Testbericht: Toyota Mirai Advanced

(15.05.2024) Schon 2021 hatten wir den Toyota Mirai im Testfuhrpark begrüßt, nach drei Jahren verraten wir, was sich seither am Gebiet der Wasserstofffahrzeuge getan hat.

Außerhalb von Europa sind auch noch andere Antriebsarten als das Elektroauto im Fokus der Hersteller, allen voran ist der Hybrid-Pionier Toyota auch am Sektor der Wasserstofffahrzeuge führend.

Mit dem Mirai hat Toyota schon 2021 die zweite Generation des Wasserstoffautos nach Österreich gebracht, viele Fahrzeuge sieht man bei uns aber noch nicht.

Dabei haben uns schon vor drei Jahren Fahrzeug und Technik begeistert. Der Kaufpreis des Mirai Advanced liegt mit 75.920,- Euro am Niveau vergleichbarer Oberklassefahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

Immerhin sind im Preis schon jede Menge Luxusfeatures enthalten, wie etwa klimatisierte Ledersitze, ein Head-up-Display, LED-Scheinwerfer und noch vieles mehr.

Optisch besticht der Mirai zudem auch nach drei Jahren noch mit einem sehr modernen und dynamischen Look. Auch die Coupé-Linienführung steht der Limousine gut.

Mittlerweile hat der Mirai aber schon über 40.000 Kilometer am Tacho, womit er auch schon mal seine Langzeitqualitäten zeigt.

Der Innenraum wirkt noch frisch wie am ersten Tag, keinerlei Abnutzung ist bemerkbar, und die Verarbeitung ist nach wie vor perfekt. Man könnte meinen, in ein fabriksneues Auto einzusteigen.

Ein Antrieb der begeistert

Nach wie vor begeistert der Mirai auch beim Antrieb. Der Elektromotor, der von einer mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzelle mit Energie versorgt wird, leistet 182 PS (134 kW) und ermöglicht sehr souveräne Fahrleistungen.

Der Mirai sprintet in nur 9,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist bis zu 175 km/h schnell. Da er nicht nur über einen geräuschlosen Antrieb verfügt, sondern auch über eine grandiose Dämmung, bleibt es im Innenraum bei jedem Tempo sehr leise.

Seine komfortable Abstimmung und die gute Straßenlage machen den Mirai in wirklich jeder Situation zu einem angenehmen Begleiter.

Das Geniale an dieser Fahrzeuggattung ist aber, dass man die Vorzüge eines E-Autos mit jenen eines Autos mit Verbrennungsmotor verbindet.

Der Mirai fährt sich wie ein Elektroauto, hat aber die Reichweite von einem Benziner und lässt sich auch genau so schnell wieder mit Wasserstoff befüllen, wie ein Auto mit Verbrennungsmotor und 70-Liter-Tank mit Benzin.

Das Fassungsvermögen der insgesamt drei Wasserstofftanks liegt bei 5,6 Kilogramm, die Reichweite bei rund 1,0 Kilogramm Verbrauch pro 100 Kilometern somit bei etwa 560 Kilometern.

Tankstellen sind noch Mangelware

Trotz aller Vorteile, die für ein Wasserstofffahrzeug sprechen, setzt man in der EU weiterhin auf Elektroautos.

Leider hat sich auch in den letzten drei Jahren an der Einstellung der EU zu diesem Thema nicht viel getan, dabei gibt es schon jetzt grünen Wasserstoff, der in Deutschland sogar günstiger angeboten wird als der graue Wasserstoff, der nicht aus regenerativ erzeugtem H2 besteht.

Es hat sich in Österreich leider auch die Auswahl an Wasserstofftankstellen in den letzten drei Jahren kaum verändert, zudem ist der Preis massiv gestiegen, was jedoch wieder mal nur ein österreichisches Phänomen ist.

Im Jahr 2021 hat das Kilo noch rund 10,- Euro gekostet, jetzt liegt der Preis in Österreich bei 23,99 Euro, wie wir bei unserem Test mit dem Toyota Mirai festgestellt haben.

Bei H2 Mobility in Deutschland (https:/h2.live) liegt der Preis laut Homepage für grünen Wasserstoff zwischen 9,50 und 11,- Euro, bei grauem Wasserstoff zwischen 12,85 und 15,25 Euro, womit man deutlich günstiger als in Österreich unterwegs ist.

Zumindest hat das Thema Wasserstoff in Deutschland etwas an Bedeutung gewonnen, bleibt zu hoffen, dass sich dies in der ganzen EU durchsetzt.

Toyota zeigt auf jeden Fall mit dem Mirai, dass ein mit Wasserstoff betriebenes Auto eine sehr interessante Alternative sein kann.

Der Toyota Mirai kann in fast allen Punkten überzeugen

Der Mirai ist nämlich in jeder Hinsicht ein Highlight, der als einziges Manko ein recht kleines Kofferraumabteil (321 Liter Fassungsvermögen) hat. Sonst besticht die dynamische Limousine mit enorm viel Komfort, viel Fahrspaß und einer Qualität, die man heute auch nicht mehr oft findet.

Die Luxus-Ausstattung kann auch anspruchsvolle Kunden überzeugen, und im Fahrbetrieb sind keinerlei Schwächen auszumachen.

Auch der Preis ist nicht abschreckend, womit als größtes Übel für eine weitere Verbreitung die wenigen Tankstellen und die bei uns teuren Wasserstoffpreise anzuführen sind.

In Deutschland kann der Mirai bei den Fahrtkosten durchaus mit einem E-Auto mithalten, hier sind die Kosten für 100 Kilometer für ein Wasserstoffauto etwa gleich hoch wie für ein E-Auto.

Auf der Langstrecke hat der Mirai aber auf jeden Fall die Nase vorn, kommt er doch mit einer Tankfüllung über 500 Kilometer und ist in rund fünf Minuten wieder vollgetankt.

Beides Eckdaten, von denen ein E-Auto-Besitzer nur träumen kann, vor allem was das Aufladen in nur fünf Minuten betrifft.

Würde man nur einen Bruchteil der Förderungen für E-Autos und Ladeinfrastruktur in jene von Wasserstoff stecken, hätte man im Handumdrehen eine deutlich interessantere Alternative für die Zukunft parat.

Auch nach drei Jahren hat der Toyota Mirai bei unserem Test wieder eine glänzende Bilanz erzielt, die größte Überraschung war hier, dass sich das Auto auch nach über 40.000 Kilometern noch wie ein Neufahrzeug anfühlt.

Toyota hat auf jeden Fall seine Hausaufgaben gemacht und mit dem Mirai ein sehr spannendes Fahrzeug für die Zukunft im Programm. Bleibt zu hoffen, dass bald auch die Politik nachzieht und die Verbreitung solcher Fahrzeuge zunimmt.

Was uns gefällt:

Das Design, die Technik, der Fahrkomfort, die Ausstattung, die Sitze, die Sicherheitsausstattung

Was uns nicht gefällt:

Das Kofferraumvolumen, dass in Österreich der Preis für Wasserstoff so stark gestiegen ist

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 4
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 2

Tipp: Mehr Toyota News und Tests sowie die Toyota Händler in Österreich finden Sie hier.

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