VW Golf 8 Style TSI im Test

(25.06.2020) Die neue Generation des VW Golf soll wieder Maßstäbe im Segment setzten. Ob dies auch wirklich gelingt, verraten wir in unserem Test. - mit 360° Video einer Testfahrt.

In den letzten Jahren ist die Ikone aus dem Hause VW etwas ins Wanken geraten, nach Jahrzehnten als ununterbrochene Nr. 1 bei den Verkäufen in Österreich, hat der Golf im letzten Jahr nicht jeden Monat die Nr. 1-Positon halten können.

Mit der 8. Generation möchte VW aber wieder an alte Erfolge anknüpfen und hat den Golf daher wirklich grundlegend erneuert.

Optisch zeigt sich der neue Golf moderner, wobei vor allem das Heck mit seinen geschliffenen Kanten an Format gewonnen hat. Die Frontpartie wirkt hingegen nicht mehr so bullig wie bisher, kann dafür aber mit modernster Lichttechnologie aufwarten.

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Technisch geht man im Golf dafür ganz neue Wege und setzt vor allem auf die totale Vernetzung und ein Cockpit, das fast gänzlich ohne Tasten und Drehknöpfe auskommt.

Noch sind die Wahlmöglichkeiten in Bezug auf Motorisierung und Ausstattung etwas eingeschränkt, wir haben für unseren Test den Golf TSI mit 130 PS und manueller 6-Gang-Schaltung in Style-Ausstattung gewählt.

Der Listenpreis von 30.795,- Euro zeigt, dass der neue Golf preislich absolut in der Premium-Liga gelandet ist. Die Ausstattung zeigt sich dafür schon in der Basis recht umfangreich und bietet unter anderem schon den Travel Assist, eine Einparkhilfe vorne und hinten, eine 3-Zonen-Klimaautomatik, LED-Scheinwerfer, das Navigationssystem Discover Pro, ergoActive-Sitze mit elektrischer Verstellung und Massagefunktion für den Fahrer und noch einiges mehr.

Unser Testfahrzeug hat noch mit der auffälligen Limonengelb-Metallic-Lackierung, dem 1st Edition-Paket, abgedunkelten Seitenscheiben hinten und der 5-Jahre VW-Garantie bis 100.000 Kilometer aufwarten können.

Der Gesamtpreis summiert sich damit auf 34.427,18 und beinhaltet schon eine Ausstattung, die viel Luxus und Wohlfühlambiente bietet.

Im Innenraum zeigt sich der VW Golf in einem ganz neuen Design, das Cockpit ist jetzt voll digital, und alles wird über Touch-Bedienelemente gesteuert. Positiv ist dabei, dass der neue Touch-Lichtschalter nun in einen gut sichtbaren Bereich gleich links neben den Tacho gewandert ist.

Der große Tochscreen auf der Mittelkonsole kann mit einer schönen Darstellung aufwarten, auch die Temperatur und die Sitzheizung können jetzt über den Touchscreen gesteuert werden. Zudem liegen darunter noch Touch-Sensitive Tasten, womit man mit einem „Wisch“ die Lautstärke und Temperatur zusätzlich regeln kann.

Das Infotainmentsystem kann auch via Sprachsteuerung bedient werden und verfügt über digitale Dienste, bei denen sich der Besitzer Apps runterladen kann und das Fahrzeug mit dem Smartphone verbunden wird. VW möchte damit wohl vor allem jüngere Kunden ansprechen, die ohne eine totale Vernetzung, wo Auto, Handy und bestmöglich auch noch Kühlschrank und Staubsauber miteinander kommunizieren können, nicht mehr leben können oder wollen.

Das digitale Cockpit verfügt auch über verschiedene Darstellungsmöglichkeiten, und so wirkt der Innenraum sehr modern, wenngleich einige Materialien, wie etwa der obere Armaturenbereich und die obere Türverkleidung, nicht ganz so hochwertig scheinen, wie man es sich in dieser Preisklasse erwarten würde.

Auch die sehr tief positionierten Lüftungsdüsen sind im Vergleich zum Vorgänger weniger optimal gelöst. Dafür gibt es mehr Ablagen im Innenraum, und eine in Höhe und Länge verstellbare Mittelarmlehne vorne ist dem Golf auch geblieben.

Trotz einem Zugewinn in der Länge von rund 3 Zentimetern ist das Platzangebot nicht besser als beim Vorgänger, das Kofferraumvolumen ist mit einem Fassungsvermögen von 381 Litern um einen Liter gewachsen, bei umgeklappten Sitzen kann man aber nur noch 1.237 statt 1.270 Liter befördern.

Bei der Motorisierung hat man derzeit nur die Wahl zwischen einem TSI mit 130 PS (96 kW) oder 150 PS (110 kW), wir haben für unseren Test den Basis-Benziner gewählt.

Der 1,5 Liter TSI liefert zwischen 1.400 und 4.000 U/Min ein maximales Drehmoment von 200 Nm und fühlt sich dadurch schon vom Start weg sehr lebendig an.

Schon auf den ersten Metern hat uns der 4-Zylinder-TSI mit viel Laufruhe und seiner Kraft überzeugt. Wir haben sogar zur Sicherheit noch einen Blick auf den Zulassungsschein geworfen, um sicher zu gehen, dass wir nicht doch die 150 PS-Version ausgefasst haben.

Denn egal aus welchen Drehzahlbereich heraus man beschleunigt, der Motor liefert auch bei niedrigen Drehzahlen aus höheren Geschwindigkeiten heraus mehr Kraft, als man es von einem 130 PS-Triebwerk erwarten würde.

Für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h vergehen nur 9,2 Sekunden, und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 214 km/h. Der Fahrer kann auch aus verschiedenen Fahrmodi wählen, wobei die Unterschiede in der Abstimmung zwischen den einzelnen Modi sehr gering ist. 

Sehr harmonisch ist auch die manuelle 6-Gang-Schaltung abgestuft. Die Schaltwege sind zudem sehr kurz, und die Gänge lassen sich sehr leicht wechseln. Hier zeigt der Golf wieder alte Qualitäten und seine Stärken.

Das betrifft auch die Abstimmung von Fahrwerk und Federung, der Golf läuft auch in der neuen Generation so souverän wie eh und je. Bodenunebenheiten werden perfekt weggefiltert, und die Straßenlage ist grandios.

Man ist also sehr wendig und auch sehr spritzig mit dem neuen Golf unterwegs. Zudem lässt sich der neue Golf auch sehr sparsam bewegen.

Laut Werk soll er im Schnitt auf einen Verbrauch von 5,5 Liter kommen, wir haben in unserem Test einen Wert von 5,7 Liter erreicht, was ein wirklich sehr guter Wert in Bezug auf die Leistung und den gebotenen Fahrspaß ist.

Am Puls der Zeit ist der neue Golf auch wenn es um die Sicherheitsausstattung geht, hier kann er mit allem glänzen, was man sich in dieser Klasse nur wünschen kann. Ein Highlight sind sicher die neuen LED-Matrix-Scheinwerfer, die bei Nacht die Straße taghell ausleuchten.

In unserem Test hat der VW Golf auf jeden Fall gezeigt, dass er in vielen Bereichen ganz der Alte geblieben ist, in einigem aber auch ganz neue Wege geht. Die größte Frage ist dabei sicher, ob die Stammkunden über die Digitalisierung des Innenraums so erfreut sind, wie es VW ist, denn hier zeigt sich im Vergleich zum Vorgänger die größte Änderung.

Vor allem, da die Bedienung durch den Wegfall der Tasten und Drehregler nicht wirklich einfacher geworden ist, nur halt moderner. Am meisten überzeugt haben uns der Motor und die nach wie vor sensationelle Abstimmung beim Fahrkomfort. Auch die neuen Sitze sind sehr bequem und erhöhen den Komfort.

Was uns gefällt:

Der Fahrkomfort, die Sitze, die Schaltung, der Motor, die I.Q. Light Matrix-LED-Scheinwerfer

Was uns nicht gefällt:

Die Position der Lüftungsdüsen, die totale Vernetzung, der Wegfall klassischer Tasten und Drehregler

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1-
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum: 2-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

TIPP: Mehr VW News und Testberichte sowie VW Händler in Österreich finden Sie hier.

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