10 Jahre Habichtskauz-Wiederansiedlung in Wien

(28.09.2021) Ein Jahrzehnt ist seit der Wiederansiedlung der ersten Habichtskauz-Jungtiere im Jahr 2011 im Wiener Teil des Biosphärenparks Wienerwald vergangen.

Anlässlich dieses 10-jährigen Jubiläums zogen die Wiener Stadtgärten und die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Österreichischen Vogelwarte der Veterinärmedizinischen Universität eine höchst erfreuliche Bilanz über den bisherigen Verlauf des Projektes.


v.l.n.r.: Stadtgartendirektor Rainer Weisgram, Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy, Petra Winter, Rektorin der Vetmeduni Vienna, Alfred Riedl, Präsident des Österreichischen Gemeindebundes und Projektleiter Richard Zink (Österreichische Vogelwarte/Vetmeduni Vienna)

„Wien ist eine Stadt mit großem Grünanteil, der gute Lebensbedingungen für Tiere und Pflanzen bietet: Wälder, Wiesen, Weiden, Brachen und Gewässer. Das macht sich nicht zuletzt anhand einer beträchtlichen Artenvielfalt bemerkbar, die heute – zehn Jahre nachdem die Stadt begonnen hat, die Wiederansiedlung zu unterstützen – auch so seltene und streng geschützte Arten wie den Habichtskauz miteinschließt. Wir sind stolz auf die bisherigen Ergebnisse und hoffen auf eine weitere positive Entwicklung“, so Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky, der dieses Vorzeige-Projekt lobt.


Habichtskauz

Der Habichtskauz ist nach dem Uhu die zweitgrößte Eule Mitteleuropas. Seit 2011 wurden im Wiener Teil des Biosphärenparks Wienerwald 140 Jungkäuze wieder angesiedelt. Basis für die Nachzucht der Jungeulen ist ein internationales Zuchtnetzwerk, in Österreich besteht eine langjährige Kooperation zwischen dem Zoo Hirschstetten der Wiener Stadtgärten und vielen weiteren Zoos und Zuchtstationen. Diese unterstützen das Projekt und stellen ihre Jungtiere kostenlos zur Verfügung.

Petra Winter, Rektorin der Vetmeduni Vienna, weiß, dass die Wiederansiedlung regional ausgestorbener Tiere ein komplexes Unterfangen ist und nur mit wissenschaftlicher Begleitung gelingen kann. Beringung, genetische Analysen sowie GPS-GSM-Telemetrie helfen bei der notwendigen Überwachung der Jungtiere.

Erfolgreiche Kooperationen wie diese mit der Stadt Wien, bei der die Öffentlichkeit aktiv in die Forschung eingebunden ist, werden in Zukunft immer wichtiger werden.


Habichtskauz

„Die Veterinärmedizinische Universität hat dank ihres Konrad-Lorenz-Instituts für Vergleichende Verhaltensforschung (KLIVV), zu dem auch die Österreichische Vogelwarte gehört, sowie ihres Forschungsinstituts für Ökologie und Wildtierkunde (FIWI) eine ausgezeichnete Expertise in diesem Bereich und ich freue mich sehr, dass wir dadurch zum Erfolg des Habichtskauz-Projektes maßgeblich beitragen konnten.“

Projektleiter Richard Zink (Österreichische Vogelwarte/Vetmeduni) zeigt sich optimistisch, dass die Habichtskäuze eine veritable Chance haben, sich wieder langfristig in Österreich anzusiedeln: „Gerade die naturnah bewirtschafteten Wälder Wiens haben zu einer überproportional erfolgreichen Ansiedlung der seltenen Eulenvögel geführt. Der Habichtskauz fühlt sich in strukturreichen Laub-Mischwäldern mit einheimischen Baumarten ausgesprochen wohl.“

Der Präsident des Österreichischen Gemeindebundes, Alfred Riedl, dankt den vielen Gemeinden und privaten Waldbesitzern, die zur Erhaltung naturnaher Wälder und damit auch zum Erhalt geeigneter Lebensräume für den Habichtskauz beitragen.

Das Wiederansiedlungsgebiet am Alpennordrand, einschließlich Wien, wird zukünftig eine wichtige Verbindung zwischen den Populationen im Süden (Slowenien/Italien/Kroatien) und im Norden (Deutschland/Tschechische Republik) darstellen.


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