Testbericht: Nissan Townstar Kastenwagen

(16.11.2022) Wenn Ihr Arbeitsplatz vier Räder hat und Sie darin eine Menge Zeit verbringen müssen, dann ist der neue Nissan Townstar der perfekte Wegbegleiter.

Der Nissan Townstar teilt sich seine Gemeinschaftsbasis mit dem Renault Kangoo sowie dem Mercedes Citan. Mit dem neuen Modell verabschieden wir auch gleichzeitig den NV200. Dies spiegelt sich aber nicht in den Motorisierungen wider, da er weiterhin mit einem Verbrenner- oder Elektroantrieb bestellbar ist.

Der Townstar ist, wie sein Vorgänger, als PKW-Modell und als Kastenwagen erhältlich. Unser Testfahrzeug ist als Transportvariante mit der Ausstattungsvariante N-Connecta ausgeführt. Das Auto ist mit einem 1,3l großen Motor ausgestattet, welcher leistungsvolle 130 PS und 240 Nm auf die Straße bringt.

Der Listenpreis liegt hier bei 30.610 Euro und hat einiges an Ausstattung zu bieten. Im Paket sind unter anderem das 8-Zoll-Display mit Smartphone-Anbindung, Rückfahrkamera, ein höhenverstellbarer Fahrersitz mit Lendenwirbelstütze und Armlehne sowie ein Keyless-System enthalten.

Der Innenraum lässt nicht viele Wünsche offen, wenn man bedenkt, dass es sich hierbei um einen Lieferwagen handelt.

An Bord befinden sich einige Helferlein, wie ein intelligenter Müdigkeitswarner, autonomer Notbremsassistent, Totwinkelwarner, LED-Beleuchtung im Laderaum, Smartphonehalterung und 16“-Stahlfelgen. Ein Zusatzpaket bei unserem Testauto ist das Technologie-Paket, welches schwarze Außenspiegel, LED-Nebelscheinwerfer und einen Spurhalte-Assistent mit sich bringt.

Der Gesamtpreis erhöht sich somit auf 32.290 Euro, wobei hier die NoVA und die Mehrwertsteuer schon im Preis inbegriffen sind.

Konnektivität wie in einem Pkw

Neben den vielen Helferlein bietet der Japaner außerdem noch zahlreiche praktische Funktionen und genügend Stauräume. Oberhalb des Cockpits befindet sich ein großer Stauraum, der mit zwei USB-Anschlüssen ausgestattet ist. Direkt rechts daneben zentral auf dem Armaturenbrett befindet sich eine ebenso groß dimensionierte offene Ablage.

Natürlich darf der Platz für die Arbeitsjacke im Transporter nicht fehlen. Hier hat Nissan simple Haken auf der Höhe der Sitze verbaut, die es ermöglichen, zwei Jacken problemlos hängend hinter den Sitzen zu verstauen.

In den meisten Fällen werden keine hohen Ansprüche an ein Nutzfahrzeug gestellt. Der Nissan Townstar überraschte uns jedoch sehr, da er im vorderen Innenraumbereich einem PKW sehr ähnelt und dementsprechend einen sehr guten Komfort bietet. Die Sitze sind für Langstrecken erstaunlicherweise gut geeignet und bieten genug Halt, auch bei kurvigen Fahrten.

Das Display liegt sehr gut im Cockpit, und die Bedienelemente sind auch alle in greifbarer Nähe. Diese sind mit einigen Funktionen, wie dem Parkassistenten und dem Einschalten der Rückfahrkamera, versehen. Bei der Einheit der Klimaanlage wurde auch nicht gespart. Die Drehregler sind sehr gut verarbeitet und mit einem Aluminium-Look ausgestattet worden.

Positiv auffallend ist auch, dass das Lenkrad und der Schaltknauf mit einem sehr feinen und angenehmen Leder überzogen sind. Die gute Verarbeitung und Materialauswahl fühlen sich deutlich mehr nach einem PKW als nach einem Nutzfahrzeug an. 

Das Infotainmentsystem bietet einige zeitgemäße Optionen, wie Apple CarPlay und Android Auto. Jedoch ist die Bedienung nicht dem heutigen Standard entsprechend, da das System etwas länger braucht, um zu reagieren. Das eingebaute Navigationssystem verfügt über einige Karten, das aktuelle Verkehrsaufkommen sowie Baustellen werden jedoch leider nicht angezeigt.

Geräumiger Laderaum

Das 3,3 m3 große Ladeabteil bietet für ein 4,48 langes Fahrzeug ein großes Platzangebot. Die Ladefläche hat eine Länge von etwa 1,8m und eine Breite von 1,5m. Ermöglicht wird dadurch das einfache Durchladen von bis zu zwei Europaletten. Damit man beim Einladen optimale Bedingungen hat und die Hecktüren nicht im Weg stehen, lassen sich diese bei Bedarf von 90° auf bis zu 180° öffnen. Um Gegenstände noch leichter einzuladen, wurde natürlich auch eine Schiebetür auf der rechten Seite eingebaut. Diese bietet eine Durchlassbreite von 615mm.

Damit die schöne rote Farbe unseres Testfahrzeugs nicht zerkratzt, ist auch ein schöner Kunststoffboden integriert worden, der dementsprechend Schutz vor Kratzern und Verschmutzungen bietet. Somit kann man beim Verladen von schwereren Dingen auch ruhig etwas unvorsichtiger sein.

Die maximale Nutzlast liegt bei etwa 775kg, was für den 130 PS Motor auch bergaufwärts kein Problem darstellt. Durch die verbauten LEDs im Laderaum ist ein angenehmes Verladen auch in der Nacht möglich.

Wer Tankstellen gerne meidet und die Zeit lieber auf der Strecke verbringt, ist beim Townstar genau richtig. Eine Volltankung brachte bei unserem Test etwa 680km Reichweite, was bei einem Tankinhalt von 54l sehr passend ist. Rechnerisch ergibt das einen Durchschnittsverbrauch von 7,4 l/100km, was der WLTP-Angabe von 6,8 l/100km recht nahe kommt.

Der Nissan Townstar ist ein ziemlicher Allrounder und überrascht bei seinem Fahrkomfort. Das Fahrwerk ist eher komfortabel abgestimmt, bietet jedoch genug Feedback bei flotten Kurvenfahrten. Alles in Allem ist der Townstar in der Nutzfahrzeugversion aufgrund seines hohen Komforts doch eher als PKW zu deklarieren.

Das Eindämmen von Windgeräuschen und der agile Motor machen das Auto zu einem guten Wegbegleiter in Ihrer Zukunft. Nur bei Autobahntempo neigt es dazu, im Innenraum etwas lauter zu werden. Hier hätte man ein wenig an der Motordämmung nachlegen können.

Was uns gefällt:

Der hohe Komfort, die vielen Ablagemöglichkeiten, der leistungsstarke Motor, die vielen Assistenzsysteme, der Preis

Was uns nicht gefällt:

Infotainmentsystem veraltet, Armlehne nicht verstellbar, laute Motorgeräusche bei Autobahnfahrten

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 3
Ausstattung Komfort: 2-
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 3
Fahrverhalten: 2
Verarbeitung: 2
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2

Tipp: Mehr Nissan News und Tests sowie die Nissan Händler in Österreich finden Sie hier.

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