Tierschutzombudsstelle Wien in mehr als 500 Verfahren aktiv

(06.07.2021) Tätigkeitsbericht zeigt Vielfalt und Erfolg der Projekte für Hund, Katze & Co. in Wien auf

Die Interessen des Tierschutzes zu vertreten – das ist die gesetzliche Aufgabe der Tierschutzombudspersonen in Österreich. Die Wiener Tierschutzombudsstelle (TOW) erfüllt diesen Auftrag auf breiter Ebene, wie der nun vorgelegte Tätigkeitsbericht für die Jahre 2019 und 2020 eindrucksvoll illustriert.

Tierschutzombudsstelle Wien (TOW) Tätigkeitsbericht 2020 „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren nicht nur unsere gesetzliche Aufgabe engagiert ausgefüllt, sondern konnten zudem wegweisende Projekte auf den Weg bringen, die sich besonders in der Corona-Pandemie ausgezahlt haben“, zeigt sich die Leiterin der TOW, Tierschutzombudsfrau Eva Persy, erfreut.

Als „Anwältin der Tiere“ gewährleistet die Tierschutzombudsfrau in behördlichen Verfahren, dass die Interessen des Tierschutzes berücksichtigt werden. Im Tätigkeitszeitraum 2019/20 war sie so in insgesamt 454 Fälle involviert, in denen Personen wegen Übertretung des Tierschutzgesetzes in Wien angezeigt worden waren.

Diese reichten von bei Hitze in Autos zurückgelassenen Hunden über die vorsätzliche Misshandlung eines Meerschweinchens bis hin zu unzulänglich in einem Restaurant gehaltenen Wasserschildkröten. Dazu kamen 100 Bewilligungsverfahren, in denen die ExpertInnen der Tierschutzombudsstelle konkrete Haltungsvorgaben für die Genehmigung von Veranstaltungen oder Einrichtungen mit Tieren machen konnten.

„Im Corona-Jahr 2020 ist die Anzahl der behördlichen Verfahren deutlich niedriger gewesen“, so Eva Persy. „Wir erwarten aber einen deutlichen Anstieg der Verfahren in den nächsten Jahren.“

Ein Hoch hat es indes bei den Informationsangeboten der Tierschutzombudsstelle Wien gegeben: Mit neuen digitalen Angeboten wie der Kurzvideoreihe „Tierschutz(r)echt verständlich“, der temporären Umstellung des Wiener Sachkundekurses auf Online-Vorträge, der neu gestalteten Website www.tieranwalt.at sowie der 2019 gestarteten Facebook-Seite der TOW konnte der Kontakt zur tierschutzinteressierten Wiener Bevölkerung aufrechterhalten sowie neue Zielgruppen angesprochen werden.

„Viele Menschen haben sich in der Pandemie durch ein Heimtier Trost oder Abwechslung vom Corona-Alltag versprochen“, berichtet Persy. „Mit unseren Beratungsangeboten, die wir auf allen Kanälen veröffentlicht haben, konnten wir hier in einigen Fällen übereilte Entscheidungen verhindern. Dass die Tierabgaben jetzt steigen, zeigt, dass sich leider nicht alle Neu-HeimtierhalterInnen der großen Verantwortung und Aufgabe bewusst waren, die ein Tier mit sich bringt.“

In der intensiven Aufklärung über die Bedürfnisse von Heim- aber auch von landwirtschaftlich genutzten Tieren, die in der Millionenstadt Wien in hohem Maße konsumiert werden, sieht die Tierschutzombudsstelle Wien auch heuer einen Schwerpunkt.

Mit der Online-Vortragsreihe „Wiener Wuffinar“ sowie der Erarbeitung weiterer Einkaufsführer für tierische Produkte wurden und werden weitere kostenlose Informationsangebote für die Bürgerinnen und Bürger geschaffen.

„Wiens zwei- und vierbeinige Bewohnerinnen und Bewohner können sich sehr glücklich schätzen, mit der Tierschutzombudsstelle eine so engagierte Fachstelle zu haben, die täglich so aktiv das Miteinander von Mensch und Tier in der Hauptstadt fördert“, lobt auch Tierschutzstadtrat Jürgen Czernohorszky.

Der vollständige Tätigkeitsbericht steht hier zum Download bereit.

Die Tierschutzombudsstelle Wien (TOW) setzt sich für ein harmonisches und respektvolles Miteinander von Mensch und Tier in der Großstadt ein. Sie fördert die Interessen des Tierschutzes und vertritt diese auch in Verwaltungs- und Verwaltungsstrafverfahren. Die Tierschutzombudsstelle agiert unabhängig und weisungsungebunden.

/www.tieranwalt.at

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