Brucellose-Fall in Österreich

(18.07.2018) Am 22. Juni 2018 ist im Bezirk Rohrbach in Oberösterreich Brucellose in einem Milchrinderbestand durch die AGES bestätigt worden.

Seit Jänner waren im betroffenen Betrieb immer wieder Fehlgeburten bei Kühen und Todesfälle bei Kälbern aufgetreten.

AGES Vom betreuenden Tierarzt wurden Untersuchungen veranlasst und Blutproben entnommen. Die AGES stellte am 22. Juni 2018 Brucellose als Ursache fest.

Die zuständige Behörde hat unverzüglich gehandelt und bereits alle relevanten Maßnahmen eingeleitet. Der betroffene Milchviehbetrieb ist aktuell hinsichtlich Milchanlieferung und Tierverkehr gesperrt.

Als Brucellose wird eine Erkrankung mit Bakterien der Gattung Brucella (B.) bezeichnet. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt meist über Lebensmittel wie Rohmilch. Eine Infektion bei Landwirten oder Tierärzten ist auch bei der Geburtshilfe oder beim Hantieren mit Abortmaterial möglich.

In Österreich fanden sich beim Menschen im letzten Jahrzehnt 1 bis 7 importierte Fälle pro Jahr. 2018 wurden bisher zwei Fälle von Brucellose beim Menschen gemeldet.

Die Inkubationszeit der Brucellose liegt in der Regel bei 1 bis 2 Monaten. Bis zu 90 % aller Infektionen verlaufen ohne Krankheitssymptome; sie lassen sich nur über den Nachweis spezifischer Antikörper beim Patienten erkennen und sind Ausdruck einer erfolgreichen Immunabwehr.

Bei der akuten Brucellose kommt es in der Anfangsphase zu Müdigkeit, leichtem Fieber sowie zu Kopf- und Gliederschmerzen. Nach einem kurzen beschwerdefreien Intervall können grippeähnliche Symptome auftreten, die dann aber nicht wie bei Influenza üblich nach 7 bis 10 Tagen aufhören.

Für Brucellose typisch sind abendliche Temperaturanstiege auf bis zu 40 °C verbunden mit massiven Schweißausbrüchen. Die Erkrankung kann mit Antibiotika gut behandelt werden.

In Österreich sind die Rinderpopulation seit 1999 sowie die Schaf- und Ziegenpopulation seit 2001 amtlich anerkannt frei von diesem Erreger.

Die Bekämpfung dieser Tierkrankheit im derzeitigen Fall konzentriert sich auf die Erkennung, Isolierung und Ausmerzung der infizierten Tiere sowie auf die Kontrolle des Tierverkehrs, um die Verbreitung des Erregers zu vermeiden.


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