Testbericht: Skoda Superb Combi SportLine

(11.11.2016) Die Zeit der Kombis als reine Zweckerfüller ist endlich vorbei. Skoda schlägt bei seinem neuen Combi noch ein Sondermodell SportLine dazu. Sport-Platz sozusagen!

In den letzten Jahren wurde in der Branche auffällig, dass die Designer (wahrscheinlich, weil selbst mit Nachwuchs versorgt) den bis dato eher optisch unästhetischen Kombis neues Leben einhauchten. Den schalen Beigeschmack des Nutzfahrzeuges - entweder man brauchte den Platz beruflich oder privat - spülten die Benutzer bei den Stammtischen mit einem abfälligen "Es bringt mich von A nach B. Das reicht." hinunter. Dass viele jedoch eben nicht nur von A nach B wollen, sondern dies in einer schicken Karosse, kommt immer mehr in Mode. Aber was will Mann mehr, wenn der Wagen nicht nur Platz sondern auch gehörig Kraft unter der Haube hat. Dann vereint sich das Beste aus beiden Welten, jetzt kann man den Schlüssel mit Stolz und breitem Grinsen auf den Stammtisch legen.

Unser Superb Combi in der SportLine-Version ist dabei mit seinen 220 PS noch gar nicht der stärkste, den es gibt! Der Spaß beginnt bei 46.830 Euro. Damit spricht er wahrscheinlich die beruflichen Kombipiloten eher an als das Familienvatergeldbörsel der Durchschnittsfamilie. Doch die Investition macht sich bezahlt. Der SportLine besitzt zahlreiche optische Elemente, die seine Eigenständigkeit hervorheben. So gibt es unter anderem innen spezielle Dekoreinlagen in der Mittelkonsole und den Türen, Lederlenkrad mit 3-Speichen und Schaltknauf mit silbernen Ziernähten und nicht zu vergessen die Pedale mit SportLine-Design.

Doch auch von außen erkennt man den Sportkombi: Eine schwarz glänzende Dachreling sowie ein Dachkantenspoiler mit oberer seitlicher Spoilerlippe und 19-Zoll-Leichtmetallfelgen mit polierter Oberfläche (im Sport-Paket) machen den Skoda zu einem wirklichen Schmuckstück.

Technisch verfügt der Skoda über sämtliche Features, die man auch bei den Premiumherstellern finden kann. Bi-Xenon-Scheinwerfer mit adaptivem Frontlicht und Fernlicht-Assistent, eine elektronische Differentialsperre, hydraulischer Bremsassistent und Multikollisionsbremse, Motorschleppmomentregelung, Regensensor, Müdigkeitswarner und nicht zu vergessen, ein Sportfahrwerk wurden im Sondermodell verbaut. Für Kombis ideal ist der schlüssellose Zugang.

Bereits in der Serienausstattung besitzt der Combi SportLine eine Vielzahl an Simply Clever-Lösungen, die wir von der Marke kennen. Dadurch bleibt kein Platz ungenutzt. Beim Superb besonders sind die in den beiden Vordertüren versteckten Regenschirme, deren Wasser aus dem Fahrzeug nach außen abfließen kann, damit der Innenraum trocken bleibt.

Der Innenraum des Superb wirkt aufgrund der schwarz-roten Farbkombination und der Alcantara/Leder-Mischung sehr edel. Sehr komfortabel fanden wir die Sitze. Die Sport-Komfortsitze vorne sind beheizbar, und der Fahrersitz verfügt über eine Memoryfunktion. Obwohl sie lange Fahrten bequem machen, bieten sie trotzdem genügend Seitenhalt, um sportliche Fahrweisen nicht missen zu müssen.

In Sachen Sonderausstattung lässt Skoda dem Käufer die Qual der Wahl. In unserem Testfahrzeug hat es den Anschein, als wurde so ziemlich alles verbaut, was verfügbar ist. Daher geben wir hier nur einen Überblick über die auffälligsten Features. Insgesamt kommen wir auf einen Preis von 55.131,20 Euro. Allen voran steht das große Panorama-Glasschiebedach, das elektrisch auch ausgestellt werden kann. Dank des Radio-Navigationssystems "Columbus SG", das eine Verkehrszeichenerkennung inkludiert, findet man über das 8-Zoll-Farbdisplay stets den Weg nach Hause. Spurwechsel-, Spurhalte- und Ausparkassistent gehören ebenfalls zur Optionsausstattung.

Über mangelnden Komfort im Fond brauchen sich die Mitreisenden nicht zu beschweren. Die breite Sitzbank bietet genügend Platz für drei Personen. Sie kann bei Bedarf beheizt werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, die Klimaanlage für den Fond extra zu steuern. Besonders hervorzuheben ist die großzügige Beinfreiheit. Seitliche Sonnenrollos schützen vor neugierigen Blicken. Komfortabler geht kaum mehr. Selbst auf eine fernbedienbare Standheizung wurde nicht vergessen.

Der Skoda Superb Combi ist der größte Kombi im Produktportfolio der tschechischen Marke. Seine Ladekapazität beginnt bei 660 Litern und reicht bis zu 1.950 Litern bei umgeklappten Rücksitzen. Dabei hat man eine "Ladeluke" mit einem Meter Breite zur Verfügung. Güter von knapp zwei Metern Länge lassen die Heckklappe gerade noch schließen, die überdies in unserem Fall elektrisch funktioniert.

Befeuert wird das sportliche Ladewunder durch einen Zwei-Liter-TSi-Motor, der 220 PS liefert und per Start-Knopf zum Leben erweckt wird. Trotz eines Eigengewichts von etwa 1,5 Tonnen merkt man deutlich seine Kraft und Agilität. In 7,1 Sekunden schafft der SportLine Combi den Sprint auf 100 km/h. Seine Geräuschkulisse bleibt in einem akustisch angenehmen Bereich, egal ob rein vom Motor bzw. von außen. Da sein Drehmoment von 350 Nm bereits bei einer Drehzahl von 1.500 Umdrehungen beginnt, erweist sich der Skoda als echtes Kraftpaket. Dazu wurde hervorragend das 6-Gang-DSG angepasst, das blitzschnell anspricht. So macht sportliches Fahren wirklich Spaß. Wer lieber alles selbst macht, kann mittels Schaltwippen hinter dem Lenkrad die Gänge wechseln. Laut Hersteller liegt das oberste Ende des Fahrspaßes bei 243 km/h. Positiv hervorzuheben wäre dabei, dass der adaptive Tempomat, ebenfalls aus der Optionsliste, bis 210 km/h mithält. Damit ist man auch für Deutschlands Autobahnen bestens gerüstet.

Jetzt würde man denken, wer kräftig anpackt, muss gut gefüttert werden. Skoda nennt für den Superb Combi SportLine einen Verbrauch von 7,9 Liter in der Stadt und 6,3 Liter im Durchschnitt. Da wir während unserer Testzeit die Ladekapazität jedoch genossen und oftmals vollbesetzt und beladen unterwegs waren, wir auch von langen Autobahnfahrten bis zum üblichen Großstadtstau nichts ausließen, zeigte unser Bordcomputer Werte von 8,5 bis knapp unter neun Liter an.

Grundsätzlich erscheint uns das Fahrwerk des Skoda gut ausbalanciert. Nicht zu straff, dennoch kein Schaukelschiff. Die dynamische Fahrwerksregelung (optional) hilft zusätzlich, die persönlich beste Fahrwerksabstimmung zu finden. Obwohl der Superb Combi mit seinen 4,86 Metern weit weg von der Handlichkeit ist, unterstützt die Lenkung das Rangieren und Manövrieren sehr. Ihr Ansprechverhalten finden wir gerade im Stadtverkehr angenehm. Parksensoren und -assistent mit Rückfahrkamera, ebenfalls in der Sonderausstattung, unterstützen im Alltag besonders in engen Parkgaragen und -lücken.

Der Skoda Superb Combi SportLine gehört auf jeden Fall bei all jenen auf die Wunschliste, die viel Stauraum benötigen, aber dafür weder auf ein schickes Design noch auf Sportlichkeit verzichten wollen. Außerdem überrascht die Marke immer wieder mit klugen Lösungen, wie der Taschenlampe im Kofferraum und anderen Ideen. Der Preis ist in Anbetracht der gebotenen Leistung durchaus akzeptabel. Wir trennen uns nur ungern von ihm.

Was uns gefällt:

Motorperformance mit DSG-Getriebe, Ladekapazität, Simply-Clever-Lösungen

Was uns nicht gefällt:

Preis für das Durchschnittshaushaltsbudget doch zu hoch

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2

TIPP: Mehr Skoda News und Tests, aktuelle Skoda Gebrauchtwagen sowie die Skoda Händler in Österreich finden Sie hier.

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