Peugeot 2008 Testbericht

(25.10.2013) Mit dem 2008 hat Peugeot ein hübsches Crossover-Modell auf Basis des 208 auf die Räder gestellt. Wir haben die Basis-Motorisierung in Top-Ausstattung getestet.

Der Markt der kleinen Crossover-Fahrzeuge wächst ständig, und Peugeot bietet seit kurzem mit dem 2008 auch ein passendes Modell in diesem Segment an. Die Mischung aus SUV, Kombi und Kleinwagen bietet viele Vorteile und im Falle des 2008 auch eine sehr ansprechende Optik. Das neue Peugeot-Design ist beim 2008 perfekt umgesetzt, und der kleine Alleskönner wirkt extrem dynamisch, dabei aber sehr harmonisch und bis ins letzte Detail durchdacht.

Für unseren Test haben wir den 2008 mit dem 82 PS starken Basis-Benzinmotor und der Top-Ausstattungslinie "Allure" kombiniert. Zum Preis von 19.290 Euro bietet der 415,9 cm lange Franzose schon ABS, ESP, sechs Airbags, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, eine Ambientebeleuchtung mit LEDs, elektrisch verstell- und anklappbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorne und hinten, eine Einparkhilfe hinten, Regen- und Lichtsensor, 16"-Leichtmetallfelgen, Nebelscheinwerfer, Alu-Zierelemente, ein Audiosystem mit einem Soundprozessor by Arkamys inkl. 6 Lautsprechern, das neue Touchscreen-Bediensystem, Tempomat und einen Bordcomputer.

Als Option hatte unser Testfahrzeug dann noch die Lackierung in Perlmutt Weiß, den Park-Assist, abgedunkelte Scheiben ab der B-Säule, Ledersitze inkl. Sitzheizung und das Navigationssystem Plus. Der Gesamtpreis liegt damit bei 22.709,52 Euro.

So ausgestattet wirkt der 2008 dann sehr elegant und luxuriös. Vor allem der Mix aus Leder und Zierelementen in Aluoptik machen den 2008 zu einem sehr wohnlichen Auto. Das neue Bediensystem mit hoch angesetzter und weit vorne untergebrachter Tachoeinheit, dem kleinen Lenkrad und dem weit in den Innenraum ragenden Touchscreen kann auch im 2008 überzeugen.

Die Reduzierung auf die nötigsten Knöpfe und das leicht zu bedienende Touchscreen-Display sind eine gute Kombination, und auch das kleine griffige Lenkrad ist eine gute Idee. Ins Auge fällt aber auch der extravagant gestaltete Handbremshebel, der zudem sehr gut in der Hand liegt und zeigt, dass ein Handbremshebel nicht unbedingt immer gleich ausschauen muss.

Die Interieur-Designer haben sich beim 2008 also wirklich viel Mühe gegeben, dabei aber nicht nur auf die Optik, sondern auch auf ein optimales Raumangebot geachtet. Der 2008 bietet auf allen Plätzen viel Raum für die Passagiere. Durch das gewölbte Dach ist auch die Kopffreiheit in der zweiten Reihe sehr gut, und auch das Kofferraumvolumen kann mit 410 bis 1.400 Liter voll überzeugen.

Peugeot hat auch auf die Kritik bezüglich der wenigen Ablagen im 508 reagiert und dem 2008 brauchbare Ablagen im Fahrgastraum spendiert. Wenn jetzt noch die Getränkehalter so ausgeformt wären, dass die Flaschen nicht in jeder Kurve umkippen, hätten wir gar nichts mehr zu meckern gehabt.

Sehr überrascht hat uns auch die Motorisierung in unserem Testfahrzeug. Der neue 3-Zylinder-Motor mit 1,2 Liter Hubraum und einer Leistung von 82 PS (60 kW) kann nämlich mit einer ausgesprochen guten Agilität überzeugen. Wir mussten zweimal in den Zulassungsschein schauen um zu glauben, dass wir nicht mit dem stärkeren Modell mit 120 PS unterwegs sind.

Schon von unten heraus bietet der Motor eine ansprechende Agilität, auch wenn das maximale Drehmoment von 118 Nm erst bei 2.750 U/Min geliefert wird. Erst bei voller Beschleunigung merkt man dann, dass die Leistungsentfaltung nach oben hin etwas zäher wird. Zu diesem Zeitpunkt meldet sich dann auch der 3-Zylinder mit einem eher rauen Klang zu Wort und zeigt, dass ihm vielleicht doch ein Zylinder fehlt.

Hat man dann aber die gewünschte Geschwindigkeit erreicht, läuft der Motor wieder angenehm leise, zumindest bis zum Erreichen der Autobahngeschwindigkeit. Grund dafür ist, dass im 2008 nur ein 5-Gang-Getriebe verbaut wurde, wodurch bei Tempo 130 km/h der Motor schon in einem sehr hohen Drehzahlbereich läuft und somit lauter ist.

Die Schaltung selbst ist aber sehr angenehm und gut ausgelegt. Man kann die Gänge sehr leicht schalten, und bis auf den Schaltvorgang vom 4. in den 5. Gang sind auch die Schaltwege sehr kurz. Wer die volle Leistung abruft, erreicht nach 13,5 Sekunden aus dem Stand die 100 km/h-Marke. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 169 km/h und sollte somit in Österreich ausreichen.

Der 2008 mit dem 3-Zylinder-Motor lässt sich wirklich angenehm und gemütlich fahren, eine Sportskanone darf man sich aber nicht erwarten. Wer dabei oft einen schweren Gasfuß hat, der muss auch mit einem höheren Verbrauch rechnen. Die vom Werk angegebenen 4,9 Liter Verbrauch pro 100 Kilometer sind aber auch mit zartem Gasfuß nur schwer zu erreichen. In unserem Test hat sich der 2008 doch rund 6,6 Liter gegönnt.

Passend zur Motorisierung sind auch Fahrwerk und Federung ausgefallen. Der 2008 bietet viel Komfort und lässt sich auch auf weiten Strecken als angenehmes Reisefahrzeug verwenden. Sowohl was die Federung, als auch was das Fahrwerk betrifft, kann der 2008 mit einer sehr guten Abstimmung aufwarten. Bodenunebenheiten werden perfekt weggebügelt, dennoch bietet der 2008 auch in Kurven hohe Reserven und lässt sich durchaus dynamisch bewegen, ohne dass man im Innenraum seekrank wird. Die leichtgängige Lenkung ist zudem sehr direkt, und so lässt sich das kleine Crossover-Modell von Peugeot auch in der Stadt sehr gut manövrieren.

Bei der Übersichtlichkeit gibt es ebenfalls keinen Grund zur Klage, die relativ gerade Linienführung der Fensterkanten ermöglicht einem zu jedem Zeitpunkt eine gute Rundumsicht. Zudem gibt es im Top-Modell auch eine Einparkhilfe hinten, die zusätzlich für schrammenfreies Einparken sorgt.

Der Peugeot 2008 ist auf jeden Fall ein sehr gelungenes Auto, das mit viel Platz, einem innovativen Bediensystem und einer sehr gelungenen Optik überzeugen kann. Die gute Ausstattung und der quirlige 3-Zylinder passen ebenfalls gut zusammen, vor allem, wenn man den 2008 eher für die Stadt und kurze Strecken verwendet, wo der neue Motor eine hervorragende Figur macht und sich sehr agil bewegen lässt. Wer öfters weitere Strecke zurücklegen muss, sollte dann doch zu einer stärkeren Motorisierung greifen.

Was uns gefällt:

das Design, das neue Bediensystem inkl. kleinem Lenkrad, das Platzangebot, die Ausstattung, wie quirlig der 3-Zylinder zum Start ist

Was uns nicht gefällt:

dass man auf einen 6. Gang verzichtet hat, dass der 3-Zylinder oben hinaus nicht mehr so quirlig ist

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 2
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 1-

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