Kaum Verluste an Schafen durch Wölfe in abgelaufener Almsaison

(08.11.2017) Nachdem aktuell neuerlich ein Wolf im Stubaital gesichtet wurde, weist der WWF darauf hin, dass heuer Österreich weit gerade einmal 17 Schafe durch den Wolf gerissen wurden.

Diese Anzahl steht tausenden Schafen gegenüber, die jährlich aufgrund von Abstürzen, Blitzschlag und anderen Naturgefahren zu Tode kommen. Vor diesem Hintergrund mahnt der WWF zu einer sachlichen, lösungsorientierten Diskussion über die Rückkehr des Beutegreifers statt einer Verteufelung des Wolfes als blutrünstige Bestie.

WWF Der Wolf ist gekommen um zu bleiben. Das bedeutet natürlich, dass auch die Verluste und damit die Schäden steigen werden. Jedoch wirkt sich die Wolfspräsenz bisher noch sehr bescheiden auf die Verluste an Schafen aus.

17 Schafe wurden heuer nachweislich vom Wolf gerissen - in Relation zu den 200.000 Schafen, die auf unseren Almen den Sommer verbrachten, eine geringe Zahl. 378.000 Schafe wurden 2016 in Österreich von etwa 14.000 Schafhaltern gehalten. Zwei Drittel davon wurden gealpt.

Ein “natürlicher” Abgang von zwei oder mehr Prozent pro Jahr, ist in einem Almsommer nicht ungewöhnlich. Auf über 200.000 Schafe umgelegt, beträgt der Verlust mehrere tausende Tiere pro Jahr – ganz ohne Wolf. Die Tiere kommen durch Blitz- und Steinschlag, Lawinen, Hochwasser und Schneedruck, sowie Krankheiten um.

„Obwohl selbstverständlich für den Schafhalter jeder einzelne Verlust schwer wiegt, rechnen wir für die Almsaison 2017 mit einer ähnlichen Relation von Schafsrissen im Vergleich zu anderen Todesursachen“, so Christian Pichler, Wolfsexperte des WWF. Denn die Anzahl der Schafe blieb in den letzten Jahren konstant beziehungsweise ist sie sogar leicht gestiegen.

Trotzdem dürfe man besonders jene Landwirte, die ihre Tiere draußen halten und ökologisch wertvolle Flächen naturnah beweiden lassen jetzt nicht im Stich lassen. Damit sie sich Zäune und Herdenschutzhunde anschaffen können, müssen sie sich auf Unterstützung bei der Finanzierung verlassen können, so der WWF abschließend.


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