Mykoplasmenexpertin Rohini Chopra-Dewasthaly mit renommiertem Derrick Edward Award geehrt

(12.09.2018) Die International Organization for Mycoplasmology (IOM) zeichnete am 9. Juli 2018 Rohini Chopra-Dewasthaly vom Institut für Mikrobiologie der Vetmeduni Vienna mit dem renommierten Derrick Edward Awards aus.

Die Vergabe der international anerkannten Ehrung für wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Mykoplasmenforschung erfolgt alle zwei Jahre und fand im Rahmen des 22. Internationalen Kongresses der IOM in Portsmouth, USA, statt. Preisträgerin Chopra-Dewasthaly wurde außerdem in den Vorstand der Organisation berufen.


Derrick Edward Award Preisträgerin 2018: Mykoplasmenexpertin Rohini Chopra-Dewasthaly vom Institut für Mikrobiologie.
Seit 1980 wird zu Ehren des Namensgebers und Pioniers der Mykoplasmenforschung der Derrick Edward Award von der International Organization for Mycoplasmology (IOM) vergeben.

Der Preis, der nur alle zwei Jahre ausgerufen wird, stellt eine hohe Auszeichnung für ForscherInnen dieses mikrobiellen Themengebiets dar.

Das Auswahlkomitee berücksichtigt dabei nur jene ExpertInnen, die in maximal 15 Jahren herausragende Leistungen im Bereich der Mycoplasmenforschung erbringen konnten. 2018 fiel die Wahl mit Rohini Chopra-Dewasthaly vom Institut für Mikrobiologie auf eine Mitarbeiterin und international anerkannte Mycoplasmenexpertin der Vetmeduni Vienna.

Chopra-Dewasthaly wurde zudem für die kommenden zwei Jahre als neues Mitglied in den IOM-Vorstand berufen.

Die Preisvergabe selbst fand am 9. Juli 2018 im Rahmen des 22ten Internationalen Kongresses der IOM in einem eigenen Vortragsblock, der sogenannten Derrick Edward Award Lecture, in Portsmouth, Amerika, statt.

Die Laudatio hielt mit Professorin Renate Rosengarten nicht nur die ehemalige Präsidentin des IOM, sondern die langjährige Mentorin und Vorgesetzte der Preisträgerin an der Vetmeduni Vienna.

Chopra-Dewasthaly sei, so Rosengarten, eine außergewöhnlich talentierte, sowie erfolgreiche Forscherin auf dem Gebiet der molekularen Infektionsforschung an Mykoplasmen und somit eine exzellente Repräsentantin des Fachgebietes Mykoplasmologie.

In ihrem eigenen Vortrag zur Preisverleihung fasste die Chopra-Dewasthaly ihre Forschungsarbeiten zum Thema „Mycoplasmas as Fascinating 'Masters of Camouflage': The many Complex and New Facets of Molecular Stealth Mechanisms of Mycoplasma agalactiae“ zusammen.

Inhaltlich wies sie dabei, am Beispiel eines der wichtigsten pathogenen Mykoplasmenarten bei kleinen Wiederkäuern, darauf hin, wie Mykoplasmen trotz eines nur minimalen Genoms durch raffinierte Tarnungsmechanismen der Immunabwehr geschickt entkommen können.

Forschungsfokus: Tarnkappenmodus pathogener Mykoplasmen

„Eine Infektion mit Mykoplasmen löst bei Nutztieren Lungen-, Gelenks- oder Eutererkrankungen aus. Aufgrund fehlender oder unzureichender Impfstoffe und Antiinfektiva  stellt diese Bakterienart für die Fleisch- und Milchindustrie durch damit verbundene jährliche Millionenverlusten ein großes Problem dar“, erläutert Chopra-Dewasthaly.

„Die Erforschung der molekularen Infektionsstrategien dieser Erreger hat daher in den letzten drei Jahrzehnten einen enormen Aufschwung erlebt.“

Chopra-Dewasthaly’s wissenschaftliches Interesse richtet sich dabei insbesondere auf Mycoplasma agalactiae, das sie als einen idealen Modellorganismus für die molekulare Infektionsforschung an Mykoplasmen aufzeigte.

„Die erfolgreiche Herstellung von Knock-out-Mutanten der genetisch schwer manipulierbaren Mykoplasmen war richtungsweisend für die jetzigen Forschungsergebnisse“, so Chopra-Dewasthaly.

„Damit waren erstmals Rückschlüsse auf tatsächlichen Mechanismen, die Mykoplasmen zur Umgehung der Immunabwehr während einer Infektion in den Wirtsorganismen nutzen, möglich, die für die Impfstoffentwicklung zu berücksichtigen sind.“

Die Preisträgerin Rohini Chopra-Dewasthaly stammt aus Amritsar im nordwestindischen Bundesstaat Punjab und ist seit 16 Jahren am Institut für Mikrobiologie, dem vormaligen Institut für Bakteriologie, Mykologie und Hygiene der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni Vienna) als Wissenschaftlerin in der Mykoplasmenforschung tätig, zuletzt mit zwei eigenen langjährig vom Österreichischen Wissenschaftsfond (FWF) geförderten Projekten.

Am 29. Juni 2018 erhielt Chopra-Dewasthaly die Lehrbefugnis für das Fach Molekulare Mikrobiologie.


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