Frosch mit Frosch im Hals

(08.06.2015) „Ich arbeite als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem Projekt zu den Hafteigenschaften von Amphibienzungen“, sagt Dr. Thomas Kleinteich aus der Arbeitsgruppe Funktionelle Morphologie und Biomechanik am zoologischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).

Dafür erstellt er drei-dimensionale Computermodelle von Tieren mithilfe eines Mikro-CT Scanners, der vergleichbar zu einem medizinischen Computertomographen funktioniert, aber für kleine Untersuchungsobjekte angepasst ist.

Kleinteich: „Ich verwende dafür in Alkohol eingelagerte Museumspräparate. In diesem Fall handelt es sich um einen südamerikanischen Schmuckhornfrosch aus der Sammlung des Zoologischen Museums in Hamburg.“

Bei der Auswertung des Scans stellte Kleinteich fest, dass sich im Inneren des Frosches ein weiteres Tier befindet: „Es ist schon lange bekannt, dass Schmuckhornfrösche sehr große Beutetiere fressen können. Experimentell konnte ich bereits im letzten Jahr zeigen, dass Schmuckhornfrösche extrem große Haftkräfte mit ihren Zungen erzeugen können, die sie zum Fangen von großer Beute auch brauchen.

Mit dem Micro-CT konnte ich nun aber erstmals zeigen, wie so ein großes Beutetier überhaupt im Inneren des Schmuckhornfrosches platziert werden kann.“ Das Bild vom Frosch mit dem Frosch im Hals gewann im Mai einen Bilder-Wettbewerb der Herstellerfirma Bruker microCT.

Publikation

Kleinteich, Thomas: “To have a frog in the throat: micro-CT imaging of anuran prey in Ceratophrys ornata (Anura: Ceratophryidae)”, in: SALAMANDRA - German Journal of Herpetology, Volume 51, No. 2, June 30th 2015.



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