Mitsubishi Space Star Testbericht

(25.06.2013) Der Mitsubishi Space Star ist das neueste Modell der Marke mit den drei Diamanten. Wie sich der Colt-Nachfolger im Alltag schlägt, zeigt unser Test.

Mit dem Space Star hat Mitsubishi im Frühjahr 2013 einen Nachfolger des beliebten Colt auf den Markt gebracht. Der neue Name soll dabei das neue Selbstbewusstsein von Mitsubishi unterstreichen. Schon einmal hat es jedoch einen kompakten Van mit gleichem Namen gegeben, mit dem der neue Space Star aber sonst keinerlei Gemeinsamkeiten hat. Während viele Automodelle mit jedem Modellwechsel größer werden, ist der Space Star im Vergleich zum Colt kleiner geworden, soll dabei aber mehr Platz bieten.

Für unseren Test haben wir uns für die Basisversion, den Space Star 1,0 MIVEC in Inform-Ausstattung, entschieden. Um 10.990 Euro bekommt man nicht nur 71 PS (52 kW), sondern auch schon eine sehr gute Serienausstattung. Mit an Bord sind unter anderem ABS, ESP, 6 Airbags, elektrische Fensterheber vorne, eine manuelle Klimaanlage, ein Bordcomputer, Tagfahrlicht, eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, ein Radio mit CD-/MP3-Player und vier Lautsprechern sowie elektrisch verstellbare Außenspiegel. Als einziges Extra hatte unser Testauto dann noch die Pop-Grün-Metallic Lackierung um 390 Euro dabei, womit der Gesamtpreis bei 11.380 Euro liegt.

Die knallige Farbe steht dem Space Star dabei sehr gut. Der kleine Mitsubishi kann auch mit einem sehr eigenständigen Design aufwarten, ob die Kombination aus bulliger Frontpartie und etwas zierlich wirkendem Heck gefällt, muss jeder für sich entscheiden.

Im Innenraum präsentiert sich der kleine Mitsubishi dann aber tatsächlich sehr groß, lediglich in der Breite könnte es für etwas stärker gebaute Menschen eng werden. Dafür finden aber auch die Fondpassagiere für ein Auto dieser Klasse viel Platz vor. Das Kofferraumvolumen ist mit 235 bis 912 Liter Fassungsvermögen ebenfalls im Schnitt der Klasse, und auch bei den Ablagen lässt sich der Colt-Nachfolger nicht lumpen und bietet viele praktische Möglichkeiten, Kleinkram unterzubringen.

Keine Rätsel gibt auch die Bedienung auf, alle Schalter und Regler liegen gut zur Hand und sind selbsterklärend. Die Reduzierung auf das Nötigste ist bei den Designern wohl ganz oben im Pflichtenheft gestanden, was sehr erfreulich ist.

Sehr übersichtlich sind auch die Armaturen ausgefallen, rechts neben dem Tacho befindet sich auch eine großzügig dimensionierte Eco-Anzeige, die den Fahrer stets darüber informiert, wie effizient er gerade unterwegs ist. Viele grüne Balken bedeuten dabei viel Positives, ein roter Balken soll den Fahrer zu einem zarteren Gasfuß verleiten.

Dass bei unserem Test recht oft der rote Bereich zu sehen war, liegt aber vor allem am ganz auf Sparsamkeit getrimmten 1,0 Liter 3-Zylinder-Benzinmotor, der durchaus hohes Sparpotential bietet. Mit seinen 71 PS (52 kW) ist der Space Star eigentlich recht ordentlich motorisiert, immerhin müssen auch nur 845 Kilogramm in Bewegung gebracht werden.

So zeigt der Space Star auch vor allem in der Stadt seine Vorzüge, wo man ihn sehr flink bewegen kann und er sich auch sichtlich wohl fühlt. Hier kann er mit seiner Wendigkeit und den kompakten Abmessungen auftrumpfen. Je weiter man aus der Stadt hinaus fährt, umso mehr zeigen sich dann aber die Nachteile des Sparmeisters. Das maximale Drehmoment von 88 Nm bei 5.000 U/Min verheißt schon am Papier nicht gerade die größte Spritzigkeit.

In der Praxis bedeutet dies, dass man, sofern man nicht zur fahrenden Wanderbaustelle mutieren möchte, ordentlich aufs Gas treten muss, um akzeptable Fahrleistungen zu erzielen. Wer es darauf anlegt, sprintet in 13,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist bis zu 180 km/h schnell. Die größte Mühe hat der Space Star bei Überholmanövern oder auf der Autobahn beim Herausbeschleunigen nach Baustellen, wo man fleißig zurück schalten muss, um wieder Schwung aufnehmen zu können.

Ist man dann mal beim gewünschten Tempo angelangt, hält der Space Star brav die Geschwindigkeit, auch auf der Autobahn. Steigungen werden aber dennoch nicht gerade zum Freund des Space Stars und dessen Fahrers werden, dann ist nämlich schon wieder der nächste Schaltmarathon angesagt. Das manuelle 5-Gang-Getriebe lässt sich aber zum Glück leicht schalten, wenngleich eine sehr genaue Führung des Schalthebels nötig ist, damit keine Nebengeräusche entstehen.

Laut Werk soll sich der Space Star mit 4,0 Liter pro 100 Kilometer begnügen. Bei einer Sparfahrt konnten wir schon einmal an 4,2 Liter heran kommen, hatten dabei aber weder Radio noch Klimaanlage in Betrieb. Wer den Space Star vor allem in der Stadt bewegt und sehr sachte bei Überlandfahrten zugange ist, wird auch nicht viel mehr benötigen. Bewegt man den Space Star jedoch auch außerhalb der Stadt und zwar so, dass man die Leistung auch spürt und zügig voran kommt, sollte man mit 5,5 Liter rechnen.

Beim Thema Fahrwerk und Federung bietet der Space Star ebenfalls wieder viel Licht und Schatten. Auf der Haben-Seite ist der Komfort des Space Stars zu finden. Für einen Kleinwagen meistert der Japaner Bodenunebenheiten sehr gut und bietet so auch einen angenehmen Fahrkomfort. Zum Abenteuer werden dann jedoch die Versuche, den Space Star sportlich um enge Kurven zu bewegen. Durch die ebenfalls der Sparsamkeit zu verdankenden kleinen Reifen (165/65R14) hat man in flott gefahrenen Kurven das Gefühl, dass einem der Wagen wegschwimmt. Man bekommt den Space Star zwar schnell wieder in den Griff, und er ist auch wesentlich gutmütiger, als es sich anfühlt, dennoch merken wir auch hier, dass der Space Star wieder laut nach einem Einsatz in der Stadt schreit.

Dort kann der kleine Japaner auftrumpfen und ist einer der ganz Großen. Die leichtgängige Lenkung, die sogar ohne Servounterstützung auskommt, die großen Fensterflächen, die eine gute Rundumsicht bieten und der kleine Wendekreis machen den Space Star zum idealen Begleiter in der Stadt. Für jene, die einen praktischen Stadtwagen mit viel Platz suchen, ist der Space Star auf jeden Fall ein guter Tipp.

Was uns gefällt:

die Übersichtlichkeit, das Preis/Leistungsverhältnis, das Platzangebot, der Komfort

Was uns nicht gefällt:

die Trägheit des Motors außerhalb der Stadt, das Fahrverhalten bei höherer Geschwindigkeit

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1-
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 3
Fahrverhalten: 3
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 1-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1

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