Der neue Mitsubishi Outlander mit Plug-in-Hybrid im Test

(04.06.2019) Mit dem Modelljahr 2019 bringt Mitsubishi den Outlander mit einem verbesserten Plug-In-Hybrid-System auf den Markt. Wir haben den Stromer zum Test geladen.

Optisch merkt man nur geringe Unterschiede zum Vorgänger: Kleine Modifizierungen vorne und an den Heckleuchten, Überarbeitung des Cockpits. Unser Testfahrzeug gibt es in zwei Ausstattungen, Business Connect und Diamond Connect, wobei wir letztere genauer unter die Lupe genommen haben.

Mit seinen 4,70 m Gesamtlänge und einer Breite von 1,80 m stellt der SUV schon einiges dar. Daher freut man sich über eine umfangreiche Sicherheitsausstattung wie zum Beispiel die 360-Grad-Ansicht der Fahrzeugumgebung, Ausparkhilfe mit Querverkehrswarner, Frontkollisionswarnsystem oder Totwinkelassistent. Im Innenraum überzeugt uns der Japaner durch sein großzügiges Raumangebot sowie seine edle Lederausstattung. Die Verarbeitungsqualität und das Design sind wirklich top. Zahlreiche Ablagen lassen uns alles gut verstauen, was für längere Reisen notwendig ist. Komfortable feingesteppte Premiumledersitze (Fahrersitz elektrisch verstellbar) geben uns das Gefühl, zuhause auf dem Sofa zu sitzen.

Um den Gesamtpreis von 53.530 Euro (einzige Option ist die Ruby-Black-Lackierung) wird unser Luxusliner zusätzlich noch mit einer elektrischen Heckklappe, einem Hub-Schiebedach, einer Rockford-Fosgate-Soundanlage mit 9 Lautsprechern und 710 Watt Leistung und einer elektrisch beheizbaren Windschutzscheibe ausgestattet. Bei einem Radstand von 2,67 m muss man im Fond keine Kompromisse eingehen. Hier ist ausreichend Sitzkomfort für drei Erwachsene gegeben. Auch mit dem Gepäck braucht nicht gespart zu werden. 463 Liter sind es regulär, mit umgeklappten Sitzen kann man den Stauraum auf 1.602 Liter erweitern.

Gegenüber seinem Vorgängermodell unterscheidet sich das Update des Outlanders vor allem durch die Überarbeitung des Hybrid-Systems. So besitzt der Neue einen hubraumstärkeren 2,4 Liter-Benzinmotor mit Atkinson-Zyklus, der nun statt den bisherigen 121 PS, 135 PS bei 4.500 Umdrehungen liefert. Bei dieser Drehzahl hat das Benzinaggregat auch sein maximales Drehmoment von stattlichen 211 Nm. Was jedoch das - in Anbetracht der zu bewegenden Masse von 1.937 kg - agile Ansprechverhalten des Japaners und damit seine absolute Reisetauglichkeit ausmacht, ist die "Power on Demand" durch die beiden Elektromotoren. Aufgrund der extrem guten Geräuschdämmung kann man im Innenraum den Fahrmodus kaum unterscheiden.

Während die Leistung des vorderen E-Motors mit 82 PS gleich blieb, erhöhte man für die optimale Unterstützung des Allradantriebs die Kraft des Heck-E-Motors auf 95 PS. Somit gibt es vom Start weg die volle Power von 137 sowie 195 Nm Drehmoment. Damit wuchtet sich der Mitsubishi richtig sportlich von der Kreuzung und erreicht die 100 km/h eine halbe Sekunde vor dem Vorgänger, nämlich bereits nach 10,5 Sekunden.

Ein weiterer Vorteil des Plug-In-Hybrid Systems 2.0 ist die Erhöhung der reinen elektrischen Fahrgeschwindigkeit auf 135 km/h. Muss man also kurze Strecken auf Autobahnen zurücklegen, wäre dies theoretisch auch rein elektrisch möglich. In der Praxis greift das System aber recht bald auf den parallelen Hybrid-Modus zurück, wo der Benzinmotor den Antrieb übernimmt und die E-Motoren den höheren Kraftbedarf einfach unterstützen. Auf diese Weise läuft unser Testfahrzeug locker-flockig bis zu 170 km/h Spitze.

Gerade jenen, die regelmäßig im Gelände unterwegs sind oder einen Anhänger (bis 1,5 t) mitführen, wird das "Super All Wheel Control"- Allradsystem, das beim Outlander PHEV serienmäßig ist, sehr entgegenkommen. Zumal dieses beim Stromer die herkömmlichen Möglichkeiten um die Funktionen "Sport" und "Schnee" erweitert. Drückt man die Taste Sport, macht das Kurvenfahren mit dem sonst eher soft abgestimmten SUV aufgrund des verbesserten Ansprechverhaltens und der optimierten Fahrzeugkontrolle deutlich mehr Spaß. Mehr Sicherheit bei glatten und schneebedeckten Fahrbahnen bietet Mitsubishi mit der Einstellung Schnee.

Puncto Reichweite sitzen wir, wie bei allen Hybrid-Fahrzeugen, zwischen zwei Stühlen - den Vorstellungen des Herstellers und unseren erfahrenen Werten. Da wir während unserer Testfahrt keine richtige Alltagssituation, sprich das Laden am Abend zuhause oder in der Arbeit testen konnten, mussten wir uns hier auf unsere ersten voll geladenen Werte verlassen. Daher führte uns unsere erste Reise etwa 150 km über Autobahnen, Landstraßen in Peter Roseggers Waldheimat und wieder zurück in die Großstadt Wien. Wir fuhren die Strecke im gewohnten Alltagstempo ohne den "Eco Modus", jedoch bergab mit den Schaltwippen, die das Automatikgetriebe auf höhere Bremsrekuperation trimmen und damit einerseits die Batterieladung unterstützen und andererseits das Bergabfahren erleichtern. So erreichten wir einen Verbrauch von 6,3 Litern auf 100 km/h (bei 42 % elektrischer Nutzung). Erschwerend für den echten Ökobetrieb war auch die Nutzung aller Stromfresser wie Klima, Navi und Ladebuchse.

Wären wir auf unserem Weg einer Schnellladestation über den Weg gefahren, so hätten wir unseren Outlander nach einer Kaffeepause wieder mit vollen Batterien nützen können. Will man den Batterieladestand "einfrieren", kann man dies per Taster tun, um dann noch genug Reserve für die Stadt übrig zu haben. Die rein elektrische Reichweite liegt dank der neueren stärkeren Batterie bei 45 km laut Hersteller. Geht man aber von einer alltäglichen, nicht spartanisch ökonomischen Fahrzeugnutzung aus, muss man mit deutlich weniger rechnen. Etwa 30 km sind hier realistisch. Zusätzlich gilt es temperaturbedingte Einschränkungen zu beachten. Bei -15 Grad dauert das Laden länger, unter -25 Grad kann es sein, dass eventuell gar nicht mehr geladen werden kann, was natürlich die Motorleistung reduziert.

Über + 40 Grad empfiehlt der Hersteller, hohe Geschwindigkeiten zu meiden und im Schatten zu parken. Dies sind alles Überlegungen, die man vor dem Kauf anstellen sollte. Außerdem ist das Laden an öffentlichen Ladestationen um einiges teurer als der Strom zuhause. Doch alles in allem hat Mitsubishi mit dem Outlander einen ausgewachsenen SUV mit luxuriösem Komfort auf die Beine gestellt, der nicht nur ein gutes Preis-Leistungs-Paket schnürt, sondern auch ein Plug-In Hybrid ist. Hat man die Möglichkeit, ihn zuhause zu laden, so kann man mit ihm problemlos kurze Strecken im Alltag rein elektrisch zurücklegen, was gerade in Ballungszentren ein Plus für die Luftqualität darstellt.

Was uns gefällt:

Plug-In-Hybrid-Konzept, kraftvoller Motor, luxuriöser Komfort

Was uns nicht gefällt:

Ohne Sportmodus sehr softe Fahrwerksabstimmung, elektrische Reichweite könnte mehr sein

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2

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