BirdLife Österreich kürt die Mehlschwalbe zum Vogel des Jahres 2022

(11.10.2021) Mit der Mehlschwalbe (Delichon urbicum) kürt die Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich einen typischen Bewohner unserer Dörfer und Städte zum Vogel des Jahres 2022.

Ihre bundesweiten Bestandszahlen haben sich in den letzten 20 Jahren auf etwa 17.500 Brutpaare halbiert. Menschenverursacht - durch Bodenversiegelung, Sanierungsmaßnahmen an Häusern, die intensivierte Landwirtschaft und immer weniger fliegende Insekten.


Mehlschwalbe

„Die Mehlschwalbe gehört zum typischen Bild und auch zur Geräuschkulisse unserer Dörfer und Städte“, so Gábor Wichmann, Geschäftsführer von BirdLife Österreich, „Doch inzwischen bauen nur noch halb so viele Paare ihre viertelkugelförmigen Lehmnester kunstvoll unter Vorsprüngen unserer Gebäude.  

Verantwortlich dafür sind allem Anschein nach wir Menschen.“ Die Zerstörung des Lebensraumes und das knapper werdende Nahrungsangebot führen bei der Mehlschwalbe innerhalb der letzten 20 Jahre zu einer Bestandshalbierung.

Menschenverursachter Schwalbenschwund

Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden, das absichtliche Entfernen der geschützten Nester oder das bewusste Verhindern des Nestneubaus durch Spikes oder spezielle Fassadenanstriche erschwert das Überleben der Schwalben in den Siedlungen.

Im Offenland bietet die zunehmend intensivierte Landwirtschaft mit ihren Monokulturen, der Rückgang der Weidewirtschaft, der Einsatz von Pestiziden sowie der immense Rückgang fliegender Insekten ebenso schlechte Überlebensvoraussetzungen.

Durch die fortschreitende Versiegelung der Stadtrandgebiete oder ländlicher Wege und Dorfplätze finden Schwalben weder Pfützen noch Lehm für ihren Nestbau vor. „Heutzutage ist es schon fast eine Besonderheit, wenn man Schwalben als Mitbewohner beherbergen darf“, weiß der Experte und erinnert: „Schwalben gelten seit jeher als Glücksbringer!“

Gefiederte Glücksbringer

„Zu Maria Geburt fliegen die Schwalben furt – zu Maria Verkündigung kommen sie wiederum.“ Als unmittelbare Nachbarn des Menschen wurden Abflug und Ankunft der Schwalben genau beobachtet und im Jahreskreis verankert.

„Umso trauriger ist es, dass sie heutzutage eher als Quelle der Verschmutzung denn als Quelle der Freude angesehen werden! Dabei kann man sich vor den ungewünschten Hinterlassenschaften der Schwalben ganz leicht durch Kotbrettchen schützen, die unterhalb der Nester angebracht werden.“

Wer nicht tatenlos zusehen will, dass die Mehlschwalben rund ums eigene Haus verschwinden, kann Lehmpfützen anlegen, Kunstnester anbringen sowie seinen Garten pestizidfrei und insektenfreundlich gestalten, empfiehlt BirdLife Österreich.


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