Warum Lebewesen schrumpfen

(21.02.2020) Klimabedingter Lilliput-Effekt bei Belemniten nachgewiesen

Derzeit ist die globale Erwärmung in aller Munde. Wie prähistorische Lebewesen auf klimatische Veränderungen reagierten, untersuchte jüngst ein Team aus Paläontologinnen und Paläontologen des GeoZentrums Nordbayern an der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) anhand von Belemniten.

Diese schrumpften signifikant, als vor etwa 183 Millionen Jahren, während des sogenannten Toarciums, die Wassertemperatur aufgrund vulkanischer Aktivitäten anstieg. Die Ergebnisse veröffentlichte das FAU-Forschungsteam in der Online-Publikation Royal Society Open Science.

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

„Belemniten sind besonders interessant, da sie über lange Zeit sehr weit verbreitet waren und eng mit heutigen Kalmaren verwandt sind“, erklärt die Paläontologin Dr. Patrícia Rita.

„Anhand ihrer versteinerten Überreste, wie zum Beispiel den Rostren, lassen sich belastbare Feststellungen treffen.“ Im Rahmen des von der DFG geförderten Forschungsprojekts „Temperature-related stresses as a unifying principle in ancient extinctions“ wurde die Hypothese bestätigt, dass das Klima einen bedeutenden Einfluss auf die Morphologie der erwachsenen Wasserlebewesen hatte.

Die Körpergröße dominierender Arten sank im Schnitt um bis zu 40 Prozent. Diesen Lilliput-Effekt wertet das Forscherteam als Vorbote des späteren Aussterbens. Unklar ist noch, ob die Erwärmung den Stoffwechsel der Tiere direkt beeinflusste oder indirekt, weil zum Beispiel etwa Nahrungsquellen knapp wurden.


Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Globale Erwärmung und Aussterberisiko

Wie können Fossilien dabei helfen, Vorhersagen über Folgen des Klimawandels zu treffen?
Weiterlesen

WWF

Zahl der Eisbären auf Talfahrt

Eisbär-Bestand in vier Gebieten stark rückläufig, ein Drittel der globalen Population bedroht
Weiterlesen

In den marinen Tropen sind die Veränderungen der biologischen Vielfalt am stärksten.; Bildquelle: Kanenori / Pixabay

Veränderung der Arten-Zusammensetzung in Ökosystemen weltweit

An vielen Orten auf der ganzen Welt finden rasante Veränderungen der Biodiversität statt. Während sich die Arten in lokalen Gemeinschaften stark verändern, bleibt ihre Zahl im Durchschnitt oft gleich
Weiterlesen

Juan Molina mit einem Stierkopfhai in Melbourne, Australien; Bildquelle: Licia Finotto

Juan Molina untersucht den Einfluss des Klimawandels auf den Stoffwechsel von Fischen

Mit einem Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) wird der Argentinier Dr. Juan Molina am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) zum Einfluss des Klimawandels auf Fische forschen
Weiterlesen

Waldeidechse; Bildquelle: Miguel Vences/TU Braunschweig

Echsen mögen keine Klimaerwärmung

Als wechselwarme Tiere sind Eidechsen eine Tiergruppe, die als „heliotherm“ gilt. Sie brauchen Wärme und Sonneneinstrahlung, um die Körpertemperatur zu erreichen, die sie mögen. Also werden Eidechsen wohl vom Klimawandel profitieren. Wirklich?
Weiterlesen

Kohlmeise (Parus major); Bildquelle: Bernard Castelein

Das Klima wandelt sich schneller, als sich die Tierwelt anpassen kann

Obwohl Tiere häufig auf den Klimawandel reagieren, sind solche Reaktionen im Allgemeinen unzureichend, um das rasante Tempo des Temperaturanstiegs zu bewältigen und gehen manchmal in die falsche Richtung
Weiterlesen

Delfine schwimmen über das Seegras.; Bildquelle: Simon J Allen, Shark Bay Dolphin Research Alliance

Klimawandel bedroht Überleben der Delfine

Delfine in Westaustralien haben nach einer Hitzewelle im Meer deutlich weniger Junge zur Welt gebracht als in den Jahren zuvor. Wie Forscherinnen und Forscher der UZH zeigen, hat der Klimawandel einen weiteichenden Einfluss auf den Schutz maritimer Säugetiere
Weiterlesen

Dorschlarven kommen mit veränderten pH-Werten im Meerwasser nur schlecht zurecht.; Bildquelle: Catriona Clemmesen/GEOMAR (CC BY 4.0)

Ozeanversauerung schädigt Dorschlarven mehr als bislang vermutet

Der Kabeljau, auch bekannt als Atlantischer Dorsch, gehört zu den wichtigsten kommerziell genutzten Fischarten weltweit
Weiterlesen


Wissenschaft


Universitäten


Neuerscheinungen

26.02.