Toyota RAV4 Benzin-Hybrid im Test

(02.08.2019) Die neue Generation des Toyota RAV4 zeigt sich deutlich moderner. Wir haben die Hybrid-Version mit Frontantrieb zum Test geladen und verraten, ob sie sich auch moderner anfühlt.

Toyota hat 1994 mit der ersten Generation des RAV4 den Grundstein für den Erfolg der kompakten SUVs gelegt. Heute muss sich die fünfte Generation einer deutlich größeren Konkurrenz stellen. Mit einem modernen Design, einer umfangreichen Ausstattung und dem Hybrid-Antrieb möchte Toyota den neuen RAV4 wieder zu einem Höhenflug in diesem heiß umkämpften Segment verhelfen. Beim Design hat Toyota auf jeden Fall ordentlich zugelegt und den RAV4 modern und sehr dynamisch gestaltet. Die geschliffenen Kanten stehen dem SUV sehr gut.

Für unseren Test haben wir den RAV4 Hybrid mit Frontantrieb und der luxuriösen VIP-Ausstattung kombiniert. Der Listenrpeis von 47.190 Euro hört sich nicht nach einem Schnäppchen an, wirft man aber einen Blick auf die Serienausstattung, zeigt sich sehr schnell, dass man einen guten Deal macht. Die einzige Option, die nämlich bleibt, ist die Metallic-Lackierung um 600 Euro, die den Gesamtpreis auf 47.790 Euro erhöht. Sonst ist wirklich alles an Bord, was das Herz begehrt.

Unter anderem erfreut der RAV4 in VIP-Ausstattung schon mit Bi-LED-Scheinwerfern, einem 8"-Touchscreen inkl. Navi, einem JBL-Soundsystem, einer Fülle an Assistenzsystemen bis hin zum adaptiven Tempomat, Ledersitzen mit Klimatisierung vorne, Sitzheizung hinten, Lenkradheizung, 18"-Alufelgen, Keyless-System, 2-Zonen-Klimaautomatik und noch vielem mehr.

Der Innenraum zeigt sich damit entsprechend luxuriös, und man fühlt sich auf Anhieb sehr wohl. Der Tacho bietet einen gelungenen Mix aus digitalen und analogen Elementen, und der 8"-Touchscreen ist sehr schön hoch auf der Mittelkonsole positioniert, was nicht alle Hersteller schaffen. Die Bedienung ist zudem sehr einfach, und man kann über den Touchscreen auch die Effizienz des Hybridantriebs überwachen. Der Innenraum bietet auch viele praktische Ablagen und ein großes Fach zur induktiven Lademöglichkeit für Smartphones. Auch der Materialmix kann überzeugen, und die Verarbeitung hat wirklich Premium-Niveau erreicht. Nichts klappert, und auch die Geräuschdämmung ist weit über dem Schnitt der Klasse angesiedelt.

Überzeugt haben auch die sehr bequemen Sitze, die mit einer wirklich hervorragenden Klimatisierung aufwarten können. Bei der ersten Hitzewelle des Jahres hat die Sitzkühlung das Leben im Auto deutlich angenehmer gemacht. In dieser Klasse ist dieses Feature noch immer nicht sehr häufig zu finden. Auch beim Platzangebot kann der neue RAV4 bei einer Länge von 460 cm mit viel Raum auftrumpfen. Selbst in der zweiten Reihe haben groß gewachsene Passagiere noch viel Platz, und das Kofferraumvolumen ist mit 580 bis 1.690 Litern Stauraum ebenfalls mehr als großzügig dimensioniert.

So wie das neue Karosseriedesign hat also auch der Innenraum in unserem Test schon einmal auf ganzer Linie überzeugt, bleibt jetzt noch die Frage zu klären, wie es sich mit dem Antrieb verhält. Dass Toyota Hybrid-Fahrzeuge bislang schon immer mit Sparsamkeit aufgetrumpft haben, ist kein Geheimnis. Ebenso wenig aber auch, dass das CVT-Getriebe bislang zu den nervigsten Getriebearten zählt und die Leistung der Hybrid-Motoren nicht gerade für viel Fahrspaß gesorgt hat. Mit dem neuen RAV4 verspricht Toyota aber, alle diese Probleme beseitigt zu haben. Schon beim Blick auf die technischen Daten zeigt sich, dass der neue RAV4 Hybrid deutlich stärker ist als bisher.

Ein 2,5 Liter-Benzinmotor mit 178 PS (131 kW) wird von einem 120 PS (88 kW) starken Elektromotor unterstützt. Die Systemleistung wird mit 218 PS (160 kW) angegeben. Das maximale Drehmoment von 221 Nm wird zwischen 3.600 und 5.200 U/Min zur Verfügung gestellt. Dank dem Elektromotor hat man aber schon von unten heraus fühlbar mehr Kraft, als man anhand der nackten Fakten vermuten würde. Schon vom Start weg überzeugt das Triebwerk mit viel Elan und einem sehr ruhigen und leisen Lauf.

Wie von Toyota versprochen, zeigt sich auch das neue CVT-Getriebe deutlich verbessert. Das Aufheulen des Motors bei voller Beschleunigung hat man akustisch total in den Griff bekommen. Der Klang ist deutlich sonorer, und durch die wirklich gute Geräuschdämmung dringen selbst bei voller Beschleunigung oder Autobahntempo kaum Motorgeräusche in den Innenraum vor. So macht das Getriebe, das ganz ohne Schaltvorgänge für viel Komfort sorgt, wirklich Spaß und kann auch im Vergleich zu DSG- und Automatikgetriebe mithalten.

Der RAV4 ist damit wirklich ein angenehmer Begleiter auf langen Strecken. Trotz komfortabler Auslegung von Fahrwerk und Federung kann er aber auch mit einer perfekten Straßenlage und einem agilen Handling aufwarten. Die Lenkung ist direkter als bisher, und durch den Hybrid-Antrieb ist der Schwerpunkt des SUV sehr viel niedriger als bei anderen Fahrzeugen dieser Klasse. Damit liegt der RAV4 satter auf der Straße und vermittelt auch in flotten Kurven immer guten Kontakt zur Fahrbahn. Auch die Fahrleistungen überzeugen. Schon bei normalem Fahrbetrieb hat man viel Kraft zur Verfügung, im Sport-Modus wirkt der RAV4 dann nochmals eine Spur agiler. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h vergehen nur 8,4 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 180 km/h limitiert.

Die große Überraschung hat aber der Verbrauch geliefert. Wer den RAV4 im Eco-Modus bewegt, hat wirklich realistische Chancen, auf einen Durchschnittsverbrauch von 4,6 Liter zu kommen. Wir haben ohne großen Willen zum Sparen einen Verbrauch von 5,4 Liter erreicht, was für ein Auto dieser Klasse mehr als überzeugend ist. Normal brauchen Diesel mit weniger Kraft in dieser Klasse schon deutlich mehr.

Überzeugen kann der RAV4 auch beim Thema Sicherheit. Das Toyota Safety-Sense Paket enthält schon beim Basismodell einen adaptiven Tempomat, das Pre-Collision-System, eine Fernlichtautomatik, einen Spurwechselwarner mit Lenkeingriff, die Spurverfolgung und das E-Call Notrufsystem. Beim VIP kommen noch der Panoramic-View-Monitor, ein Toter-Winkel-Warner, ein Rear Cross Traffic Alert und die intelligenten Einparksensoren hinzu. Der RAV4 ist zudem unsere erster Toyota Testwagen, bei dem der adaptive Tempomat auch unter 40 km/h funktioniert, was vor allem in 30er- und 40er- Zonen ein Segen ist.

Mit dem neuen RAV4 hat Toyota alle Register gezogen und definitiv ein überzeugendes Produkt auf die Räder gestellt. Das moderne Design in Kombination mit einer grandiosen Ausstattung macht den RAV4 zu einer wirklich herausragenden Alternative im kompakten SUV-Segment. Neben der Optik und der Luxus- wie Sicherheitsausstattung kann der RAV4 aber vor allem mit seinem wirklich sparsamen, aber dennoch sehr kraftvollen Motor überzeugen. Weniger Verbrauch bei so viel Fahrspaß schafft man in dieser Klasse sonst kaum.

Was uns gefällt:

Das Design, das Platzangebot, die luxuriöse Ausstattung, der Verbrauch, der Motor, die Straßenlage, die Geräuschdämmung

Was uns nicht gefällt:

Der Schalter für die Lenkradheizung ist etwas versteckt

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

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