Peugeot e-Expert Premium L2 75 kWh im Test

(22.07.2021) Die Elektromobilität hat jetzt auch den Nutzfahrzeugbereich erreicht. Wir verraten in unserem Test, wie sich der Peugeot e-Expert im Alltag bewährt.

Auch im Nutzfahrzeug-Sektor gewinnen elektrisch betriebene Fahrzeuge immer mehr an Bedeutung, vor allem in Österreich.

Durch die in Europa einzigartige Einführung der NoVA für Nutzfahrzeuge in Österreich, werden Kleintransporter mit Verbrennungsmotor bei uns zukünftig deutlich teurer.

Als Alternative gibt es zum Glück schon einige Elektromodelle, wie den von uns getesteten Peugeot e-Expert, der das Segment durch seine Vielseitigkeit neu aufrollen soll.

Optisch entspricht die Elektro-Version den anderen Varianten. Lediglich an kleinen Details, wie etwa der Klappe am vorderen Kotflügel der Fahrerseite, hinter der sich der Ladeanschluss befindet, kann man den e-Expert erkennen.

Die Kunden können den elektrisch Expert auch in verschiedenen Längen und zwei Batteriegrößen wählen. Wir haben den Kastenwagen in der mittleren Länge „L2“ gewählt und ihn mit der 75 kWh großen Batterie kombiniert.

So sollte man auch weitere Strecken problemlos bewältigen können, mehr dazu aber später. Preislich startet diese Version bei 39.300,- Euro exklusive Steuer oder 47.160,- Euro inklusive Steuer.

Die Serienausstattung ist für ein Nutzfahrzeug schon sehr gut, es gibt unter anderem eine Klimaanlage, ein Audiosystem, einen Tempomat, elektrische Fensterheber und eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung.

Gute Basisausstattung

Als einzige Option hatte unser Testfahrzeug eine beschichtete Holzplatte mit Anti-Rutsch-Funktion inkl. Seitenverkleidung und Verkleidung der Radkästen an Bord.

Der Gesamtpreis summiert sich damit auf 40.090,- Euro exklusive MWSt, bzw. 48.108,- Euro inklusive der 20% hohen Steuer.

Die Fahrerkabine bietet einen Mix aus Nutzfahrzeug- und Pkw-Feeling, man fühlt sich aber auf Anhieb wohl. Der Fahrer hat sogar eine höhenverstellbare Mittelarmlehne, und der kleine Kipphebel für die Fahrstufe findet sich auch in den Pkw-Modellen wieder.

Ungewohnt, aber dennoch eine Wohltat war das klassische Infotainmentsystem ganz ohne Touchscreen. So wird man nicht durch unendlich viele Funktionen abgelenkt und kann sich ohne Schnickschnack dem reinen Musikgenuss hingeben.

Zur großen Überraschung ist sogar die Soundqualität der Lautsprecher überraschend gut gewesen. Auch der Tacho überzeugt mit einer klaren Darstellung und einem zwischen Leistungs- und km/h-Anzeige befindlichen Bordcomputer.

Den praktischen Nutzwert erhöhen eine Vielzahl an Ablagen. Im gesamten Fahrgastberiech ist kein Zentimeter ungenützt geblieben, und der e-Expert bietet viel Platz für Kleinkram.

Großer Laderaum

Während der Fahrer sehr angenehm sitzt, ist die Zweier-Sitzreihe neben dem Fahrer eher als Strafbank zu sehen. Die Sitze sind in keiner Weise verstellbar und so sind die zwei Beifahrer gezwungen, eine etwas ungemütliche Sitzposition einzunehmen.

Sehr großzügig präsentiert sich dafür das Ladevolumen in der mittleren Länge. Bis zu 5,3 m3 Ladung kann der Elektro-Transporter aufnehmen. Die Nutzlast liegt bei 960 Kilogramm, womit man auch schwerere Gegenstände gut transportieren kann.

Im ersten Moment waren wir angesichts der hohen Ladeleistung in Bezug auf die Leistung des Elektrotransporters etwas skeptisch.

Der Elektromotor liefert eine maximale Leistung von 136 PS (100 kW) und ein maximales Drehmoment von 260 Nm.

Diese volle Leistung bekommt man jedoch nur im „Power-Modus“ zur Verfügung gestellt. Damit liefert der e-Expert aber auch bei voller Beladung noch sehr gute Fahrleistungen. Unbeladen tut sich die Elektronik sogar schwer, die Kraft ohne Probleme auf die Vorderräder zu bringen.

Bei rutschigem Fahrbelag können bei Vollgas die Räder durchaus schon einmal zum Durchdrehen neigen. Für den Paradesprint von 0 auf 100 km/h benötigt man 13,3 Sekunden, was für ein Auto dieser Klasse kein schlechter Wert ist.

Spritziger als erwartet

In der Praxis fühlt sich dies auch noch flotter an, als man es am Papier vermuten würde. Vor allem, da der e-Expert auch völlig geräuschlos davon sprintet. Selbst bei den 130 km/h Höchstgeschwindigkeit bleibt es im Innenraum noch leiser als bei vielen Pkw-Modellen.

Wer nicht gerade Überholmanöver tätigen muss oder es besonders eilig hat, der wird am besten im normalen Modus unterwegs sein. Hier hat man noch immer eine Leistung von 109 PS (80 kW), was für den Alltag vollkommen ausreichend ist.

Eine etwas träge Angelegenheit ist der Eco-Modus, der nur noch eine Leistung von 82 PS (60 kW) bietet. Dieser Modus empfiehlt sich nur, wenn die Batterieleistung zu Neige geht und man keine Ladestation in der Nähe hat.

So ist man sehr sparsam unterwegs und kann die Restreichweite gegenüber dem Normal-Modus nochmals erhöhen.

Wobei die Reichweite mit der 75 kWh-Batterie überraschend gut war. Laut Werk soll man bis zu 329 Kilometer weit kommen, was auch ein sehr realistischer Wert ist. Wir haben bei unserem Test auf der Autobahn die Höchstgeschwindigkeit ausgekostet und auch vor Überholmanövern nicht zurückgeschreckt.

Dennoch konnten wir eine Reichweite von 298 Kilometern erzielen, was ein sehr brauchbarer Wert ist. An einer öffentlichen Ladestation mit 100 kW-Ladeleistung kann man zudem in rund 48 Minuten bis zu 80% der Batterie aufladen.

Sparsamer als angegeben

Der e-Expert hat sich trotz unserer durchaus forcierten Fahrweise beim Stromverbrauch deutlich besser gezeigt, als es das Werk verspricht. Wir sind im Schnitt auf einen Verbrauch von 22 kWh pro 100 Kilometer gekommen, Laut Werk dürfte sich der e-Expert 24,4 bis 27,3 kWh gönnen.

Sehr gut ist auch die Straßenlage des Kastenwagens. Trotz hohem Aufbau hat man einen sehr niedrigen Schwerpunkt, wodurch jederzeit ein perfekter Kontakt zur Straße vermittelt wird.

Die hohe Sitzposition ist dabei sehr angenehm, dennoch ist der e-Expert mit einer Gesamthöhe von 189 cm noch mit den meisten Tiefgaragen kompatibel.

Der Peugeot e-Expert hat in unserem Test auf jeden Fall einen sehr überzeugenden Auftritt hingelegt. Er kann mit viel Komfort, einem großen Laderaum und einer sehr interessanten Reichweite aufwarten.

So macht die E-Mobilität durchaus auch für das Gewerbe Sinn. Wer mit der hohen Reichweite dennoch nicht das Auslangen findet, der kann auf den e-Expert Hydrogen warten, der ab Ende 2021 erhältlich ist.

Was uns gefällt:

Das PKW-Feeling, der Fahrkomfort, die Ausstattung, das Design, die Reichweite, die Straßenlage

Was uns nicht gefällt:

Die Positionierung des Getränkehalters

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 3
Ausstattung Komfort: 1
Strom-Verbrauch: 1
Reichweite: 2
Fahrleistung: 2
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 2-
Laderaum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2

Tipp: Mehr Peugeot News und Tests sowie die Peugeot Händler in Österreich finden Sie hier.

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