Weniger Zecken dank Ameisen

(20.04.2018) Zecken kommen fast überall in der Schweiz vor. Ihre Verbreitung hängt von den unterschiedlichsten Faktoren ab. In einer neuen Studie konnten Forschende der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL der Berner Fachhochschule nachweisen, dass Waldameisen das lokale Zeckenvorkommen deutlich reduzieren können.


Ameisennest

Feldstudie im Wald

Bislang wurde vor allem die Wirkung von Schimmelpilzen und Fadenwürmern untersucht, um die Verbreitung der Zecken nachhaltig einzudämmen. Wissenschaftler/innen der BFH-HAFL haben einen anderen Ansatzpunkt gewählt und die Wechselwirkungen zwischen Waldameisen und Zecken unter die Lupe gewählt.

«Mit unserer Studie wollten wir testen, ob die Kleine Rote Waldameise das Vorkommen von Zecken in unseren Wäldern beeinflusst», erklärt Studienleiterin Silvia Zingg.

Dafür haben sie auf 130 Stichprobenflächen in der Nordwestschweiz die Zecken- und Ameisendichte bestimmt – die eine Hälfte der Standorte mit, die andere ohne Ameisennest in der Nähe.

Um die Zecken zu zählen, haben sie ein weisses Tuch über Boden und Vegetation gezogen. Zudem haben sie weitere Variablen wie Streu, Vegetation und Mikroklima gemessen, die das Vorkommen von Zecken beeinflussen.

Klarer Einfluss, unklare Ursache

Die Resultate der Studie zeigen, dass eine dichte Vegetation einen negativen und tiefe Streu einen positiven Einfluss auf die Zeckendichte hat. Vor allem konnten die Forschenden mit ihrer Untersuchung nachweisen, dass Waldameisen die lokalen Zeckenvorkommen deutlich reduzieren können. Besonders wichtig für die Wirkung ist die Grösse der Nester.

Steigt beispielsweise das Volumen eines Ameisennestes von 0,1 m3 auf 0,5 m3 an, sinkt die Anzahl Zecken um rund zwei Drittel.

«Es sind weitere Studien notwendig, damit wir die Mechanismen hinter dieser Beziehung verstehen», erläutert Silvia Zingg. Möglich wäre laut den Forschenden, dass die Ameisensäure rund um die Nester oder das räuberische Verhalten der Waldameisen eine abweisende Wirkung auf die Zecken haben. Die Studie dokumentiert jedenfalls eine weitere Ökosystemdienstleistung der kleinen Waldpolizisten.



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