieb für jeden Untergrund die passende Antwort hat.

Man kann per einfachem Knopfdruck zwischen 4WD Eco, wo sich der Allradantrieb nur bei Bedarf zuschaltet, 4WD, wo der Allradantrieb permanent an ist und 4WD Lock, wo ein erhöhter Kraftfluss auf die Hinterachse geleitet wird, entscheiden. So kommt man auch bei etwas stärkerem Gelände noch gut voran, ohne gleich aufgeben zu müssen. Im Gelände zeigt der 2,2 Liter-Motor auch gut, dass er von unten heraus sehr kräftig ist. Beim Verbrauch zeigt sich allerdings auch, dass der Dieselmotor nicht zu den sparsamsten Vertretern seiner Klasse zählt. Die vom Werk angegebenen 5,8 Liter sind nur schwer zu erreichen, wir haben im Schnitt 7,5 Liter pro 100 Kilometer benötigt.

Trotz sportlichem Outfit ist der Outlander sehr übersichtlich. Hilfreich ist dabei auch die Rückfahrkamera, die einem genau zeigt, wie viel Platz noch nach hinten ist. Auf Parksensoren hat man verzichtet, diese würden aber vor allem vorne gute Dienste leisten. Sonst ist Mitsubishi nämlich sehr um das Wohl der Passagiere bemüht, mit adaptivem Tempomat und Kollisionswarnsystem hat der Outlander auch sehr nützliche Assistenzsysteme an Bord. Nicht ganz unseren Geschmack getroffen hat der Spurhalteassistent, der bereits dann sehr nervig piepst, wenn man auch nur einen Millimeter der Fahrbahnmarkierung trifft. Schaltet man dieses Feature aus, muss man es nach jedem Start erneut tun, hier wäre es schön, wenn sich das Auto den Wunsch des Fahrers merken würde.

In der Summe der Eigenschaften gibt es aber beim Outlander viel Sonne und nur sehr wenig Schatten. Das Facelift hat ihm auf jeden Fall sehr gut getan, er wirkt jetzt hochwertiger, dynamischer und kann nach wie vor mit viel Platz überzeugen.

Was uns gefällt:

das Platzangebot, die Ausstattung, das neue Design, die vielen Ablagen, der Fahrkomfort

Was uns nicht gefällt:

die langen Schaltvorgänge der Automatik, das schrille Piepsen des Spurhalteassistenten

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 3
Fahrverhalten: 2
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 2
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

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