Nissan Murano Testbericht

(29.03.2012) Für das Modelljahr 2012 hat Nissan dem Murano ein kleines Facelift spendiert. Unser Test hat aber auch gezeigt, dass er im Detail weiter verfeinert wurde.

Der Nissan Murano ist ein auf den US-Geschmack geschneidertes SUV, das aber auch in Europa eine blendende Figur macht. Trotzdem führt der Murano ein Mauerblümchendasein. Dabei wurde der Murano für das Modelljahr 2012 einem kleinen Facelift unterzogen und noch weiter verbessert. Optisch erkennt man den neuen Jahrgang vor allem an den geänderten Heckleuchten mit LED-Technik, die jetzt noch eleganter leuchten als jene des Vorgängers. Im Innenraum hat man dem Murano ebenfalls eine neue Beleuchtung spendiert, die Armturen leuchten nun in elegantem Weiß statt Orange.

Für unseren Test haben wir die für Europa interessante Diesel-Version des Murano in der Executive-Ausführung gewählt. Zum Preis von 56.400 Euro ist dann wirklich schon alles mit an Bord, was das Herz begehrt. Unter anderem verfügt der Murano dann neben ABS, ESP, sechs Airbags und dem All-Mode-4x4-System auch schon über elektrisch verstellbare Ledersitze inkl. Memory-Funktion, Sitzheizung vorne und hinten, Tempomat, ein zweiteiliges Glas-Hub-Schiebedach mit elektrischer Betätigung, ein Bose-Soundsystem mit 11 Lautsprechern, eine elektrisch betätigte Heckklappe, ein schlüsselloses Zugangs- und Start-System, eine Rückfahrkamera sowie ein Touch-Screen Navigationssystem.

Im Vergleich zu anderen SUVs dieser Klasse kann der Murano somit als Schnäppchen bezeichnet werden, vor allem, da er dem Preis entsprechend auch wirklich sehr edel ausgeführt ist.

Neben der sportlich und zugleich eleganten Außen-Optik verwöhnt der Murano im Innenraum ebenfalls mit viel Luxus und einem Ambiente, welches den deutschen Premium-Herstellern um nichts nachsteht. Feinste Ledersitze in Kombination mit Alu-Dekoreinlagen und eine Armaturenbrettgestaltung, die sowohl funktionell ist, als auch eine perfekte Materialanmutung und Verarbeitung bietet - hier merkt man im Vergleich zum Vorgänger, dass man nochmals im Detail Verbesserungen in die Serie gebracht hat.

Gleich geblieben ist das Platzangebot, welches für die Passagiere der ersten Reiche vorzüglich und für jene der zweiten Reihe ausreichend groß ist. Lediglich das Kofferraumvolumen ist mit 402 Liter etwas mager ausgefallen. Mit einem einfachen Handgriff lassen sich jedoch die Sitze umklappen, und es entsteht ein bis zu 838 Liter großer Laderaum. Die elektrisch betätigte Heckklappe erleichtert einem dabei das Leben ebenso wie die vielen Ablagen im Innenraum.

Ordentlich nachgebessert hat Nissan bei der Geräuschdämmung. Zwar steckt noch der gleiche 2,5 Liter 4-Zylinder Diesel mit 190 PS (140 kW) wie beim Vorgänger unter der Haube, nur verrichtet dieser seine Arbeit nun wesentlich besser gedämmt und auch laufruhiger. Selbst bei Autobahntempo herrscht im Innenraum noch absolute Ruhe, und auch das Diesel-Nageln beim Kaltstart hat man dem Selbstzünder weitgehend abgewöhnt.

Geblieben sind aber ein ordentliches Durchzugsvermögen und sportliche Fahrleistungen und Fahreigenschaften. Mit einem maximalen Drehmoment von 450 Nm, welches der Motor bereits bei 2.000 U/Min erreicht, kommt man schon vom Start an gut weg und verspürt genug Leistung. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h erledigt der Murano in 10,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 196 km/h.

Dabei wird die Leistung sehr linear zur Verfügung gestellt, selbst bei Autobahntempo reicht ein kurzer Tipp aufs Gas, und schon zieht der Murano ordentlich an. Die 6-Gang-Wandlerautomatik verrichtet die Schaltvorgänge sehr sanft und reagiert auf eine geänderte Gaspedalstellung auch sehr rasch.

Im Vergleich zum Vorgänger ist der 2012er Murano aber auch sparsamer geworden. Die vom Werk versprochenen 8 Liter pro 100 Kilometer sind zwar noch immer schwer zu erreichen, mit einem Testverbrauch von 9,2 Liter ist er aber um 1,2 Liter sparsamer als sein Vorgänger.

Fahrwerk und Federung sind dabei ganz auf Komfort ausgerichtet, was zum Charakter des Fahrzeugs auch bestens passt. So lassen sich lange Autobahn-Etappen bestens meistern, flott gefahrene Kurven sind aber eher nicht so der Fall des Murano, auch wenn er sehr gutmütig den Lenkbefehlen des Fahrers folgt.

Für eine gute Straßenlage sorgt auch der "ALL Mode 4x4"-Allradantrieb, der die vier Räder je nach Fahrbahnuntergrund individuell mit Leistung versorgt. So macht das elegante Nissan-SUV auch abseits befestigter Straßen oder bei schlechter Witterung noch eine gute Figur.

Trotz seines wuchtigen Auftritts ist der Murano aber sehr wendig zu bewegen. Die Rundumsicht ist durch die breite C-Säule und das kleine Heckfenster zwar nicht die beste, jedoch unterstützen eine Rückfahrkamera sowie eine Seitenkamera im Außenspiegel auf der Beifahrerseite jedes Einparkmanöver bravourös.

Unser Test hat sehr deutlich gezeigt, dass Nissan mit dem Facelift und den Detail-Änderungen den Murano noch attraktiver gemacht hat. Einige Minus-Punkte des Vorgänger-Modells sind beseitigt worden, und so bleiben bis auf den kleinen Kofferraum nur noch viele Stärken übrig.

Der Murano ist ein weit unterschätztes Auto, welches zum fairen Preis eine ausgesprochen gute Ausstattung bietet und auch bei Verarbeitung und Materialanmutung mit der deutschen SUV-Konkurrenz mithalten kann. Dass der kräftige Diesel-Motor nun seine Arbeit sehr leise verrichtet, ist ein weiterer Pluspunkt für den Murano, der ihn auch in diesem Bereich ganz nahe an die Konkurrenz gebracht hat.

Was uns gefällt:

wie sehr der Murano im Detail verbessert wurde, die gute Ausstattung, der bullige Auftritt, der Fahrkomfort, der spritzige Motor

Was uns nicht gefällt:

das Kofferraumvolumen

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 2
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum: 3-


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