Obsthummel: Sensationeller Fund einer extrem seltenen Art

(14.08.2018) 42 Hummelarten gibt es aktuell in Österreich, doch das Wissen über sie ist sehr spärlich. Der Naturschutzbund will das ändern und ruft zum Melden von Hummelbeobachtungen über seine Beobachtungsplattform www.naturbeobachtung.at auf.

Nun gelang die Beobachtung einer ganz besonderen Hummelart: Bombus pomorum, die Obsthummel, konnte im Burgenland erstmals seit Jahren wieder gesehen werden.

In Westeuropa ist sie seit Jahrzehnten über weite Strecken ausgestorben und auch in Mittel- und Osteuropa findet man Bombus pomorum nur noch äußerst selten. In Österreich war sie ursprünglich in sämtlichen tiefgelegenen Gebieten verbreitet, heute braucht man schon viel Glück, ums sie wenigstens in Niederösterreich oder dem Burgenland zu sehen.


Obsthummel

Die Obsthummel, wie Bombus pomorum auf Deutsch auch genannt wird, braucht als Lebensraum extensiv bewirtschaftete Wiesen mit vielen Leguminosen und Lippenblütlern.

Sie zeichnet sich durch einen besonders langen Rüssel aus, der ihr ermöglicht, die langröhrigen Blüten dieser Pflanzen zu bestäuben.

Durch die immer intensiver betriebene Landwirtschaft verschwanden in zunehmendem Maße in den letzten Jahrzehnten nicht nur die extensiven Agrarflächen, sondern mit ihnen auch etliche Hummelarten.

Drei langrüsselige Hummelarten sind inzwischen ausgestorben, drei weitere, unter ihnen Bombus pomorum, sind extrem gefährdet.

Zum Verhängnis wird diesen Arten, dass sie erst relativ spät im Jahr aktiv werden. Die Obsthummel ist vor Juni nicht aktiv, fliegt dann allerdings bis in den Oktober hinein.

Durch die häufige Mahd, besonders aber durch die Umwandlung von Wiesen in Äcker in den warmen Lagen Österreichs kommt Bombus pomorum die Nahrungsgrundlage abhanden.

Das recht schlanke Hummelmännchen flog der begeisterten Naturbeobachterin Maria Zacherl Anfang August im Burgenländischen Apetlon vor die Kamera.

Anhand der Bilder, die Maria Zacherl auf der Naturschutzbund-Plattform www.naturbeobachtung.at postete, konnten die Hummelexperten des Naturschutzbundes Johann Neumayer und Walter Wallner den seltenen Fund eindeutig bestimmen.

Der Fund lässt sie jubeln: „Bombus pomorum ist extrem selten geworden und wurde trotz intensiver Nachsuche in den letzten 10 Jahren nur viermal in Österreich gefunden. Es ist schön zu wissen, dass sich diese Hummelart weiterhin behaupten kann!“

Zur Förderung gefährdeter Hummelarten wie Bombus pomorum empfiehlt der Naturschutzbund vor allem eine späte und auch eine zeitlich abgestufte Mahd der Blumenwiesen. Nur so haben auch Arten wie die Obsthummel eine Chance zu überleben.


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