Nissan Juke Testbericht

(02.09.2011) Mit dem Juke hat Nissan ein pfiffiges Crossover-Fahrzeug im Sortiment. Wir waren mit dem stärksten Juke mit Frontantrieb auf Testfahrt.

Der Juke ist das Einstiegsmodell in die breit gefächerte Crossover-Modellpalette von Nissan und unterhalb des Qashqai positioniert. Sein Design ist ganz auf eine jugendliche Zielgruppe abgestimmt und sehr mutig. Die Reaktionen der Passanten reichen von "cool" bis "hässlich" und zeigen, dass Geschmäcker verschieden sind. Fix ist jedoch, dass man sich mit dem Juke von der breiten Masse abhebt und ein sehr eigenständig gezeichnetes Auto erhält.

Kein anderes Modell bietet sich hier zum Vergleich, der Juke bedient mit seinem Outfit und den Eckdaten eine ganz eigene Klientel. Mit einer Länge von 413,5 cm ist er zwischen Kleinwagen und Kompaktklasse angesiedelt. Trotz seiner offroadtauglichen Bauweise bleibt der Allradantrieb jedoch nur dem Topmodell mit CVT-Automatikgetriebe vorbehalten.

Zu unserem Test haben wir nicht die vernünftigste, jedoch sicher die spaßigste Variante gewählt, den Juke 1,6 Dig-T mit 190 PS (140 kW) Benzinmotor und Frontantrieb in der Top-Ausstattungslinie Tekna. Serienmäßig verfügen alle Juke-Modelle über ein Sicherheitspaket mit ABS, ESP und 6 Airbags.

In der Tekna-Ausführung verwöhnt der Juke seine Passagiere schon serienmäßig mit 17"-Leichtmetallfelgen, elektrisch verstell- und anklappbaren Außenspiegeln, Regen- und Lichtsensor, Klimaautomatik, Tempomat, Nebelscheinwerfern, Lederlenkrad, Lederschaltknüppel, einem schlüssellosen Öffnungs- und Start-System, einer Rückfahrkamera, dem Nissan Connect Radio/Navigationssystem mit 5"-Farbdisplay und Touchscreen, 6 Lautsprechern und einer Rückfahrkamera. Wer sich angesichts der langen Ausstattungsliste in der 30.000er-Region sieht, wird beim Blick in die Preisliste eine positive Überraschung erleben. Mit 23.950 Euro kann der Juke durchaus als Okkasion bezeichnet werden.

Als Extras hatte unser Testwagen noch eine Lederausstattung inkl. Sitzheizung vorne und eine Metallic-Lackierung, wodurch der Testwagenpreis auf immer noch sensationell günstige 25.830 Euro kletterte. Dabei hat Nissan beim Juke auch in puncto Materialanmutung und Verarbeitungsqualität keineswegs gespart. Das Interieur präsentiert sich ebenso eigenständig wie das Exterieur und passt somit sehr gut zu dem kultigen Japaner.

Zudem bietet der Juke seinen Passagieren in Anbetracht der Außenmaße sehr gute Platzverhältnisse und viele praktische Ablagen. Das Kofferraumvolumen ist mit 251 Liter Fassungsvermögen jedoch etwas klein geraten, durch das Umklappen der hinteren Rücksitze lässt es sich aber noch auf bis zu 830 Liter erweitern.

Die Sitze im Juke sind sehr bequem, jedoch überraschend weich ausgefallen. Das passt nicht so ganz zum sportlichen Charakter des Juke, fällt aber auch nicht negativ auf.

Trotz der eigenständigen Gestaltung der Armaturenlandschaft und den auf den ersten Blick vielen Knöpfen, lässt sich alles sehr intuitiv und einfach steuern. Lobend sei an dieser Stelle auch das Navigationssystem erwähnt, welches ohne einen einzigen Blick in die Bedienungsanleitung problemlos bedient werden kann.

Dass der Juke nicht nur optisch auf Sport getrimmt ist zeigen schon seine Eckdaten bei der Motorisierung. Die 190 PS (140 kW) versprechen schon auf dem Papier jede Menge Fahrspaß, die der Juke dann auch in der Realität bietet. Er sprintet in 8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist bis zu 215 km/h schnell. Sein maximales Drehmoment von 240 Nm erreicht er dabei zwischen 2.000 und 5.600 U/Min.

So lässt sich der Juke wirklich in jeder Situation bestens bewegen. Zwar ist die Schaltung sehr kurz abgestimmt, und schon mit 70 km/h kann man bequem mit dem 6.Gang dahin gleiten, doch wenn man die Leistung braucht, reicht auch bei niedrigen Drehzahlen ein beherzter Tritt aufs Gaspedal, und schon geht die Post ab.

Der Motor verrichtet dabei seine Arbeit angenehm leise, selbst bei Autobahntempo ist von ihm nichts zu hören. Lediglich Wind- und Abrollgeräusche dringen dann in den Innenraum, sind aber für ein Auto dieser Klasse noch immer äußerst gering.

Die sportlichen Fahrleistungen spiegeln sich auch beim Fahrwerks- und Federungskapitel wider. Der Juke ist hier sehr straff abgestimmt, wodurch kurvige Straßen zum reinsten Vergnügen werden. Dass er dabei Bodenwellen und Schlaglöcher nicht so toll wegfiltert, sei ihm an dieser Stelle verziehen. Denn kaum ein Auto in dieser Preisklasse bietet so viel Fahrspaß und bleibt dabei noch so souverän. Trotzdem lässt es sich auch bequem dahin gleiten, wer auf Fahrspaß setzt, kann diesen aber jederzeit haben.

Nachdem der Juke sich schon so dynamisch bewegen lässt, nutzt man dies auch öfters aus. Da bleibt dann aber natürlich der Verbrauch hinter den Werksangaben zurück. Wer den Juke brav bewegt, wird mit den 6,9 Liter, die das Werk verspricht, durchaus auskommen, für den würde dann aber auch die Einstiegsmotorisierung mit 116 PS reichen.

Bei unserem Test hat sich der Juke im Schnitt 8,2 Liter gegönnt, was wir ihm aber nicht nachtragen, denn wer viel leistet, darf sich auch mal den einen oder anderen Schluck mehr genehmigen. Für die Leistung und den gebotenen Fahrspaß geht der Verbrauch noch allemal in Ordnung.

Aber nicht nur Überland, auch in der Stadt lässt sich der Juke sehr gut bewegen. Die sehr direkte Lenkung und ein kleiner Wendekreis sprechen für den pfiffigen Nissan. Die nicht ganz so optimale Rundumsicht gleicht er dann mit der Rückfahrkamera aus, die einen sehr guten Überblick über alles liefert, was im hinteren Bereich des Autos los ist.

Der Juke mag vom Design her nicht jedermanns Geschmack treffen, seine Qualitäten lassen sich aber nicht leugnen. Er bietet eine komplette Sicherheits- und Komfortausstattung mit vielen Luxus-Extras zum äußerst günstigen Preis. Dabei bekommt man auch noch einen starken Motor geliefert, der selbst im Drehzahlkeller schon sehr dynamisch ist und viel Fahrspaß bietet.

Was uns gefällt:

Das Preis/Leistungsverhältnis, der Motor, der Fahrspaß, dass der Juke einfach anders ist.

Was uns nicht gefällt:

Das kleine Kofferraumvolumen.

Testzeugnis:

  • Ausstattung Sicherheit: 1-
  • Ausstattung Komfort: 1
  • Verbrauch: 2
  • Fahrleistung: 1
  • Fahrverhalten: 1
  • Verarbeitung: 1
  • Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
  • Platzangebot Rückbank: 2
  • Kofferraum: 3
  • Ablagen: 1
  • Übersichtlichkeit: 2-

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