Technische Einrichtungen der Hauptpräparation des NHM Wien

(14.04.2015) Die Hauptpräparation des NHM Wien hat in den letzten Jahren eine schwungvolle Entwicklung durchgemacht. In technischer Hinsicht und in Hinblick auf die Qualifikation des MitarbeiterInnenstabes ist das NHM Wien international mehr als konkurrenzfähig


Zoologische Hauptpräparation des Naturhistorischen Museums Wien

Mazerationsanlage mit Osmoseanlage

Die Mazeration von vorbereiteten Kadavern unter Beigabe von Mazerationsenzymen dient der Präparation von Großskeletten. Durch den Einsatz von Osmosewasser werden Kalkablagerungen an den Knochen verhindert.

Knochenentfettungsanlage

Sie dient der Reduktion des Fettgehalts von Knochen. Unter Druck wird das Fett mit Hilfe eines Lösungsmittels (DCM) aus den Knochen gelöst und abgeschieden.

Damit wird der Konservierungszustand von Knochen erhöht und auch das Handling im Rahmen wissenschaftlicher Bearbeitungen erheblich erleichtert.

Speckkäferzucht

Speckkäferlarven werden zum Skelettieren kleiner und kleinster Wirbeltiere eingesetzt. Dabei werden Bänder und Sehnen weitgehend im Verbund mit dem Skelett erhalten. Die Zucht der Speckkäfer (Dermestes ater) in der Hauptpräparation läuft bereits seit 1980 ununterbrochen.


Speckkäferlarven werden zum Skelettieren kleiner und kleinster Wirbeltiere eingesetzt

Gefriertrocknung

Die Gefriertrocknungsanlage der Hauptpräparation verfügt über zwei Kammern: eine kleine mit rund 0,03 m³ und eine große mit ca. 1,1 m³.

Sie dient zur Herstellung von hochwertigen, überaus detailgetreuen Präparaten insbesondere von heiklen, meist kleineren Wirbeltieren wie Fischen, Amphibien oder Kleinsäugern, die mit herkömmlichen Präparationsmethoden nur sehr schwer herstellbar wären.


Robert Illek, Leiter der Zoologischen Hauptpräparation, NHM Wien

Die Anlage basiert auf dem Entzug des Körperwassers unter tiefen Temperaturen und Bedingungen eines Vakuums.

Stickstoffanlage

Die Stickstoffanlage dient der Konservierung von Präparaten durch präventive oder tatsächliche Bekämpfung von Schadinsekten.

Die rund 12 m³ große Kammer kann auch große Objekte aufnehmen. Durch Entzug des Luftsauerstoffs entsteht in der Kammer eine weitgehend reine Stickstoff-Atmosphäre, die Schädlinge nicht überleben.

Kühlhaus

Zur Lagerung von Materialzugängen verfügt die Hauptpräparation über ein Kühlhaus, in dem Material entweder bei 5°C gekühlt oder bei -18°C eingefroren werden kann. Die insgesamt 40 m³ große Einheit beherbergt in der Regel rund 4.000 Exponate.


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