VW Caddy Move TDI DSG im Test

(09.06.2021) Die neue Generation des VW Caddy soll ihren Nutzfahrzeug-Charme weiter abgelegt haben. Wir verraten in unserem Test, ob mehr Pkw- oder Nutzfahrzeug-Feeling aufkommt.

Nach 17 Jahren Bauzeit hat VW 2020 einen neuen Caddy auf den Markt gebracht. Optisch zeigt sich der neue Caddy deutlich moderner. Vor allem die Frontpartie wirkt jetzt viel dynamischer, der Heckabschluss ist hingegen noch kantiger geworden, um auch noch mehr Platz als bisher zu bieten.

VW verspricht zudem auch mehr Pkw-Feeling im neuen Caddy, immerhin ist er auf der gleichen Plattform wie der VW Golf entstanden.

Dass sich der neue Caddy mehr an den Pkw-Modellen orientiert, merkt man auch am Preis. Für unseren Test haben wir den Caddy Move in Kombination mit dem 122 PS starken 2,0 Liter TDI und dem 7-Gang-DSG-Getriebe gewählt.

Der Listenpreis für dieses Modell liegt bei 37.382,- Euro, bietet aber auch schon eine Menge Features, die bislang in dieser Fahrzeugklasse nicht selbstverständlich waren.

Unter anderem gibt es schon LED-Frontscheinwerfer, ein Panorama-Glasdach, 17“-Leichtmetallfelgen, ein Multifunktions-Lederlenkrad, das Radiosystem „Composition“ mit 8,25“-Touchscreen, eine Einparkhilfe vorne und hinten und noch vieles mehr.

Um bei Ausstattung und Preis den letzten Funken von Nutzfahrzeug-Feeling abzustreifen, hatte unser Testfahrzeug aber noch eine lange Liste an Optionen an Bord.

Wir wurden zusätzlich noch mit dem Plus-Paket „Move“, 18“-Leichtmetallfelgen, dem Radio-Navigationssystem „Discover Media“, der Rückfahrkamera „Rear View“, dem Winterpaket, dem Parklenkassistenten und einigen weiteren Kleinigkeiten verwöhnt.

Hoher Preis

Alles zusammen hat einen Endpreis von 44.923,25 Euro ergeben, was dem zum Kauf geneigten Familienvater wohl im ersten Moment zur Schnappatmung verleiten könnte. Immerhin ist der Caddy damit teurer als ein 150 PS starker Golf Variant TDI mit DSG.

Für das Gemüt sehr beruhigend wirkt schon mal die Copperbronze Metallic-Lackierung, die dem Caddy sehr gut steht und mal für etwas Abwechslung sorgt.

Beim Blick in den Innenraum relativiert sich der Preis ein weiteres Mal. Bis auf die großzügigen Ablageflächen weist im Innenraum nichts auf den Grundcharakter eines Nutzfahrzeugs hin.

Die Materialanmutung ist zwar nicht ganz so edel wie man es von VW früher gewohnt war, dies ist aber auch schon beim Golf und ID.3 einer der Kritikpunkte gewesen. Schlechter als bei den Brüdern wirken die Materialien im Caddy aber auch nicht.

Das Cockpit ist zudem vom Golf übernommen worden und verfügt somit über den kleinen Schaltstick für das DSG-Getriebe, einen Digitaltacho mit schöner Darstellung der Anzeigen und einen großen Touchscreen.

Dadurch gibt es auch die neuen „Slider“ für die Temperatur- und Lautstärkenregelung, die unterhalb des Touchscreens untergebracht sind. Hier vermissen wir die alten Drehregler, mit denen man beide Funktionen besser regeln konnte.

Klassische Lenkradtasten sind praktisch

Dafür erfreut das Lenkrad noch mit den klassischen Lenkradtasten, was wirklich eine Wohltat ist. So lassen sich vom Lenkrad aus die gewohnten Funktionen einfach und intuitiv steuern, so wie man es von VW lange Zeit gewohnt war.

Der Touchscreen selbst lässt sich nach einer gewissen Eingewöhnungszeit auch intuitiv bedienen. Er verfügt zudem über eine sehr schöne Darstellung von Menüs und Navi-Karten.

Bequeme Sitze mit einem großen Verstellbereich und eine in jede Richtung verstellbare Mittelarmlehne vorne runden den positiven Gesamteindruck beim Innenraum weiter ab.

Nicht ganz unseren Geschmack trifft das große Glasdach, welches über keine Rollo verfügt. Das Glas soll zwar wärmeabweisend sein, in der Praxis werden aber wohl nur absolute Sonnenanbeter, die noch bei 40 Grad einen Schal brauchen, mit diesem Dach glücklich werden.

Schon bei mittleren Außentemperaturen wird es in kürzester Zeit bei abgestelltem Auto extrem warm im Innenraum. Nachdem das Glasdach in der Move-Ausstattung Serie ist, sollte man hier vor dem Kauf genau prüfen, ob man mit diesem Feature glücklich wird oder nicht.

Ein absolutes Highlight im Caddy ist dafür das Platzangebot. Nicht nur alle Passagiere können sich über viel Raum erfreuen, auch das Kofferraumvolumen ist eine Sensation.

Platz im Überfluss

Mit einem Fassungsvermögen von 1.213 bis 2.556 Litern nimmt es der Caddy auch mit deutlich größeren Vans auf. Zudem ist auch die Ladekante sehr niedrig, was die Beladung einfacher macht.

Wer seinen Caddy mit der Kombination aus Dieselmotor und 7-Gang-DSG-Getriebe haben möchte, muss zur stärksten für den Caddy verfügbaren Version des 2,0 Liter TDI-Motors greifen.

Der 122 PS (90 kW) starke Dieselmotor liefert zwischen 1.600 und 2.500 U/Min ein maximales Drehmoment von 320 Nm.

Wer eher der gemütliche Gleiter ist, wird mit diesem Triebwerk seine Freude haben. Dank dem wunderbar schaltenden 7-Gang-DSG-Getriebe verleitet der Caddy dazu, die Landschaft zu genießen und es ruhig anzugehen.

Für den Sprint von 0 auf 100 km/h benötigt man 11,4 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 186 km/h. Der Motor verrichtet dabei stets seine Arbeit sehr leise, lediglich bei Autobahntempo sollte man sich mit erhöhten Wind- und Abrollgeräuschen im Innenraum abfinden.

Sehr harmonisch ist die Abstimmung von Fahrwerk und Federung gelungen, hier bietet der Caddy absolutes Pkw-Feeling. Trotz seiner Höhe liegt der Caddy wunderbar auf der Straße, und die direkte Lenkung ist auch angenehm leichtgängig.

Verbrauch geht in Ordnung

Beim Verbrauch hat der Caddy gehalten, was das Werk versprochen hat. Wir sind im Schnitt auf 5,7 Liter pro 100 Kilometer gekommen und damit in der von VW genannten Range von 5,1 bis 5,8 Litern gelandet.

Wer es gemütlicher angeht und die Leistung nicht so oft abruft wie wir, der wird sicher auch ans untere Ende der angegebenen Range kommen.

Ganz auf Pkw-Niveau angesiedelt zeigt sich auch die Sicherheitsausstattung. Der Caddy verfügt über die gleichen Features wie der Golf und hat sogar den adaptiven Tempomat und den Front Assist mit an Bord.

Auch wenn der neue Caddy preislich nicht gerade ein Schnäppchen ist, so hat er in unserem Test gezeigt, dass er ein idealer Begleiter für die ganze Familie ist.

Er wirkt optisch deutlich ansprechender als bisher und bietet viel mehr Pkw-Feeling im Innenraum. Geblieben sind die vorzüglichen Raumverhältnisse, wobei uns vor allem der riesige Kofferraum begeistert hat.

Mit dem starken Diesel in Kombination mit dem 7-Gang-DSG-Getirebe ist man zudem sehr fein motorisiert.

Was uns gefällt:

Das Pkw-Feeling, die Sitze, das DSG-Getriebe, der Motor, das Platzangebot, der Fahrkomfort

Was uns nicht gefällt:

Die „Slider“-Bedienung für Temperatur und Lautstärke, die Geräuschkulisse im Innenraum bei Autobahntempo, der Preis, das Glasdach ohne Rollo

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 3
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 2
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1-
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1

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