Testbericht: Nissan Townstar EV

(05.06.2024) In der Welt gewerblicher Nutzfahrzeuge, wo der Diesel oft das Sagen hat, fährt der Nissan Townstar EV vor – leise, sauber und höflich gegenüber der Umwelt.

Dieser Elektrovan teilt seine Plattform mit Verwandten wie dem Renault Kangoo und dem Mercedes Citan. Angetrieben wird der Townstar von einem 90 kW starken Elektromotor, der auf 122 PS kommt und eine solide 45 kWh-Batterie zur Seite hat. Diese Kombination soll nach WLTP-Norm eine Reichweite von bis zu 289 Kilometern ermöglichen.

In unserem Test zeigte sich, dass wir bei sommerlichen Temperaturen nach einer Vollladung mit einer realistischen Reichweite von 200 km rechnen konnten. Besonders praxisgerecht erwies sich die Schnellladefunktion: An einer Schnellladestation lässt sich der Akku in nur 37 Minuten von 15% auf 80% aufladen.

Für kommerzielle Langstreckentransporte könnte der Townstar EV jedoch weniger geeignet sein, da die Wartezeit des Mitarbeiters ebenso entlohnt werden muss.

Daher findet man den elektrischen Kastenwagen vornehmlich in der Stadt, wo ein kurzer Stopp an einer 11 kW Ladesäule gleich doppelten Nutzen bringt:

Der Mitarbeiter kann während des Ladevorgangs den Kundenauftrag erledigen, und zudem entfallen in Städten wie Wien während des Ladens die Parkgebühren – Voraussetzung dafür ist natürlich die Ladesäule direkt beim Kundenauftrag.

Nissan hat dem Townstar EV eine Ausstattung spendiert, die ihn fast schon ins PKW-Segment rutschen lässt. Dazu zählen in der Topversion Tekna ein Notbremsassistent, ein Totwinkelassistent, eine Müdigkeitserkennung, eine Verkehrszeichenerkennung und ein Spurhalteassistent. Das 360-Grad-Kamera-System bietet eine gute Übersicht und unterstützt den Fahrer in komplexen oder engen Parksituationen.

Preislich beginnt das Vergnügen bei 45.960 Euro für das Basismodell ACENTA. Die von uns getestete Tekna-Variante startet bei 50.040 Euro. Der Townstar EV ist somit eine lohnende Investition für die Zukunft – sowohl für die Umwelt als auch für den Fahrkomfort.

PKW-Feeling im Nissan Townstar Innenraum

In der Regel sind die Erwartungen an den Komfort eines Nutzfahrzeugs nicht besonders hoch. Doch der Nissan Townstar hat uns positiv überrascht: Sein Innenraum bietet eine PKW-ähnliche Ausstattung mit erstaunlich hohem Komfort. Der Fahrersitz, ausgestattet mit Lendenwirbelstütze und Armlehne, lässt sich vielfältig verstellen, sodass auch lange Fahrten zur entspannten Angelegenheit werden.

Das Cockpit präsentiert sich übersichtlich und benutzerfreundlich, mit einem zentral platzierten 8-Zoll-Touchscreen. Dieses System bietet nicht nur Navigation, sondern auch nahtlose Smartphone-Integration durch Apple CarPlay und Android Auto, was dem Fahrer erlaubt, Apps sicher während der Fahrt zu nutzen.

Das Armaturenbrett selbst bietet eine Fülle von Ablagemöglichkeiten und praktischen Details, wie eine großzügige offene Ablagefläche direkt neben dem Lenkrad und zusätzliche USB-Anschlüsse, die das Laden von Geräten unterwegs erleichtern. Für den passenden Halt des Telefons wurde auch vorgesorgt und eine Handyhalterung vorgesehen – perfekt für den täglichen Telefonstress eines Lieferanten.

Der Laderaum des Nissan Townstar EV ist einer seiner größten Vorzüge und hat mit einem Volumen von 3,3 m³ in der L1-Version und bis zu 4,9 m³ in der L2-Version ausreichend Platz für vielfältige Transportaufgaben. Der Zugang über die breite Seitenschiebetür und die bis zu 180 Grad öffnenden Hecktüren ist besonders komfortabel.

Eine niedrige Ladekante erleichtert das Ein- und Ausladen schwerer oder sperriger Gegenstände. Der Boden ist mit robustem Kunststoff verkleidet, der sowohl die Ladung als auch den Laderaum selbst vor Abnutzung und Verschmutzung schützt.

Obwohl die maximale Nutzlast von etwa 460 Kilogramm den Transport sehr schwerer Geräte einschränkt, ist sie für die Anforderungen der meisten Handwerks- und Paketzustellungsaufgaben ausreichend. Die installierten LEDs im Laderaum ermöglichen auch bei langen Arbeitstagen bis spät in die Nacht ein problemloses Verladen.

Flotter Kasten

Der Townstar EV bietet ein Fahrerlebnis, das man eher von einem gut abgestimmten PKW erwarten würde. Die Elektromobilität trägt zu einem leisen und ruhigen Fahrgefühl bei, das durch das Fehlen von Motorvibrationen und Auspuffgeräuschen unterstützt wird.

Die Beschleunigung ist dank des sofort verfügbaren Drehmoments des Elektromotors beeindruckend und sorgt in städtischen Verkehrssituationen sowie auf der Autobahn für leichtes Überholen. Den Sprint von 0 auf 100 km/h legt der Stromer in 11,6 Sekunden ab und beendet diesen bei einer elektronisch abgeriegelten Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h.

Das Fahrwerk des Nissan Townstar ist auf Komfort ausgelegt, liefert jedoch ausreichend Rückmeldung und Stabilität, um auch auf kurvigen Straßen ein sicheres Fahrverhalten zu gewährleisten.

Bei schnelleren Kurvenfahrten könnten die Sitze allerdings etwas mehr Seitenhalt bieten – solche dynamischen Fahrsituationen sind in der Regel aber nicht der Hauptzweck eines Lieferwagens.

Das regenerative Bremssystem trägt zur Effizienz des Fahrzeugs bei, indem es die kinetische Energie beim Bremsen zurückgewinnt und die Batterie auflädt, was die Reichweite merkbar verlängert. Die Rekuperation lässt sich in drei verschiedenen Stufen einstellen und kann auch vollkommen weggeschalten werden. Somit findet sich für jeden Fahrcharakter die perfekte Einstellung.

In wirtschaftlicher Hinsicht stellt der Townstar EV eine lohnende Investition dar. Die Anschaffungskosten sind zwar höher als bei den Diesel- und Benzin-Konkurrenten, doch die Einsparungen bei den Betriebskosten – insbesondere durch den Wegfall von Kraftstoff und reduzierte Wartungsanforderungen – können diesen Preisunterschied langfristig gut ausgleichen.

Was uns gefällt:

Der hohe Komfortgehalt, viele Ablagemöglichkeiten

Was uns nicht gefällt:

Preis, Ladegeschwindigkeit

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 3
Ausstattung Komfort: 2-
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 3
Fahrverhalten: 2
Verarbeitung: 2
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2

Tipp: Mehr Nissan News und Tests sowie die Nissan Händler in Österreich finden Sie hier.

Zum Öffnen der Fotogalerie mit allen 30 Fotos auf eines der Bilder klicken!

Die neuesten Auto-Tests

Jeep Wrangler 4xe Rubicon im Test; Bildquelle: auto-motor.at/Stefan Gruber

Testbericht: Jeep Wrangler 4xe Rubicon

Der Jeep Wrangler zählt zu den Offroad-Ikonen in der Autobranche, wir haben jetzt den neuen Jahrgang mit Plug-in-Hybrid-Antrieb zum Test begrüßt.
Weiterlesen

VW Passat Variant R-Line TDI DSG im Test; Bildquelle: auto-motor.at/Stefan Gruber

Testbericht: VW Passat Variant R-Line TDI DSG

Die neue Generation des VW Passat Variant soll mit alten Tugenden und neuer Technik überzeugen. Wir verraten im Test, ob dies auch gelingt.
Weiterlesen

Peugeot e-208 GT – Testbericht; Bildquelle: auto-motor.at/Kyrillos Ibrahim

Testbericht: Peugeot e-208 GT

Als elektrische Version des beliebten Kleinwagens Peugeot 208 bietet der e-208 eine Kombination aus bekanntem Design und elektrisierter Antriebstechnologie. Doch wie schlägt sich der elektrische Kleinwagen im Alltag?
Weiterlesen

Toyota Mirai Advanced im Test; Bildquelle: auto-motor.at/Stefan Gruber

Testbericht: Toyota Mirai Advanced

Schon 2021 hatten wir den Toyota Mirai im Testfuhrpark begrüßt, nach drei Jahren verraten wir, was sich seither am Gebiet der Wasserstofffahrzeuge getan hat.
Weiterlesen

Tests von Alfa-Romeo, Audi, BMW, Chevrolet, Citroen, Dacia und Ford; Bildquelle: auto-motor.at

Auto Testberichte von Alfa-Romeo über Audi, BMW, Citroen bis Ford

Hier finden Sie die neuesten Tests der auto-motor.at Redaktion mit Autos der Marken Abarth, Alfa-Romeo, Alpine, Audi, BMW, Cadillac, Chevrolet, Citroen, DS Automobiles, Dacia, Fiat und Ford.
Weiterlesen

Tests von Honda, Hyundai, Infiniti, Jaguar, Kia, Land Rover, Lexus, Mazda und Mercedes; Bildquelle: auto-motor.at

Auto Testberichte von Honda über Hyundai, Kia, Land Rover, Mazda bis Mercedes

Hier finden Sie die neuesten Tests der auto-motor.at Redaktion mit Autos der Marken Honda, Hyundai, Infiniti, Jaguar, Jeep, Kia, Land Rover, Lexus, Mazda und Mercedes.
Weiterlesen

Tests von Mini, Mitsubishi, Nissan, Opel, Peugeot, Renault, Saab und Seat; Bildquelle: auto-motor.at

Auto Testberichte von Mini über Mitsubishi, Nissan, Opel, Peugeot bis Seat

Hier finden Sie die neuesten Tests der auto-motor.at Redaktion mit Autos der Marken Mini, MG, Mitsubishi, Nissan, Opel, Peugeot, Polestar, Porsche, Renault, Saab und Seat.
Weiterlesen

Tests von Skoda, Smart, Suzuki, Toyota, Volkswagen und Volvo; Bildquelle: auto-motor.at

Auto Testberichte von Skoda über Smart, Toyota, VW bis Volvo

Hier finden Sie die neuesten Tests der auto-motor.at Redaktion mit Autos der Marken Skoda, Smart, Subaru, Suzuki, Tesla, Toyota, Volkswagen und Volvo.
Weiterlesen

Kurzmeldungen

Firmennews

Neuerscheinungen

neueste Auto-Tests