Opel Insignia Dynamic Grand Sport im Test

(10.05.2019) Limousinen als langweilige Straßenkreuzer? Nun, der Opel Insignia verspricht allein dem Namen nach ein hohes Maß an Sportlichkeit. Wir haben die 200 Pferde für Sie auf den "Rennstrecken" des Alltags getestet.

Leider eben nur im alltäglichen Terrain und nicht auf der Rennstrecke. Doch keine Angst, unser Insignia weiß sich auch auf normalen Straßen äußerst zivil zu verhalten. Das "OPC" an den Seiten weist auf die Ausstattungslinie "Dynamic" hin. Der Motor ist aber kein aufgetunter Kraftprotz, und so ist er auch kein unbändigbarer Wildfang wie für die Jugend gemacht. Im Gegenteil, der Insignia wirkt deutlich erwachsener und weiß mit jeder Menge Komfort mit luxuriösem Touch zu punkten.

Aber auch der Preis richtet sich deutlich an jene, die die Probeführerscheinphase schon länger hinter sich haben.Um 40.430 Euro zeigt man sich mit der Serienausstattung zufrieden. Dafür gibt es für die Fließhecklimousine unter anderem eine verchromte Dach-Designlinie, die Schulterlinie in hochglänzend Schwarz, eine Zweizonen Klimaautomatik, 20-Zoll-Leichtmetallfelgen und einiges mehr.

Für den charakterstarken Auftritt des sonst eher optisch biederen Opels sorgt das OPC Line Sport-Paket für außen und innen. Und so findet man hier alles, was das sportliche Herz höher schlagen lässt wie zum Beispiel Stoßfänger mit Frontspoilerlippe vorne, Seitenschweller, einen dezenten Heckspoiler und verchromte Auspuffendrohre. Das OPC Interieur Paket verpasst unserem Testfahrzeug Alu-Sportpedale, einen schwarzen Dachhimmel und ein beheizbares Multifunktionslederlenkrad. Mit etwas mehr als 10.000 Euro an Extras wird der Insignia zu einer wahren Komfortlimousine mit Ambitionen zur Premiumliga - mal ganz abgesehen von der Sportlichkeit. Für 50.871 Euro besitzt man ein rundherum komplett ausgestattetes Fahrzeug, das nichts vermissen lässt.

Äußerst bequem sind bei Opel als Teil der Lederausstattung und in Form des Sitz-Pakets 1 die beiden vorderen Sitze, die sogar ein Gütesiegel "Gesunder Rücken" tragen. Sie sind achtfach elektronisch einstellbar, und der Fahrersitz verfügt darüber hinaus über eine Massagefunktion. Außerdem kann die Sitzposition abgespeichert werden, sodass problemlos zwischen mehreren Fahrern gewechselt werden kann. Neben einer Sitzheizung für vorne und hinten hat der Insignia für die beiden Fahrersitze zusätzlich eine Sitzlüftung. So werden Blusen und Hemden durch längere Fahrten weniger verknittert.

 

Nachdem man sich gemütlich hinter dem Lenkrad eingerichtet hat, stellt man fest, dass sich alles am richtigen Platz befindet. Zentraler Blickfang ist das als Option erhältliche 8-Zoll-Display unsers Multimedia Navi Pro. Das Multimediasystem kann selbstverständlich auch per Sprache gesteuert werden. Dank Connected Navigation Services gibt es unter anderem die Möglichkeit, auf Online-Kartenaktualisierungen, Live- Verkehrswarnungen oder Parkinformationen zuzugreifen. Apple CarPlay und Android Auto können ebenfalls darüber verbunden werden. Ist der Insignia das Auto der Wahl für mehrere Personen, so kann man bis zu fünf Nutzerprofile abspeichern.

Darüber hinaus stammen aus der Optionsliste jene Features, die unseren Blitz mit dem Plus an Fahrkomfort und Sicherheit ausstatten. Hier sollte allen voran das IntelliLux-LED-Matrix-Licht genannt werden, das sich durch eine individuelle Lichtverteilung je nach den Fahrbedingungen auszeichnet. Dadurch wird die Fahrbahn stets optimal ausgeleuchtet. Dazu gehört ebenso das Sicht-Paket mit Regensenor, abblendenden Rückspiegeln und Fernlichtassistent.

Für den optimalen Fahrkomfort vor allem auf längeren Wegstrecken sorgt der adaptive Tempomat, der bei der Frontkamera der 3. Generation dabei ist und zusätzlich eine automatische Gefahrenbremsung beinhaltet. Der Verkehrsschild-Assistent ist im Alltag hilfreich, nur wie bei anderen Herstellern ebenso nicht immer zuverlässig mit der Anzeige. Mit seiner Gesamtlänge von 4,9 m gehört der Insignia zu den richtigen Limousinen. Dementsprechend unübersichtlich zeigt er sich beim Rangieren. Hier macht sich das Park&Go Premium Paket sehr nützlich. Dies beinhaltet neben dem Parkpiloten und der 360° Grad-Kamera einen automatischen Parkassistent und einen Rückfahrassistent, der vor Querverkehr bzw. Fußgängern warnt. Einen Totwinkelassistent hat der Opel ebenfalls mit an Bord.

Den Titel Großraumlimousine erhält der Insignia nicht nur für den großzügigen Innenraumkomfort besonders auf der hinteren Sitzbank. Hier ist genug Platz für drei Personen, die auch bequem längere Strecken mitreisen können. Richtig ins Staunen kommt man nach dem Öffnen der Heckklappe. Ladegut zwischen 490 und 1.450 Litern und knapp zwei Metern Länge bei umgeklappten Rücksitzen - dies lässt uns in Gedanken schon die Luftmatratze für das nächste Festival einpacken. Als Notschlafstelle reicht das allemal.

Motorisch wurde in unserem Testfahrzeug der stärkste verfügbare Benzinmotor verbaut. Der 1,6 Liter-Turbo leistet 200 PS bei 5.500 Touren, die der Rüsselsheimer äußerst glaubwürdig auf die Straße bringt. Seine 280 Nm Drehmoment liefert er bereits ab 1.650 Umdrehungen (bis 4.500) und zeigt daher Kraft über das gesamte Drehzahlband hinweg. So macht das Fahren wirklich Spaß. Sehr gut darauf abgestimmt wurde das Sechs-Gang Automatikgetriebe. Die Motor-Getriebe-Kombination ermöglicht dem Deutschen eine sehr homogene Kraftentfaltung ohne Turboloch. Seine Sportlichkeit unterstreichen auch die technischen Daten: In 8,0 Sekunden sprintet der Opel bis zur 100 km/h-Marke. Zur dynamischen Gangart, die überdies mit dem "Sport-Modus" noch nachgeschärft werden kann, passen sein straffes, jedoch nicht bretthartes Fahrwerk und seine darauf angepasste Lenkung.

So kann man mit dem Insignia, wenn es einen gelüstet, durchaus zügig um die Kurven wedeln, aber auch auf langen Distanzen gemütlich von A nach B reisen. Dies muss aber nicht zwingend langsam sein, denn seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 232 km/h. Ebenso positiv hervorzuheben ist der Verbrauch der Opel Limousine. Laut Werksangabe liegt der Durchschnittsverbrauch bei 6,6 Litern, im Stadtverkehr sollen es 8,4 Liter sein. Dies mag zu einem Teil an der sportlichen Gewichtsverteilung des Eigengewichts seiner (nur) 1,5 Tonnen liegen. Unser Bordcomputer zeigte nach unserer Testphase einen Wert von etwa 7,6 Litern auf 100 km.

Der Opel Insignia Grand Sport in der Dynamic-Ausstattung weiß durch seine OPC-Elemente die Opel-Limousine aus dem optischen Dornröschenschlaf zu reißen ohne dabei zu dick aufzutragen. Die 200 PS-Motorisierung macht das Design auch glaubwürdig. Hier wurde nicht geschlampt. Auch nicht mit den vielen Extras, die den Komfort deutlich erhöhen und unserem Blitz Premiumflair angedeihen lassen. Wie eingangs erwähnt, ist der Insignia weniger für die jungen Wilden, aber sicher für jene, die immer noch viel Spaß am Autofahren haben, aber auf Größe Wert legen. Sein Preis erscheint in Anbetracht der gebotenen Leistung und der Verarbeitungsqualität durchaus gerechtfertigt.

Was uns gefällt:

Motorisierung, sportliche Akzente der OPC Line, Innenraumangebot

Was uns nicht gefällt:

unübersichtlich, könnte optisch noch etwas pfiffiger sein

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 3 (ohne Assistenten)

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