Renault Zoe Intens R135 im Test

(25.03.2020) Renault bringt mit dem neuen Zoe einen elektrisierenden Stadtflitzer, der auch Überland zu begeistern weiß. Lesen Sie in unserem Bericht, wo der Stromer punktet.

So wirklich optimal fiel der Testzeitpunkt diesmal nicht. Es war die Unsicherheitsphase vor dem großen Sturm, sprich Ausgangsbeschränkung, als wir den aquamarin-blauen Zoe vom Laaer Berg in die Redaktionsgarage holten.

Rasch das Wochenende zum Fotografieren genutzt, wer weiß, was noch kommt? Was kam, hörten/sahen /lasen wir zur Genüge in den Medien. Doch in Zeiten der Unsicherheit braucht der Mensch Konstanten, auf die er sich verlassen kann. Eine davon war unser Renault Zoe.

Mit der Schlüsselkarte in der Jackentasche entriegelt der kleine Flitzer in großer Vorfreude seine Türen. Also nehmen wir einmal Platz und lassen das Interieur auf uns wirken. Bei vielen Herstellern zeigen sich die Innenräume der Stromer futuristisch und datenüberladen. Nicht so beim Zoe.

Renault schafft bei dem kleinen Stadtflitzer das gewisse Etwas. Das Interieur, die Bedienelemente wirken frisch und modern, aber nicht im extremen Futurestyling als würde man ein Raumschiff pilotieren. Man fühlt sich gleich wie zuhause.

Selbstverständlich darf das eine oder andere stylische Feature nicht fehlen, und so fängt sich unser Blick gleich auf dem großen 9,3-Zoll-Touchdisplay, das aufgrund der Größe Radio, Navigation und Telefon gleichzeitig in einer Übersicht darstellen kann.

Während wir unser Smartphone zum induktiven Laden auf die Ablage unter dem Schalthebel legen, schauen wir uns ein wenig weiter um und entdecken, dass die Einlagen am Armaturenbrett nun nicht aus Holz, Chrom oder dergleichen sind, sondern aus Stoff - genauer gesagt aus Recytex, also 100% recyceltem Material, ganz wie es für ein Elektroauto sein sollte.

Auch die Sitze, die die angenehme, typisch französisch-komfortable Polsterung besitzen, sind eine Mischung aus Kunstleder/Recytex und gehören zur Topausstattung unseres Stromers namens „Intens“.

Preislich startet der Zoe Intens bei 28.390,- Euro. Er ist sogar vorsteuerabzugsberechtigt und damit eine Überlegung für Betriebe, die eher Kurzstrecken in der Stadt zurücklegen.

Dieser Preis ist für das Fahrzeug in Kombination mit der Batteriemiete, die z.B. bei 84,- Euro im Monat für 10.000 km Jahresleistung liegt.

Für Vielfahrer ab einer jährlichen Laufleistung von 22.500 km gibt es für Privatkunden die Möglichkeit, um 124,- Euro die Batterie im Monat zu mieten. Wem dies aber alles zu kompliziert ist, der kann unser Testfahrzeug als Zoe Complete also inklusive Batterie erwerben und zahlt dann 36.590,- Euro. 200,- netto Auslieferungspauschale kommt in jedem Fall dazu.

In der Topausstattung hat Renault wirklich alles aus den Regalen hineingepackt, was in den kleinen Franzosen an Technik und Komfort hineinpasst.

Einzig die Effektlackierung und die Bose-Soundanlage, die aus dem Stromer eine fahrende Jukebox machen (6 Lautsprecher + Subwoofer!), schlagen sich aus der Aufpreisliste mit 1.050,- Euro gesamt dazu.

Gerade in der kalten Jahreszeit wärmen die Sitzheizung für beide Vordersitze und die Lenkradheizung rascher als die Klimaanlage den Innenraum, obwohl diese schneller arbeitet als bei Verbrennern.

Die Easy-Link Multimediaanlage besitzt nicht nur das riesige Informationsdisplay, sondern auch die Navigation von TomTom.

Durch die Anbindung an Android oder Apple können viele Smartphonefunktionen ebenfalls darüber abgerufen werden. Äußerst genau arbeitet die Spracherkennung. Sie nervt weder mit lästigen Wiederholungen noch mit langen Erklärungen und versteht uns ganz genau.

Elektrische Fensterheber gibt es sowohl vorne als auch hinten, wobei die Rückbank wie bei allen Cityflitzern eine Kurzstreckennotlösung darstellt. Dafür gibt es sogar eine 3. Kopfstütze hinten, falls man wirklich eine Fünferbelegung des Zoe anstrebt, zu der wir aber eigentlich nur bei sehr zarten Personen raten.

Um Hamsterkäufe von mehreren Klopapierpackungen zu tätigen, kann die Rückbank 1/3 zu 2/3 umgeklappt werden. Damit erhöht sich das Volumen von 338 Litern auf 1.225 Liter. Wobei für den Alltag die normale Kapazität für Handgepäck, Schultasche und Alltagseinkauf ausreicht.

Der Zoe Intens ist nur mit der Z.E.50 Batterie (R135) verfügbar. Das heißt, der kleine Renault mit dem doch beachtlichen Kampfgewicht von 1.542 kg (davon machen 326 kg allein die Batterie aus) knallt auf den Asphalt wie ein Kurzschluss. Nun vielleicht nicht ganz so heftig, aber doch beachtlich.

Immerhin schafft er kurzfristig 135 PS und eine Dauerleistung von 70 PS. Durch die 245 Nm Drehmoment, die der Motor quasi ab Gasbefehl abliefert, macht der Franzose mit seiner Antrittsstärke und 9,5 s auf 100 km/h wirklich großen Spaß.

Die elektrische Servolenkung ist geschwindigkeitsabhängig und liefert auch auf der Autobahn ein gutes Feedback. Apropos Autobahn: Der Zoe hat die Möglichkeit, im ECO-Modus gefahren zu werden. Dann ist jedoch bei knapp über 100 km/h Schluss mit dem Vortrieb.

Ohne ECO-Modus erreichen wir problemlos die erlaubte Höchstgeschwindigkeit, die auf Autobahnen in Österreich gilt. Und er könnte noch ein kleines bisschen mehr, nämlich bis zu 140 km/h. Das Schöne daran ist aber, dass er sich nicht auf die 130 müht, sondern flott beschleunigt.

Ruhe draußen, Ruhe drinnen – nicht nur in Anbetracht der wenigen Fahrzeuge in diesen Tagen überzeugt uns der Zoe mit einer hervorragenden Geräuschdämmung. Die sphärischen Klänge, die er beim Beschleunigen und Bremsen von sich gibt, erinnern uns eher an ein Wellness-Spa als an eine Autofahrt. Vielleicht wäre der Name „Zen“ hier besser?

Um Unfallgefahren zu minimieren, gibt es bei unserem Stromer neben einem aktiven Spurhalteassistent, Spurhaltewarner, Verkehrszeichenerkennung, Toter-Winkel- und Geschwindigkeitswarner auch eine Einparkhilfe für vorne und hinten sowie eine Rückfahrkamera. Damit kann man den Zoe gegebenenfalls sogar in eine Minilücke einparken.

Die maximale Reichweite laut Hersteller liegt bei 395 km unter Idealbedingungen. Im Winter ist es weniger. Hier muss man mit etwa 250 km rechnen. Unter Testverbrauch lag bei 14,8 kW/h im Durchschnitt.

Der Renault Zoe ist ein echter Gassenfloh, der mit seiner Reichweite auch Sinn für all jene macht, die keine Ladebox in ihrer Garage montieren können, denn innerhalb der 250 km schafft man es sicherlich zu einer öffentlichen Ladestation.

Was uns gefällt:

Bedienfreundlich und intuitiv, komfortabel, Reichweite und Motorisierung

Was uns nicht gefällt:

Preis für einen Kleinwagen doch recht hoch

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 3
Kofferraum: 2
Ablagen: 1-
Übersichtlichkeit: 1

Tipp: Mehr Renault News und Tests sowie die Renault Händler in Österreich finden Sie hier.

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